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Süd Kirche muss Gemeindezentrum verkaufen
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Kirche muss Gemeindezentrum verkaufen
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16:49 24.07.2014
Von Margret Jans-Lottmann
Das Gemeindehaus in der Böhmerstraße 8 ist stark sanierungsbedürftig. Quelle: Margret Jans-Lottmann
Südstadt

Für die Südstadtkirchengemeinde ist es ein Schock: Das 50 Jahre alte Gemeindezentrum in der Böhmerstraße ist so stark sanierungsbedürftig, dass die Kosten für die Modernisierung das Budget der Kirchengemeinde bei Weitem überschreiten. Allein, um die Auflagen für den gesetzlich vorgeschriebenen Brandschutz zu erfüllen und das Haus unter anderem mit zusätzlichen Fluchtwegen nachzurüsten, müsste sie 700 000 Euro aufbringen. Die Gemeinde will das Haus deshalb verkaufen. „Wir können das Gebäude nicht halten“, sagt Pastorin Anja Garbe, Sprecherin des Pfarrbezirks. Für die dort ansässigen Einrichtungen wie das Haus der Religionen, das Uhu-Theater und das Kulturbüro Südstadt könnte dies bedeuten, dass sie ausziehen müssen. Die Kirchengemeinde wollte die Betroffenen am gestrigen Mittwoch über ihre Pläne unterrichten.

Im März vergangenen Jahres hatte die Südstadtgemeinde, zu der sich die Nazareth-, die Paulus und die Athanasiuskirche 2009 zusammengeschlossen hatten, die Athanasiuskirche entwidmet. Anfang dieses Jahres wollte die Gemeinde den zweiten Schritt folgen lassen und den Kirchsaal im oberen Stockwerk des dreigeschossigen Gemeindezentrums für rund 300 000 Euro zu einem Kultur- und Veranstaltungszentrum umbauen. Bei näherer Betrachtung stellte sich jedoch heraus, dass nicht nur Dämmung, Heizung und Fenster des 1964 errichteten Gebäudes erneuert werden müssten, um den heutigen energetischen Anforderungen zu genügen. Schwerer wiegt nach Informationen des Stadt-Anzeigers, dass der Brandschutz den gesetzlichen Vorschriften nicht entspricht und das öffentlich genutzte Gebäude ohne Brandschutzdecken und zusätzliche Notausgänge nicht mehr wie bisher genutzt werden kann. Die Stadt als zuständige Aufsichtsbehörde wollte sich dazu jedoch nicht äußern.

Auch der Bezirksrat Südstadt-Bult tagt regelmäßig im Untergeschoss des Gemeindezentrums. In der jüngsten Sitzung haben die Lokalpolitiker die Stadt deshalb auf Antrag von SPD und Grünen beauftragt, nach Lösungen zu suchen. So soll die Verwaltung prüfen, wie der Verbleib der dort angesiedelten Einrichtungen sichergestellt werden kann. Dabei regte Rot-Grün auch an, zusätzliche Nutzer in das Haus aufzunehmen.

„Wir haben als zweitgrößter Stadtteil kein Jugendzentrum und keinen Kulturtreff“, sagte der Vorsitzende der Grünen-Fraktion Oliver Kluck in der Sitzung. Auch Ludwig Diener, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion, nannte gute Gründe, das Gemeindezentrum in städtische Hände zu geben: Man habe lange nach einem Ort gesucht, der die Funktion eines Freizeitheims erfüllt. Für denkbar halten SPD und Grüne auch den Einzug eines Kinderladens. Dieser benötige im Gegensatz zu einer Kindertagesstätte kein Außengelände, sagte Diener. Auch Thomas Siekermann (FDP) sprach sich für ein Kulturhaus im Stadtbezirk aus, merkte aber den hohen Sanierungsbedarf an. Bedenken äußerte dagegen CDU-Bezirksratsherr Jan Alexander Scholz, dessen Fraktion sich bei der Abstimmung über den rot-grünen Antrag enthalten hatte. Er bezweifle, dass ein solch sanierungsbedürftiges Gebäude der richtige Ort dafür sei, sagte er.

Ob die Stadt das Gemeindezentrum übernehmen kann, ist ohnehin fraglich. Kluck hält nicht nur die hohen Kosten von 700 000 Euro für die notwendigen Brandschutzvorrichtungen für problematisch, wie er dem Stadt-Anzeiger sagte. Der Vorsitzende der Grünen-Bezirksratsfraktion, der auch kulturpolitischer Sprecher der Grünen im Rat ist, geht inzwischen von deutlich höheren Kosten aus. Mit der energetischen Sanierung und den vielen notwendigen Umbauten kämen nach seinen groben Schätzungen Ausgaben von rund drei Millionen Euro zusammen. „Das kann die Stadt nicht wuppen“, sagt Kluck.

Anja Garbe wollte sich zum geplanten Verkauf des Gemeindezentrums nicht näher äußern. Die Pastorin bestätigte aber, dass die Südstadtkirchengemeinde inzwischen drei Interessenten für das Gemeindezentrum hat. „Wir sind jetzt auf der Suche nach Lösungen, die für den Stadtteil gut sind“, betonte sie.

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