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Süd Kirchenbuchamt unersetzliche Quelle für die Familienforschung
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Kirchenbuchamt unersetzliche Quelle für die Familienforschung
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13:47 18.02.2011
Die Leiterin des Kirchenbuchamts, Birgit Klein (l.) und Mitarbeiterin Stefanie Scholz halten vorsichtig das Kirchenbuch der Aegidienkirche aus dem Jahr 1574 in den Händen. Quelle: Gerda Valentin
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Taufe, Hochzeit und Begräbnis sind im Allgemeinen Ereignisse, die in jeder Familie fest in Erinnerung bleiben. Doch auch bei der evangelisch-lutherischen Kirche hinterlassen sie ihre Spuren. Fein säuberlich wurden sie seit Jahrhunderten registriert und bieten heute eine unersetzliche Quelle für die Familienforschung. Fündig wird man dazu im Kirchenbuchamt, das in der Stadtkirchenkanzlei an der Hildesheimer Straße 165/167 untergebracht ist.

In seiner aktuellen Arbeit gleicht das Amt durchaus einer Behörde. Eine der Hauptaufgaben der drei Mitarbeiter ist es, die Kirchenbücher der evangelisch-lutherischen Gemeinden in Hannover zu führen. Taufen, Trauungen und Sterbefälle werden damit laufend verzeichnet. Für den historischen Part aber hat die Dienststelle Zugriff auf sämtliche Kirchenbücher aus dem Gebiet der Landeskirche Hannovers, die bis 1874 – vor Einführung der Standesämter – angelegt wurden.

Wer hier seine Vorfahren sucht, bekommt nicht das wertvolle Originaldokument in die Hand. Die Bestände sind auf Mikrofiches verfilmt, für die es mehrere Lesegeräte gibt. Hilfreich ist es, wenn der Besucher Datum und Ort nennen kann, an dem einer seiner Ahnen geboren wurde. Immer weiter zurück geht es danach auf eine Zeitreise.

Zusammen mit Amtsleiterin Birgit Klein machte der Stadt-Anzeiger einen Test. Der Zufall fördert einen Carl Lessmann hervor, der 1819 in der Kreuzkirche zu Hannover getauft wurde. Die Eltern sind genannt, und damit sind sie in der Regel unter „Trauungen“ zu finden. Der Knochenhaueramtsmeister Christian Heinrich Lessmann und die Jungfer Charlotte Dorothee Backhaus traten 1814 – ebenfalls in der Kreuzkirche – vor den Traualtar. Seine Braut war die Tochter eines Knochenhauermeisters und bei der Eheschließung nicht älter als 16 Jahre.

Als Vorsitzender der Fleischerinnung gehörte jener Lessmann zu den angesehenen Bürgern der Stadt. Ursprünglich kam er nicht aus Hannover, sondern wurde 1781 als Sohn des Bäckers Johann Gabriel Lessmann in Wülfel geboren. Taufen ließen ihn seine Eltern bei St. Petri in Döhren, damals Hauptkirche für Wülfel. Gerade drei Tage alt war der kleine Christian Heinrich. Doch angesichts der hohen Säuglingssterblichkeit war solche Eile durchaus üblich.

All dieses lässt sich aus einigen nüchternen Einträgen ablesen. Hobbyforscher bekommen eingangs eine Lesehilfe für die alte deutsche Schrift; bei Bedarf gibt es außerdem ein kleines Nachschlagewerk für spezielle Ausdrücke in Latein. Wer Glück hat, kann seine Familie bis ins späte 16. Jahrhundert zurückverfolgen.

Die echten Schätze aber lagern im Keller. Das älteste Kirchenbuch ist von 1574 und stammt aus der Aegidienkirche. Daneben reihen sich kiloschwere Folianten in den Regalen, abgeliefert von Gemeinden aus weiten Teilen des heutigen Niedersachsen. Auch einige Prominente aus der Geschichte Hannovers tauchen dabei auf. 1716 wurde zum Beispiel das Begräbnis des Philosophen Leibniz vermerkt. Und nicht zuletzt wurde 1776 und 1778 die Taufe von Luise und Friederike eingetragen, den späteren Königinnen von Preußen und Hannover.

Das Kirchenbuchamt befindet sich in der Hildesheimer Straße 165/167 und hat montags bis donnerstags von 8.30 Uhr bis 15.30 Uhr sowie freitags von 8.30 Uhr bis 12 Uhr geöffnet. Für die Benutzung wird pro Tag eine Gebühr von neun Euro erhoben. Ein halber Tag kostet fünf Euro. Eigene Recherchen des Kirchenbuchamts werden gesondert berechnet.

Gerda Valentin

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