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Süd Fahrradtraining für Senioren
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08:00 30.03.2019
Souveräner Radler: Joachim Spiesicke Joachim (72) beim Parcours vor dem Feuerwehrhaus. Quelle: Villegas
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Bemerode / Kirchrode

Der Radius ist eng, doch Joachim Spiesicke hält seinen Lenker sicher. Souverän kurvt der 72-Jährige zwischen den Hütchen und Kreidestrichen hindurch – und meistert den Fahrrad-Parcours bravourös. „Ich komme mit meinem Rad gut zurecht“, sagt der Kirchröder. Alle drei Jahre lässt er sein Bike generalüberholen – und das ist auch nötig. Schließlich legt er rund 5000 Kilometer im Jahr auf zwei Rädern zurück.

So war der Fahrrad-Aktionstag für Senioren

Joachim Spiesicke ist einer von mehreren Dutzend Senioren, die am vergangenen Sonnabend zum Fahrrad-Aktionstag am Feuerwehrhaus Kirchrode/Bemerode am Döhrbruch gekommen sind. Ältere Menschen setzen zunehmend auf Mobilität, und Radfahren ist trendy. „Die Aktion soll dazu beitragen, dass Senioren auf ihren Rädern auch sicher sind“, sagt Rolf Gutkes vom Seniorenbüro in Bemerode, das die Veranstaltung organisiert hat.

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„Reifendruck: 4 Bar“

Die Feuerwehr grillt, im Feuerwehrhaus gibt es eine Kaffee-Tafel, und der Kleefelder Händler Pilo präsentiert Fahrräder und E-Bikes. In der Halle bietet Fahrradmechaniker Dirk Hamann einen kostenlosen Schnellcheck für Zweiräder an: „Das ist wie beim Tüv“, sagt der 47-Jährige. Die Senioren stehen bei ihm schlange, um kontrollieren zu lassen, ob die Bremsen nachgestellt werden müssen und ob die Kette noch in Ordnung ist. Einen losen Gepäckträger schraubt er mit geübten Handgriffen gleich wieder fest. „Der Reifendruck sollte etwa bei 4 Bar liegen“, rät er einer alten Dame. Dann prüft er die Kette: „Wenn sie verschlissen ist, kann sie leicht abspringen“, sagt er.

„Ich bin viel mit dem Rad unterwegs“, sagt eine 67-Jährige aus Kirchrode. „Bewegung ist mir wichtig, ich fahre zum Einkaufen, zur Bücherei – und will mich dabei sicher fühlen.“ Für Menschen wie sie ist dieser Aktionstag gemacht. Charlotte Niebuhr vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) ist zertifizierte Radfahrlehrerin. Sie gibt den Besuchern am Parcours Rat und Hilfe. „Man muss auch enge Kurven fahren können – und man muss langsam fahren können“, sagt sie.

Viele Senioren kaufen sich mittlerweile E-Bikes. Etliche Besucher probieren die Geräte auf dem Parcours am Feuerwehrhaus erstmals aus. Dabei gilt es einiges zu beachten. „E-Bikes sind schneller, haben längere Bremswege und reagieren beim Abbiegen anders“, sagt Charlotte Niebuhr. „Das A und O ist, dass man sich an Regeln hält – Hand raus beim Abbiegen, Blickkontakt zu Autofahrern suchen.“ In dieser Hinsicht sind alle Zweiräder gleich.

Von Simon Benne