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Süd Komplizierter Start in die Inklusion
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Komplizierter Start in die Inklusion
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12:18 02.05.2013
Im April 2011 standen auf der Schulhof der Heinrich Wilhelm Olbers-Schule noch Tischtennisplatten. Diese mussten Containern weichen, in denen nun unterrichtet wird. Quelle: Martin Steiner
Döhren-Wülfel

Sowohl die Heinrich-Wilhelm-Olbers-Schule (HWO) als auch die Kardinal-Bertram-Schule (KBS), die im selben Gebäude untergebracht ist, leiden unter Platzmangel. Der Bezirksrat Döhren-Wülfel wird in seiner Sitzung am heutigen Donnerstag darauf nun einen Augenmerk legen, soll doch im August die Inklusion starten und die Schulen damit vor zusätzliche Ansprüche in Hinsicht auf die Raumausstattung stellen. Im ersten Schritt der Inklusion sollen körperbehinderte Schüler aufgenommen werden.

Die HWO hat derzeit 210 Kinder in neun Klassen. Sie ist deutlich gewachsen. „Als ich hier anfing, waren es noch 129 Kinder“, sagte Schulleiterin Regine Hempel-Mähler. Das war 2001. Auch damals war die katholische KBS, die 172 Kinder in acht Klassen unterrichtet, schon im Gebäude. Der zweite Jahrgang der HWO überschreitet inzwischen die so genannte Teilergrenze von 26 Schülern je Klasse deutlich. Wenn diese Kinder im Sommer in die dritte Klasse kommen, müsste Hempel-Mähler aus zwei drei Klassen machen. „Dann bräuchten wir aber einen Klassenraum mehr, den wir nicht haben“, sagte sie. Am Ende liefe es wohl auf einen neuen Klassencontainer hinaus. Im Schulhof stehen schon vier Stück; einen für die KBS, die anderen für die HWO. „Die Situation ist für beide Schulen eine große Belastung“, sagte Hempel-Mähler. Es sei schwierig, den Raumbedarf für klassischen sowie Förderunterricht im Gebäude zu koordinieren. Mit der Inklusion werde sich das etwas verschärfen. Sogenannte Differenzierungsräume, um etwa Kindern mit Handicaps den nötigen Rückzugsraum zu bieten, habe die HWO nicht.

Inklusion bedeutet eine gewisse Barrierefreiheit in den Schulen

Das umfasst beispielsweise die bauliche Struktur für Rollstuhlfahrer. Die sei in der HWO gegeben, betonte die Leiterin. „Alle Klassen- und Fachräume sind ebenerdig.“ Aber es geht auch um zusätzliche Förderlehrer, um jedem Kind die nötige Aufmerksamkeit schenken zu können. Bis 2018 dauert eine Übergangsfrist in Hannover. Bis dahin sollen möglichst alle Förderbereiche an den Regelschulen angeboten werden. Los geht es mit den Lernförderschulen. Im Sommer 2014 wird die Christian-Andersen-Förderschule, die 146 Kinder in 15 Klassen hat, an der Loccumer Straße in Wülfel aufgegeben. Die Lernförderschulen nehmen dann keine Erstklässler mehr auf. Die verbleibenden Schüler sowie einige Lehrer wechseln aus Wülfel zur vorerst noch bestehen bleibenden Maximilian-Kolbe-Förderschule in Kleefeld. Für sie werde der Umzug wegen der Entfernung zu einer Belastung, sagte Eckhart Bolte, Leiter der Andersen-Förderschule. Doch für die Grundschulen an der Olbersstraße könnte das der Befreiungsschlag sein; die Stadt denkt über einen Umzug der KBS in die frei werdende Förderschule nach. Aber das ist frühestens nächstes Jahr möglich.

Unklarheit sei eine schwierige Situation

Offen ist auch weiterhin, welche zusätzlichen Förderlehrerstunden die neuen inklusiven Schulen wie die HWO ab Sommer bekommen werden. Je nach Anzahl der zu betreuenden Kinder gibt es auch ein Kontingent an diesen Stunden. Bolte rechnet zwar damit, dass einige seiner 30 Mitarbeiter nicht mit nach Kleefeld gehen, sondern auf Regelschulen wie an die HWO verteilt werden. „Aber die Rahmenbedingungen hat das Land Niedersachsen noch nicht festgelegt“, sagte er. „Diese Unklarheit ist auch für uns eine schwierige Situation.“

Die Sitzung des Bezirksrat Döhren-Wülfel beginnt am Donnerstag um 18 Uhr im Döhrener Freizeitheim, An der Wollebahn 1. Neben der Inklusion in Schulen stehen auch Verwaltungsvorlagen zu verschiedenen Bauvorhaben auf der Tagesordnung. Unter anderem geht es um den Neubau der Apostolischen Kirche.

Marcel Schwarzenberger

Sowohl die Heinrich-Wilhelm-Olbers-Schule (HWO) als auch die Kardinal-Bertram-Schule (KBS), die im selben Gebäude untergebracht ist, leiden unter Platzmangel. Der Bezirksrat Döhren-Wülfel wird in seiner Sitzung am Donnerstag darauf nun einen Augenmerk legen.

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