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Süd Konflikte friedlich lösen lernen
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Konflikte friedlich lösen lernen
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15:22 29.01.2010
Verständnisvolle Partner: Die Mediatoren Giselher Pietsch und Anne Landmann überreichen den Mädchen Knautschbälle gegen die Nervosität vor dem Gespräch. Quelle: Gerda Valentin

Oft sind es nur Eifersüchteleien oder der Zank um ein paar kleine Besitztümer; manchmal aber böser Spott oder gar eine Rauferei. Schon unter jüngeren Schulkindern herrscht nicht immer Frieden. An der Grundschule Suthwiesenstraße gibt es daher seit Beginn dieses Schuljahrs ein neues Modell, um Konflikten zu begegnen: Senioren arbeiten hier ehrenamtlich als Mediatoren und helfen den Schülern zu lernen, wie man trotz Streit vernünftig miteinander umgeht.

Auch die Suthwiesenschule hatte sich beim Verband „Seniorpartner in School“ (SIS) beworben, der sich für die Ausbildung von Senioren zu Mediatoren engagiert. In Hannover wurde neben der Schule in Döhren auch die Fichteschule in Hainholz in das Programm von SIS aufgenommen. Beim Verein „Mehr Aktion! für Kinder und Jugend“ in der Langensalzastraße lernten die Senioren dann 80 Stunden lang Kommunikation, Gesprächstechnik und Psychologie. Acht Ehrenamtliche umfasst das Team, das sich an der Grundschule Suthwiesenstraße wechselweise um streitende Kinder kümmert. An vier Tagen in der Woche sind von 9 bis 13 Uhr jeweils zwei Senioren „im Dienst“. Ausreden lassen, zuhören, nicht beschimpfen – so lauten die Regeln, die im „Raum der guten Lösungen“ aushängen. Dort treffen die Schüler unter anderem auf Anne Landmann und Giselher Pietsch.

„Wichtig ist vor allem, dass die Kinder freiwillig kommen, und selbstverständlich bleiben unsere Gespräche vertraulich“, sagen die beiden Mediatoren. Im Ruhestand fanden beide eine neue Aufgabe. Anne Landmann war 36 Jahre im Schuldienst und erlebte dabei, dass die Lehrkräfte oft nicht genug Zeit hatten, um Streitereien unter den Schülern nachzugehen. Ihr Kollege Giselher Pietsch bringt seinerseits Erfahrungen als Elternvertreter und als Ausbilder ein. „In vielen Familien herrscht Ratlosigkeit in Sachen Erziehung“, hat der 66-Jährige beobachtet. Kinder müssten jedoch rechtzeitig lernen, dass sich Konflikte nicht mit Gewalt regeln lassen.

Allerdings bekommen die jungen Streithähne von den Mediatoren keine Anweisungen. „Wir unterstützen sie lediglich darin, selbst eine Lösung zu finden“ erläutert Anne Landmann. Nach gut drei Monaten hat sich die Mediation an der Grundschule Suthwiesenstraße bereits bewährt. Wie Schulleiterin Katja Gade hervorhob, wirke sich die Arbeit der Senioren auch positiv auf den Unterricht aus. Die anderen Kinder würden zum Beispiel durch die Streitenden in ihrer Klasse nicht mehr gestört. „Dies passt auch zur Grundregel unserer Schule, dass sich hier alle sicher und wohl fühlen können“, sagt die Rektorin.

von Gerda Valentin

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