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Süd Lebensmittelladen eröffnet in der Waldheimstraße
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Lebensmittelladen eröffnet in der Waldheimstraße
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10:56 27.02.2010
Noemi Unger findet es praktisch, dass Dogan Balim schon geöffnet hat – auch wenn sein Geschäft noch nicht komplett eingerichtet ist. Quelle: Schmidt

Nach zwei Jahren Leerstand waren im Januar zunächst die Fenster mit Zeitungspapier verklebt worden, dann trugen Dogan Balim und seine Helfer die ersten Regale und Waren die kleine Treppe hoch in den Laden. Die Waldheimer sind froh über den neuen Händler. Nachdem Ali Aker – Nachfolger des alteingesessenen Kaufmanns Friedrich Stein – das kleine Lebensmittelgeschäft hatte schließen müssen, waren die Anwohner gezwungen, für ihre Einkäufe weite Wege zurückzulegen.

Seit zwei Wochen verkauft Dogan Balim Milch und Butter, Brötchen, Obst und Gemüse. In einer Salattheke dekoriert der Kaufmann aus der Westtürkei Spezialitäten aus seiner Heimat wie Schafskäse, gefüllte Weinblätter und Peperoni. Auf Wunsch einiger Waldheimer und auf Empfehlung von Friedrich Stein hat der 30-Jährige auch ein Regal mit Lebensmitteln aus biologischer Erzeugung aufgestellt. Ringsum im Laden stehen bereits Regale und Theken; auf weitere Möbel wartet Balim noch.

Der neue Ladeninhaber sieht ein bisschen müde aus. Einerseits möchte er, dass das Geschäft schon einladend aussieht, andererseits ist er mit der Renovierung noch gar nicht fertig. Aber er freut sich über die Reaktion der Waldheimer. „Nett sind die Kunden hier, liebe, qualitätsbewusste Leute“, sagt er. 20 bis 30 kämen schon pro Tag. Dazu gehört auch Ben Schwerdtfeger von gegenüber, der dem Laden mit Sohn Hannes einen Besuch abstattet – auf der Suche nach einem Überraschungsei. „Wir finden den Laden gut, besonders wegen der Spezialitäten“, sagt Schwerdtfeger, „und auch, wenn man mal was vergessen hat.“ „Praktisch“ findet Noemi Unger die Wiedereröffnung und balanciert Milch, Butter und andere Lebensmittel auf dem Arm in Richtung Kasse. Dogan Balim war im Winter eigentlich in Waldheim unterwegs gewesen, weil er für seinen Bekannten Kirtal Hassan geeignete Räume für eine Änderungsschneiderei suchte. Der ehemalige Friseurladen neben dem Eckgeschäft gefiel dem Schneider, und er eröffnete bereits Anfang Februar. Mitte März hofft auch Dogan Balim, sein Geschäft richtig eingerichtet zu haben.

Friedrich Stein hat versprochen, ihm bei Bedarf noch ein paar Ratschläge an die Hand zu geben. Kaum jemand kennt die Waldheimer besser als der frühere Kaufmann. Aber dass man den Menschen in diesem Stadtteil keine türkischen Konserven anbieten kann, hat Balim selbst begriffen. „Die Kunden haben gesagt, dass die Sachen zwar ganz gut schmecken, aber dass sie nicht lesen können, was drin ist“, erzählt er.

Genauso stellt er sich das Kaufmannsleben in Waldheim vor. Die Menschen sagen ihm, was sie haben möchten, und er richtet sich danach. Nach vielen Jahren Arbeit in einem Kiosk sehnt er sich nach etwas ruhigeren Zeiten. „Waldheim ist ein Dorf“, sagt er. Und wie es in einem Dorf zugeht, weiß Dogan Balim noch aus seiner Kindheit in der Türkei.

Karin Vera Schmidt

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