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Süd Mehr Platz für Kita, Schule und Sport
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Mehr Platz für Kita, Schule und Sport
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13:55 28.04.2015
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Hannover

Der Abriss des Schulgebäudes, in dem zuletzt die Außenstelle der Wilhelm-Raabe-Schule untergebracht war, ist damit abgeschlossen. Ab Mai wird dort der neue Gebäudekomplex für das Bildungs- und Sportzentrum „kiss Birkenstraße – Kita Schule Sport“ errichtet.

Die Abrissarbeiten hatten in den vergangenen Wochen an den Nerven der Nachbarn gezerrt. „Da wurde von morgens 7 Uhr bis in den späten Abend mit großen Baggern eine ganze Schule platt gemacht“, sagt Anwohner Herbert Meier. Die Reste seien geschreddert und zu haushohen Halden aufgetürmt worden. „Die Anwohner müssen täglich mit Staub und Lärm leben“, sagt er.

„Die Bauarbeiten gehen einem schon auf den Geist“, sagt auch Nachbarin Astrid Melcher. „Aber man kann nicht neue Sporthallen fordern und sich dann beschweren, wenn eine gebaut wird“, ergänzt sie. Immerhin sei der Abriss in der kalten Jahreszeit geschehen, in der die Fenster der benachbarten Wohnhäuser ohnehin zumeist geschlossen gewesen seien. Zudem seien die Bauarbeiten noch relativ erträglich verlaufen. „Richtig laut ist der Bunkerabriss in Herrenhausen, da fahre ich jeden Morgen vorbei“, berichtet Melcher.

Auf dem Carré zwischen Birken- und Schlägerstraße werden nun eine Kindertagesstätte, eine Grundschule und eine Dreifeld-Sporthalle gebaut. Die Kita soll den dringenden Bedarf an Betreuungsplätzen in der Südstadt sowie im Zooviertel decken. Dort, auf dem Gelände des Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasiums (KWR), werden 80 Kinder vorübergehend in Containern betreut. Diese Gruppen sollen in das neue Gebäude in die Birkenstraße umziehen, wo Platz für vier Krippen- und zwei Kindergartengruppen sein w

Auch die Otfried-Preußler-Schule soll in das neue Bildungszentrum einziehen. Die Grundschule wird dafür ihr bisheriges Gebäude in der Meterstraße aufgeben. Nach Einschätzung der Stadt ist es für die vier Jahrgänge mit jeweils vier bis fünf Parallelklassen zu klein. Zudem ist die Bausubstanz marode. „Die verfügbare Kapazität an Unterrichtsräumen ist dort bereits ausgeschöpft, außerdem fehlen Flächen für die Ganztagsnutzung“, heißt es seitens der Verwaltung.

In der „kiss Birkenstraße“ wird die Otfried-Preußler-Schule nicht nur über moderne Unterrichtsräume verfügen. Die Grundschüler werden dort auch in einer neuen Sporthalle mit drei Feldern toben können. Die Sportanlage mit Tribüne und 280 Sitzplätzen kann auch als Versammlungsraum und als Aula genutzt werden.

„Die Bauarbeiten liegen im Zeitplan, Ziel ist eine Fertigstellung im Sommer 2016“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. Ein Detail zum neuen Bildungszentrum sei aber noch nicht geklärt: Die Fassadenfarbe. Die Computergrafik der Architekten zeigt einen gelblichen Klinker. „Denkbar und kostenneutral wäre aber auch ein roter Stein“, sagt Dix. Über die Farbe werde bis zum Sommer entschieden.

Die Baukosten in Höhe von 20 Millionen Euro werden über eine öffentlich-private-Partnerschaft (ÖPP) mit dem ausführenden Bauunternehmen Hochtief finanziert. 90 Prozent dieser Summe zahlt die Stadt als Einmalzahlung an das Bauunternehmen zurück, der Rest wird über ein Darlehen mit einer fünfjährigen Laufzeit finanziert. „Die Zahlungsverpflichtungen beginnen erst nach der Endabnahme der Bauleistungen, also voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2016“, sagt Dix.

Von Christian Link