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Süd Ein Sommernachtstraum
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00:24 31.07.2014
Von Rüdiger Meise
Merle Hoch spielt die Rolle der Jane in dem Musical "Tarzan". Jetzt geht für sie im Gartentheater mit der Rolle der Titania ein „Sommernachtstraum“ in Erfüllung.  Quelle: Rainer Surrey
Kirchrode

Frau Hoch, Sie spielen vom 1. August an die Titania im Musical „Ein Sommernachtstraum“ hier im Gartentheater in Herrenhausen ...
Können wir uns nicht duzen? Schau doch mal, wie schön es hier ist! Das Grün, der Himmel, das Licht! Da hinten zwischen den Hecken, da wird das Garderobenzelt aufgebaut! Ich freu mich so, wieder hier zu sein!

Du hast schon mehrmals in dem Musical mitgespielt und kennst dich hier gut aus?
Ja, ich hab hier schon die Hermia und die Helena gegeben und diesmal die Titania, die Elfenkönigin. Diese Rolle ist reifer, hat Kraft und eine weibliche Körperlichkeit. Ganz anders als die Rolle, die ich eigentlich gerade spiele ...

... nämlich die Jane im Musical „Tarzan“ in Stuttgart.
Genau.

Foto (Stage Entertainment): Merle Hoch mit Tarzan-Darsteller Glan Marco Schlaretti und Phil Collins

Viele sehen das als deinen Durchbruch. Ich habe gelesen, du hast laut ins Telefon geschrien, als du die Rolle der Jane bekommen hast.
Das stimmt. Als mich die Casting-Direktorin anrief, habe ich in meinem Sechs-Quadratmeter-Zimmer in London gesessen. Ich hatte mir höchstens eine Zweitbesetzung erhofft. Und dann sagte sie: „Jane, Erstbesetzung!“ Ich hab ins Telefon geschrien und geschrien, dass ich mich entschuldige, dass ich so schreie.

Deine erste Hauptrolle?
Nein, nein, ich hatte schon Hauptrollen in kleineren Produktionen in Mannheim, Düsseldorf, Hannover, Bozen und eben in London. Aber „Tarzan“ ist die derzeit größte Produktion in Deutschland, in der das meiste Geld steckt. Eine Disney-Produktion mit Riesenaufwand, Effekten und fetter Action.

Hast du als Jane viel Text?
Mehr als Tarzan. Dafür hat er ein Sixpack und darf an Seilen über die Bühne fliegen. Im Ernst: Die Jane hat für ein Musical wirklich viel Text, den meisten von allen in dem Stück.

Du bist in Kirchrode aufgewachsen. Ist der „Sommernachtstraum“ in Herrenhausen so etwas wie ein Heimspiel für dich?
Aber ja! Meine Familie kommt bestimmt ins Gartentheater. Und meine Freunde. Außerdem ist diese Produktion ganz anders als „Tarzan“, viel familiärer, eine lustige Truppe. Viele kenne ich ja schon, und ich freue mich darauf, wieder mit ihnen zusammenzuarbeiten. Und das Gartentheater ist einfach wahnsinnig schön. Ich musste mir bei Disney Urlaub nehmen, damit ich sechs Aufführungen im „Sommernachtstraum“ spielen kann, aber ich wollte unbedingt.

Für viele ist dein Beruf ein Traumjob: Merle Hoch, Musicalstar. Wie hast du das geschafft?
In meiner Wiege lag das nicht. Meine Eltern sind beide Lehrer, in der Schule bin ich nicht auf die Idee gekommen, Schauspielerei zu machen. Ich habe Ballett getanzt und Klavier gespielt – beides hat viel mit Disziplin zu tun. Ich wollte mich da immer mehr ausdrücken, als ich durfte, rausspringen aus den Vorgaben. Trotzdem habe ich nach dem Abi an der Wilhelm-Raabe-Schule erst mal Mathematik in Hannover studiert.

Wie lange hast du durchgehalten?
Oh, ein paar Semester waren das schon. Dann habe ich einen Stage-School-Workshop in Hamburg belegt – und die wollten mich gleich dabehalten. Da hatte ich erste Bühnenerlebnisse. Plötzlich wusste ich: Das muss ich machen.

Wie ging’s weiter?
Ich habe bei vier Unis vorgesprochen – drei haben mich abgelehnt, und die letzte, die Folkwang-Universität der Künste in Essen, hat mich genommen. Sechs Bewerber von Hunderten kamen durch.

Hattest du mal Angst, es im Showgeschäft nicht zu schaffen?
Ich habe keine Angst. Meine Eltern haben mir so was wie ein Urvertrauen mitgegeben. Meine Mutter sagte immer, ich solle weitermachen. Auch als Freunde längst zweifelten. Aber es ist keine Schande, nicht genommen zu werden. Ich kenne tolle Schauspieler, die sich ­50-mal vergeblich an Schulen beworben haben. Die Krux ist: Jeder Schauspieler ist ein Paket, und das muss zu den Anforderungen der Schule oder später auch der Produktion passen. Du kannst an einer Stelle aus den gleichen Gründen abgelehnt werden, wegen derer du woanders mit Kusshand genommen wirst.

Und was ist das Merle-Hoch-Paket?
Eine Schauspielerin, die singen kann, das Tanzen hab ich glücklicherweise beim Ballett gelernt. Ich kann Geschichten erzählen und Gefühle von mir auf die Zuschauer übertragen. Ich kann frei sein auf der Bühne und mir einen Raum nehmen, in dem alles erlaubt ist.

Was kannst du nicht?
Imitieren und kopieren kann ich nicht. Leider ist das manchmal wichtig. Wenn ein Regisseur sagt: Sing das genau so wie, was weiß ich wer – dann kann ich das nicht. Ich bin nur glücklich, wenn ich eine Rolle habe, die ich für mich erfinden kann.

Gibt es eine Rolle, die du unbedingt mal spielen möchtest?
So viele wie möglich. Am liebsten nicht so glatte Cinderella-Rollen, ich bin ja keine Tussi. Dann schon lieber was Düsteres – vielleicht eine Massenmörderin!

Interview: Rüdiger Meise

„Traum“-Darsteller geben Workshop

Fünf Darsteller der Produktion „Ein Sommernachtstraum“ bieten vom 25. bis 29. August eine Musical-Intensivwoche in Hannover an. Hier trainieren sie mit den Teilnehmern Tanz, Gesang und Schauspiel täglich sechs Stunden im DanceLoft der Link2Dance Company. Mit dabei sind Sebastian Strehler, Florian Lüdtke, Karoline Goebel, Kerstin Ried und Corinna Günzel. Am letzten Workshoptag steht eine Probe-Audition auf dem Plan. Hier kann man testen, was für die Profis harter Alltag ist. Der fünftägige Workshop kostet 299 Euro. Anmeldungen sind unter www.itsmusical.de möglich.

Die HAZ verlost einen Platz im Workshop. Wer mitmachen möchte und älter als 15 Jahre ist, schreibt eine Mail mit dem Stichwort „Traumworkshop“ an hannover@haz.de und hinterlässt Namen und Telefonnummer. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück.

 lok

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