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Süd „Es drängt ja eigentlich immer auf Baustellen“
Hannover Aus den Stadtteilen Süd „Es drängt ja eigentlich immer auf Baustellen“
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00:15 12.04.2014
Von Heike Schmidt
Rainer Schmitt ist Metallbauer bei der Hunsrücker Glasveredelung. Derzeit arbeitet er mit sechs Kollegen auf der Baustelle am Sprengelmuseum. In dem Beruf ist der 52-Jährige seit 22 Jahren tätig. Die Baustelle am Sprengel Museum ist derzeit das größte Objekt des Unternehmens.
Rainer Schmitt ist Metallbauer bei der Hunsrücker Glasveredelung. Derzeit arbeitet er mit sechs Kollegen auf der Baustelle am Sprengelmuseum. In dem Beruf ist der 52-Jährige seit 22 Jahren tätig. Die Baustelle am Sprengel Museum ist derzeit das größte Objekt des Unternehmens. Quelle: Felix Schledding / Hannoversche Allgemeine Zeitung
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Südstadt

Hallo Herr Schmitt. Danke, dass Sie überhaupt Zeit gefunden haben. Das ist ja derzeit nicht so einfach...
Ach, das ist schon okay. Es drängt ja eigentlich immer auf Baustellen. Das ist schon normal.

Nun ja, aber wenn die Baustelle hier nicht rechtzeitig fertig wird, dann gehen Millionen an EU-Mitteln flöten. Der Druck ist dann ja schon ein etwas größerer, könnte man sich vorstellen. Wofür sind Sie und ihr Team denn zuständig?
Wir sind hier für den Glasbau zuständig. Einfach gesagt fügen wir in ein Stahlgerippe die Glasflächen ein.

Wie weit sind Sie damit?
Die Oberlichter haben wir fertig. Die können Sie von unten natürlich nicht sehen.

Wie haben Sie das gemacht?
Die Glaselemente werden mit einem Kran an Ort und Stelle gebracht. Sie sind schließlich zwischen 160 und 180 Kilogramm schwer.

Geht da auch mal etwas zu Bruch?
(lacht) Nein.

Und wenn doch?
Dann sind wir gut versichert.

Das Wetter kommt ihnen aber gerade zupass, oder?
Ja, stimmt. Das Wetter ist eindeutig für uns. Wir kommen gut voran. Jetzt kommt noch die Beschattung auf die Oberlichter und dann kommt die Fassade dran.

Werden die Scheiben sich dann von selbst verdunkeln, wenn die Sonne scheint?
Ja genau, aber wir machen auch Glasscheiben mit integrierten Jalousien.

Echt? So was gibt`s? Dabei fällt mir ein: In manchen Krimis steigen die Diebe durch Oberlichter in Museen ein, um wertvolle Kunst zu stehlen...
(Lacht) Das ist unmöglich. Die Scheiben sind alarmgesichert. Zudem sind die so dick, dass Sie drüberlaufen können.

Schade, dass ich das jetzt nicht mal ausprobieren kann. Aber wenn Sie auf dem Dach sind, haben Sie doch bestimmt einen wundervollen Blick über den Maschsee?
Stimmt. Der ist wirklich einzigartig. Und der ist auch echt mit das Beste derzeit.

Wieso?
Wir arbeiten sechs Tage die Woche, damit wir fertig werden. Da bleibt nicht mehr viel Zeit für andere Dinge.

Dann haben Sie von Hannover also noch nichts gesehen?
Um ehrlich zu sein: Nein, nicht wirklich.

Ihre Firma kommt aus dem Hunsrück. So lange Sie auf Montage sind, fahren Sie bestimmt nicht nach Hause, oder?
Nein, während der Arbeiten bleiben und wohnen wir hier.

Wann rechnen Sie denn damit, in etwa fertig zu sein?
Im Frühling werden wir wohl fertig sein.

Interview: Heike Schmidt

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