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Süd Neubau nimmt weitere Hürde
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Neubau nimmt weitere Hürde
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17:34 30.07.2009
Gegner der Seniorenwohnungen fürchten um ihren Park im Innenhof.
Gegner der Seniorenwohnungen fürchten um ihren Park im Innenhof. Quelle: Kris Finn
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Der umstrittene Neubau von 15 seniorengerechten Wohnungen im Innenhof an der Döhrener Landwehrstraße ist kaum noch aufzuhalten. Jüngst hat auch das sechsköpfige Kuratorium der Franz-Kühnemann-Stiftung mehrheitlich dafür gestimmt. „Damit hat die Stiftung den Auftrag, die Planungen fortzusetzen“, sagt der Stiftungsratsvorsitzende und SPD-Ratsherr Manfred Müller. Wenn die derzeit laufenden Feinabstimmungen beendet sind, kann die Stiftung nach der Sommerpause endgültig den Bauantrag bei der Stadt und den Ratsgremien stellen. Die rot-grüne Ratsmehrheit hat bislang stets seine Zustimmung zum Neubau signalisiert.

Innerhalb des Kuratoriums stimmten nur die beiden CDU-Vertreterinnen, die Ratsfrauen Gabriele Jakob und Brigitte Ike, gegen das Vorhaben. „Es ist nicht mehr zeitgemäß, Innenhöfe wie diesen zu bebauen“, begründeten die Politikerinnen ihre Ablehnung. Wie berichtet, plant die Stiftung für rund 2,5 Millionen Euro ein Wohnhaus mitten auf der Grünfläche, die von Häusern an Landwehr-, Fiedeler- und Helenenstraße umschlossen ist. Viele Anwohner fürchten, dass der Innenhof seine parkähnliche Atmosphäre verliert und stemmen sich gegen das Vorhaben. Der Plan sei schon aufgrund des heftigen Widerstandes abzulehnen, betont Jakob. Die „nachbarschaftlichen Konflikte“ solle die Stiftung in ihrer Feinplanung berücksichtigen, sagt Müller. Investor und Bauverwaltung handelten derzeit die genauen Rahmenbedingungen aus, unter denen der Neubau errichtet werden solle. Das Ergebnis werde nach der Sommerpause vorgelegt. Im kommenden Jahr will die Stiftung mit den Bauarbeiten beginnen. „Die Lärmbelästigung wird dann für die Anwohner hoch sein“, warnen Jakob und Ike.

Die CDU-Fraktion im Bezirksrat Döhren-Wülfel mit Jakob an der Spitze will die Investitionen der Stiftung nach wie vor auf andere Standorte in Döhren lenken – unter anderem auf ein Gebäude an der Hermann-Guthe-Straße. Das dort untergebrachte Finanzgericht könnte in einigen Jahren ausziehen, wenn das Land Niedersachsen die hannoverschen Gerichte an einer zentralen Stelle zusammenlegt. Auf Antrag der CDU soll die Stadtverwaltung prüfen, ob sich das Gerichtsgebäude für den Einbau von Seniorenwohnungen eignet. Der Bezirksrat stimmte einmütig zu. „Das ist für uns kein Widerspruch“, betont SPD-Fraktionschef Bert Oltersdorf. Die Sozialdemokraten befürworteten das Kühnemann-Projekt nach wie vor. „Aber einem Prüfauftrag stehen wir nicht entgegen“, sagt Oltersdorf. Durch einen Umbau könne womöglich altersgerechter Wohnraum geschaffen werden, der das Vorhaben der Stiftung noch ergänze. Für deren Belange selbst sei das Finanzgerichtsgebäude indes „viel zu groß“, findet der Kuratoriumsvorsitzende Müller. „Außerdem ist ja noch lange nicht spruchreif, ob das Gericht auch wirklich auszieht.“ Somit sei auch ein Umbau vorerst spekulativ und keine Alternative zum Neubau an der Landwehrstraße.

von Marcel Schwarzenberger

Jutta Oerding 30.07.2009
Vivien-Marie Drews 30.07.2009