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Süd Neubau soll bis Mai fertig sein
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Neubau soll bis Mai fertig sein
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14:50 21.01.2010
Von Jutta Oerding
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Bis dahin werde zügig gebaut, erklärt VBL-Sprecherin Andrea Reschka in Karlsruhe. Allerdings habe sich ihr Unternehmen vom Bauträger, der Axia Wohnimmobilien-GmbH, getrennt. Die hannoversche Firma, die den Neubau schon im vorigen Sommer schlüsselfertig übergeben wollte, sei vertragsbrüchig geworden: „Wir stellen den Neubau jetzt allein mit der Industriebau Wernigerode fertig.“

Zu möglichen rechtlichen Auseinandersetzungen mit der Axia will sich die VBL zurzeit nicht äußern. Den Anliegern, die den viergeschossigen Rohbau täglich vor Augen haben, blieben die Schwierigkeiten zwischen den Vertragspartnern nicht verborgen: Seit dem vorigen Frühjahr ließen sich nur noch sporadisch Arbeiter blicken. Immer wieder standen die Baumaschinen über Wochen still – bis die Aktivitäten schließlich völlig zum Erliegen kamen. Axia-Geschäftsführer Spyridon Vassilopoulos hatte erklärt, ihm seien weder Probleme noch ein Ruhen der Bauarbeiten bekannt: „Wir haben keinen Baustopp.“ Ein Verschulden seiner Firma sieht Vassilopoulos auch jetzt nicht: Alles gehe seinen normalen Gang. Das Grundstück habe der Axia gehört, sei inzwischen aber in das Eigentum der VBL übergegangen. „Wir haben es im vorigen August umgeschrieben, und seitdem ist die VBL für die Baustelle zuständig“, sagt der Geschäftsführer.

Zwischen der VBL und der Axia gab es zwar einen Kaufvertrag, der Eigentümerwechsel mit der Eintragung im Grundbuch war aber erst nach der Fertigstellung des Gebäudes vorgesehen. Die Verhandlungen zwischen beiden Vertragspartnern zogen sich hin. Durch die unabsehbaren Verzögerungen beim Baufortschritt geriet die Versorgungsanstalt in Zugzwang und nahm sich schließlich selbst der Immobilie an. Die offenkundigen finanziellen Auseinandersetzungen zwischen der VBL und der Axia hatten auch die Aktivitäten des Generalunternehmers, der Industriebau Wernigerode, gebremst. Längere Zeit war die Axia für ihren Generalunternehmer nicht zu erreichen, wie Geschäftsführer Peter Schmidt aus Wernigerode mitteilte. „An uns haben die Verzögerungen nicht gelegen. Seit dem 4. Januar ist die Baustelle jetzt wieder besetzt“, stellt er klar. Sein Unternehmen habe sich gegenüber der VBL verpflichtet, die Arbeiten bis zum Mai abzuschließen.

Mit dem erweiterten Rohbau sei bereits ein großer Teil erledigt, erläutert Schmidt: Dach, Fenster und Türen seien installiert, und 70 bis 80 Prozent des Putzes sei auch schon aufgebracht. Einen neuen Kälteeinbruch befürchtet Schmidt nicht: In nächster Zeit werde sich sein Unternehmen vor allem mit dem Innenausbau beschäftigen. Das Objekt sei beheizt, erläutert der Geschäftsführer.

Anlieger befürchteten eine weitere Verzögerung, weil vor zwei Wochen während der klirrenden Kälte das Gerüst abgebaut worden war. „Bei solchen Witterungsverhältnissen holt doch kein Unternehmer sein Gerüst ab. Bei Eis und Schnee gefährdet er das Leben seiner Arbeiter“, erklärte ein Nachbar. Außerdem sei die Fassade noch nicht völlig verputzt und gestrichen. Nach Auskunft des Generalunternehmers war das Baugerüst bei Schnee und Nässe im Weg. Die Gefahr sei groß, dass Matsch und Dreckwasser den fertigen Teil der Fassade beschmutzten. „Wenn wir im Außenbereich weiterarbeiten, stellen wir ein neues Gerüst auf.“

An der Wiehbergstraße sollen auf etwa 3200 Quadratmeter Wohnfläche 35 Mietwohnungen, eine Tiefgarage und ein kleiner Bürobereich entstehen. Die Wohnungen mit zwei bis vier Zimmern sind zwischen 65 und 120 Quadratmeter groß.

18.01.2010
Tobias Morchner 16.01.2010