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Süd Neue Bürgerinitiative fordert Verkehrsberuhigung
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Neue Bürgerinitiative fordert Verkehrsberuhigung
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13:32 30.09.2010
Die Sperrung der Wiehbergstraße ist vielen Döhrenern noch in guter Erinnerung.
Die Sperrung der Wiehbergstraße ist vielen Döhrenern noch in guter Erinnerung. Quelle: Zgoll
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Döhrener Bürger haben die „Initiative zur Beruhigung der Abelmannstraße“ gegründet. Dies ist eine Nachfolgeorganisation der Bürgerinitiative (BI) Döhren, die im Sommer gegen den städtischen Verkehrsversuch in der Wiehbergstraße protestiert hatte. Die BI verlangt ein Konzept, das weniger Straßenverkehr in dem Döhrener Quartier zur Folge hat. Ferner solle die Stadt endlich die Ergebnisse des mehrmonatigen Verkehrsversuchs öffentlich machen, fordert BI-Sprecherin Ariane Windhorst.

Ihren Forderungen will die Anwohnerinitiative auf der nächsten Sitzung des Bezirksrats Döhren-Wülfel Nachdruck verleihen. Die Initiatoren werben mit Flugblättern und auf einer eigenen Internetseite für eine Teilnahme der Bürger an der öffentlichen Sitzung am Donnerstag, 7. Oktober. Sie beginnt um 18 Uhr im Freizeitheim An der Wollebahn 1.

Auch die Stadtteilpolitiker selbst dringen auf eine baldige Veröffentlichung der Ergebnisse. Die CDU-Fraktion plant gemeinsam mit FDP und WfH einen Dringlichkeitsantrag, der kurzfristig eine Anwohnerversammlung vorsieht. Dort soll die Stadt über den Verkehrsversuch berichten, der die Wiehbergstraße von März bis Ende Juni dieses Jahres zur Einbahnstraße gemacht – und zahlreiche Proteste seitens der Anwohner auf sich gezogen hatte. Die Stadt bereite derzeit eine Drucksache vor, mit der zunächst der Bezirksrat über die Ergebnisse informiert werden solle, sagte Stadtsprecher Dennis Dix. Ob diese Drucksache, die Grundlage für ein neues Verkehrskonzept in Döhren sein soll, aber am 7. Oktober auf den Tisch kommt, war bis Redaktionsschluss noch unklar.

Der neuen Anwohnerinitiative ist die Informationspolitik der Verwaltung zu nebulös. „Wir haben Sorge, dass die Abelmannstraße zur Hauptverkehrsstraße wird“, sagt Sprecherin Windhorst. Schon während des Verkehrsversuchs seien viele Autofahrer über die Abelmannstraße ausgewichen. Der Versuch selbst war ein städtisches Projekt, um möglichst viel Verkehr aus der Wiehbergstraße herauszuhalten. Das Ziel traf durchaus den Wunsch etlicher Anwohner an dieser Straße, die einigen Durchgangsverkehr Richtung Wülfel zu verkraften hat.

Die Umsetzung einer Einbahnstraßenregelung und die teilweise chaotischen Umleitungsversuche sorgten indes für Kopfschütteln. „Wir wollen eine Verkehrsberuhigung. Aber wir wollen keine Sperrungen“, betont Windhorst. BI-Mitbegründerin Heidelore Stender befürwortet andere Maßnahmen: „Zum Beispiel eine Fahrbahnverengung, eine Verkehrsinsel oder weniger Schwerlastverkehr würden schon viel helfen.“

Stender und Windhorst hoffen, das sich auch Anwohner der Wiehbergstraße sowie der Nachbarstraßen bei der neuen Bürgerinitiative engagieren. Trotz ihres Namens wolle die BI nicht nur die Anlieger der Abelmannstraße vertreten, sagt Windhorst. Auf der anderen Seite gibt es bereits die „Interessengemeinschaft (IG) Wiehbergstraße und Nebenstraßen“, die seit Langem verkehrsberuhigende Maßnahmen für das Quartier fordert. „Es muss ein intelligentes Verkehrskonzept her, und da wollen wir uns einbringen“, erklärt Windhorst. Das Ziel: Die geplante Verkehrsberuhigung für die Wiehbergstraße soll nicht auf Kosten der Anwohner in der Abelmannstraße gehen.

Marcel Schwarzenberger