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Süd Parkzonen: Kinder werden von Autofahrern oft übersehen
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Parkzonen: Kinder werden von Autofahrern oft übersehen
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13:05 23.10.2009
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Ein paar weiße Linien machen Kindern, Eltern und dem Kollegium der Grundschule Kestnerstraße mächtig zu schaffen: Seit die Stadt neue Markierungen gezogen hat und damit das Parken auf der östlichen Seite der Ellernstraße nahe der Bultstraße bis fast zum Zebrastreifen erlaubt, ist der tägliche Schulweg vieler Kinder an dieser Stelle zum Brennpunkt geworden. Weder können die Grundschüler den von rechts kommenden Autoverkehr sehen, noch haben die Autofahrer aus dieser Richtung die Kinder am Straßenrand im Blick.

Etliche Fahrer scheinen den Zebrastreifen gar nicht zu registrieren. Die Ellernstraße verläuft an dieser Stelle in einer Rechtskurve unter einer Bahnunterführung hindurch, sodass die Steppkes fast bis zur Mitte des Zebrastreifens gehen müssen, um den Verkehr von rechts überhaupt überblicken zu können. „Autofahrer sind an dieser unübersichtlichen Stelle schlichtweg überfordert und sehen die Kinder nicht. Viele halten hinterher an und entschuldigen sich“, beschreibt die Elternratsvorsitzende Eva-Maria Bluhm das tägliche Geschehen, das bei den Eltern Sorgen um die Sicherheit ihrer Kinder schürt. Zum ernsten Problem sei diese Stelle geworden, seitdem die Stadt das Parken auf der östlichen Seite bis zwei Meter vor dem Zebrastreifen erlaubt hat.

Das soll nach Beschwerden der Eltern bei der Verwaltung zwar korrigiert werden, allerdings nur um einen Meter mehr, sodass dann drei Meter Abstand zu den parkenden Wagen bleiben. „Das ist schlicht zu wenig, denn wenn wie so häufig Lieferwagen parken, haben kein Kind und kein Autofahrer überhaupt die Chance, rechtzeitig etwas zu sehen“, klagt Elternvertreterin Bluhm. Auch das Kollegium der Schule hofft auf freie Sicht am Zebrastreifen, damit die Grundschüler wieder allein den Schulweg bewältigen können. „Die Kinder vier Jahre lang jeden Tag zur Schule zu bringen, ist nicht im Sinne einer Selbstständigkeitserziehung“, plädiert Schulleiterin Uschi Albrecht für das Abschaffen der Parkplätze vor dem Zebrastreifen.

Die Verwaltung hatte vor drei Jahren das Parken im Kurvenbereich aus gutem Grund erlaubt: „Das verengt die Fahrbahn und führt dann auch zu einer Geschwindigkeitsreduzierung des Verkehrs. Das war so beabsichtigt“, erklärt Stadtsprecher Dennis Dix. Noch in diesem Jahr aber will die Verwaltung nachbessern und die Sperrfläche, auf der nicht geparkt werden darf, deutlich markieren. Auch der Wartepunkt für Fußgänger am Zebrastreifen soll weiter in die Fahrbahn verschoben werden, damit Kinder und Erwachsene besser sehen können.

Problematisch ist das Umfeld aber schon von vornherein: An den aufgestellten Altglascontainern auf der westlichen Straßenseite neben dem Zebrastreifen halten morgens regelmäßig Autofahrer auf der Fahrbahn, um ihr Altglas zu entsorgen. „Nachfolgende Autofahrer kommen schon genervt aus der Unterführung heraus, überholen dann und rasen über den Zebrastreifen“, berichten die Mütter Anke Decker und Claudia Lehmann.Obendrein befindet sich hinter dem Zebrastreifen auf der östliche Seite ein privater Parkplatz mit sechs senkrechten Stellplätzen, sodass morgens Autos beim Ausparken direkt über Fußweg und Zebrastreifen fahren. Dann kommen für die wartenden Kinder die Autos nicht nur von rechts und links, sondern auch noch von hinten. Die Eltern wollen nun auch den Bezirksrat Südstadt-Bult über die Situation informieren und die Politiker um Hilfe bitten. Rund 240 Kinder besuchen die Grundschule Kestnerstraße. Das Einzugsgebiet erstreckt sich von der Tierärztlichen Hochschule und Südbahnhof über Warmbüchenviertel und Emmichplatz bis zum Zoo.

Von Daniela Beyer