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Süd Peter-Petersen-Schule sucht einen neuen Namen
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Peter-Petersen-Schule sucht einen neuen Namen
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11:31 11.11.2010
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Die frisch fusionierte Haupt- und Realschule (HRS) am Altenbekener Damm soll künftig „Bertha-von-Suttner-Schule“ heißen. Dem stimmte die Mehrheit des Bezirksrats Südstadt-Bult in der jüngsten Sitzung des Gremiums zu. Die Diskussionen um den Namen einer zweiten Südstädter Schule halten indessen an.

Die Peter-Petersen-Schule will sich von ihrem Namenspatron, dem der Sympathie zu den Nationalsozialisten verdächtigen Reformpädagogen Peter Petersen, distanzieren, und das will auch der Bezirksrat. Mit dem neuen Namen „Südstadtschule“ haben die Stadtteilpolitiker aber ebenfalls ein Problem. Die SPD zog die Verwaltungsvorlage, in der es um eine entsprechende Namensänderung geht, kurzerhand zur Beratung in die Fraktionen. Man müsse eine neue Namensfindung vorantreiben, sagte Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne.

Im vergangenen Jahr – damals beging die Peter-Petersen-Schule ihre 60-Jahr-Feier – erschien ein Buch über Erziehungswissenschaftler in der Nazi-Zeit. Dem Reformpädagogen Peter Petersen wurde darin eine große Nähe zu rassistischen Lehren und den Nationalsozialisten bescheinigt. Bundesweit gaben daraufhin mehrere Peter-Petersen-Schulen ihren Namen auf. Auch in Hannover kochte die Debatte um Petersen hoch.

Das Schulgesetz schreibt bei Namensänderungen vor, dass ein Vorschlag innerhalb der Schule und bei den Eltern Zustimmung finden muss. Im Mai entschied der Schulvorstand, der Einrichtung den Namen „Südstadtschule“ zu geben; außerdem soll sie den Zusatz „PPS: Persönlich. Partnerschaftlich. Sozial“ bekommen. Dieser Zusatz soll auf die pädagogischen Besonderheiten der Schule verweisen, die unter anderem in jahrgangsübergreifenden, sozialen Projekten begründet liegen.

Südstadtschule ist ein anmaßender Begriff“, schimpfte SPD-Fraktionschef Ewald Nagel. Schließlich gebe es viele Schulen im Stadtteil. Zudem trete schon die Bauherrengemeinschaft, die die ehemalige Sehbehindertenschule in der Schlägerstraße für Wohnzwecke umbaut, unter dem Begriff „Südstadtschule“ auf. FDP-Bezirksratsherr Thomas Siekermann bezeichnete den neuen Namen als „traurigen Vorschlag“. Viele Bezirksratsmitglieder störten sich zudem am Zusatz „PPS“.

„Das ist ja ein versteckter Hinweis auf die Peter-Petersen-Schule“, befand Nagel. Bezirksbürgermeister Pollähne sah noch erheblichen Beratungsbedarf mit den Schulgremien. Die Leitung der Schule an der Böhmerstraße wollte sich auf Anfrage dieser Zeitung noch nicht zur neuen Namensdebatte äußern, sondern zunächst die kommenden Entscheidungen abwarten. In der Bezirksratssitzung am Mittwoch, 17. November, kommt die Drucksache erneut auf den Tisch, dann muss das Gremium ein Votum abgeben. Die endgültige Entscheidung trifft dann der Rat der Stadt.

Die Verwaltungsvorlage zur Namensänderung bei der HRS Altenbekener Damm passierte den Bezirksrat problemlos. Mit großer Mehrheit stimmte das Gremium für eine Umbenennung in „Bertha-von-Suttner-Schule“. „Das ist ein zukunftsträchtiger Name“, befand Siekermann. Pollähne sieht in der Pazifistin und Friedensnobelpreisträgerin von Suttner eine gute Namenspatronin. „Zudem ist der gleichnamige Platz in der Nähe der Schule – perfekt“, meinte er. Im August dieses Jahres fusionierten die Heinrich-Heine-Schule und die Gustav-Stresemann-Realschule zur neuen HRS Altenbekener Damm.

Meinen auch Sie, dass der Name „Südstadtschule“ keine gute Idee ist? Und: Haben Sie einen besseren Vorschlag parat? Dann schreiben Sie uns – per Brief an den Stadt-Anzeiger, Stichwort „Schulname“, 30148 Hannover. Oder schicken Sie uns eine E-Mail an: stadt-anzeiger@madsack.de.

Marcel Schwarzenberger

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