Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Süd Politiker ringen um Geldvergabe für Verein aus der Südstadt
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Politiker ringen um Geldvergabe für Verein aus der Südstadt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:16 27.02.2010
Von Conrad von Meding
Anzeige

Wohin darf das Geld aus den eigenen Budgets der Bezirksräte fließen? Immer wieder entwickeln sich rund um diese Frage zermürbende Diskussionen, denn der Wunsch, Gutes zu tun, führt häufig zum Bruch mit den selbstgesetzten Fördergrundsätzen. Alljährlich dürfen die Stadtteilgremien aus ihren Etats Geld verteilen. Das Budget bemisst sich pro Einwohner – im bevölkerungsreichsten Bezirk Vahrenwald-List mit seinen etwa 60 000 Einwohnern ist es fast doppelt so groß wie in einem kleinen Bezirk wie Kirchrode-Bemerode-Wülferode mit rund 34 000 Einwohnern. Um das Geld aufgrund von nachvollziehbaren Kriterien auszugeben, sehen die Grundsätze der Bezirksräte unter anderem vor, Geld nur im eigenen Stadtbezirk zu verteilen, doch häufig kommen Begehrlichkeiten auch aus den Nachbarbezirken. Im Bezirksrat Mitte etwa haben die Fraktionen von SPD und Grünen in der jüngsten Sitzung beantragt, dem Rasensportverein (RSV) 1926 – ansässig in der Südstadt – einen Zuschuss zur Sanierung der Halle Am Südbahnhof in Höhe von 1000 Euro zu spendieren – doch diese Idee stieß auf einigen Widerstand.

Der RSV betreibt eine rege Jugendarbeit und bietet unter anderem Nachmittagsbetreuung für Schulkinder aus der nahen Grundschule Kestnerstraße an, die im benachbarten DRK-Hort oder im Hort der Friedenskirche – beheimatet im Stadtbezirk Mitte – keinen Platz gefunden haben. „Es gibt dort kein Freigelände“, begründete Elisabeth Clausen-Muradian (Grüne) das Fördergesuch des Vereins. Deshalb würden die Kinder in der Turnhalle des RSV spielen. Weil viele der Kinder aus dem Bezirk Mitte kämen, sei der Zuschuss angemessen.

Der Bezirksrat Südstadt-Bult fördert die Hallensanierung beim RSV auch selbst mit 2000 Euro. „Wenn wir erstmal anfangen, Einrichtungen aus Nachbarbezirken zu unterstützen, dann findet das kein Ende“, sagte FDP-Bezirksratsherr Wilfried Engelke. Und er legte nach: „Wir müssen mit dem Geld sparsam umgehen, es fehlt sonst den Menschen im Bezirk Mitte.“ Auch Petra Beimes (Linke) warb dafür, nicht gegen die eigenen Zuwendungsrichtlinien zu verstoßen. Wenn man sie nicht mehr für zeitgemäß erachte, müssten sie eben geändert werden. SPD-Politiker Michael Sandow hingegen fand es „eine Frage der Vernunft, ob man dem Antrag zustimmt“. Schließlich gebe es im Bezirk Mitte wenig Sportstätten und deshalb müssten die Bewohner auf Nachbarbezirke ausweichen.

Joachim Albrecht (CDU) gab sich kompromissbereit. „Die Debatte sei „so alt wie die Bezirksräte“, und „die Tatsache, dass wir Stadtbezirksgrenzen haben, sollte uns nicht völlig stur machen“. Weil tatsächlich etwa die Hälfte der Kinder an der Grundschule Kestnerstraße aus dem Bezirk Mitte komme, sei es „hilfreich, wenn die Antragssteller genauer sagen könnten, wie viele RSV-Mitglieder aus unserem Bezirk stammen“. Ein Beschluss über den 1000-Euro-Zuschuss ist jetzt bis zur Klärung dieser Frage zurückgestellt. Die Debatte um Verstöße gegen die selbstgesetzten Regeln dagegen wird bleiben.

Süd Seelhorster Wald - Hunde sollen an die Leine
Felix Harbart 27.02.2010