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Süd Projekt Kletterhalle verzögert sich
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Projekt Kletterhalle verzögert sich
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13:25 31.05.2012
Von Michael Zgoll
Eine ähnliche Kletterhalle wie im bayrischen Pfaffenhofen könnte bald in Döhren stehen. Quelle: Privat
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Döhren

Die Bemühungen von Alpenverein und Lokalpolitikern, in Hannover eine große Kletterhalle zu installieren, dauern an - auch wenn der bislang favorisierte Standort an der Döhrener Schützenallee aus dem Rennen zu sein scheint. Nun ist neben einem Areal an der Karl-Wiechert-Allee - nahe dem Kleefelder Bad - ein anderer Standort in Döhren im Gespräch: ein nicht mehr genutzter Parkplatz des Üstra-Depots an der Peiner Straße, vis-à-vis vom Niedersächsischen Finanzgericht. „Die Üstra benötigt das Gelände nicht mehr und wäre bereit, es abzugeben“, erklärt Udo Iwannek, Pressesprecher des Nahverkehrsunternehmens.

Noch vor wenigen Wochen hatten die meisten Fraktionen und Einzelvertreter im Bezirksrat Döhren-Wülfel mit Blick auf einen Kletterhallen-Standort auf der Bezirkssportanlage an der Schützenallee verhaltene Zustimmung geäußert oder zumindest eine wohlwollende Prüfung versprochen. Noch vor Kurzem waren von der hannoverschen Sektion des Alpenvereins ebenso wie von den an einer Kooperation interessierten Vereinen FC Schwalbe und Spielvereinigung Niedersachsen Döhren optimistische Töne angeschlagen worden, dass ein nicht mehr intaktes Freiluft-Handballfeld als tragender Grund für eine Kletteranlage trefflich geeignet sei. Auch Teile der Stadtverwaltung schienen diesem Standort etwas abgewinnen zu können. Doch nun rudern alle zurück. Der Alpenverein hat seit der jüngsten Jahreshauptversammlung einen neuen Vorsitzenden, der andere Prioritäten setzt, die Stadtteilpolitiker wollen für eine Halle an der Schützenallee keine Konflikte mit potenziellen Kritikern eingehen, und ein Verwaltungssprecher verweist lapidar darauf, dass das „Gelände im Überschwemmungsgebiet der Leine“ liege, der Bau einer Kletterhalle dort nicht zulässig sei und der Alpenverein diesen Standort nun nicht mehr weiterverfolge.

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„Ich finde es sehr schade, dass die Kletterhalle nicht auf der Bezirkssportanlage gebaut wird“, bekennt Bezirksbürgermeisterin Christine Ranke-Heck. Auch die Vereinschefs von „Schwalbe“ und „Niedersachsen Döhren“, Rudolf Hille und Herbert Ruppel, bedauern den Rückzieher der Alpinisten. Schließlich habe man sich von der Zusammenarbeit auch Kostensenkungen versprochen, doch in den Grundfesten erschüttere das Scheitern des Projekts die Döhrener Vereine nicht. Allerdings müssten einige geplante Investitionen - etwa die Sanierung der feuchtigkeitsgeschädigten Umkleideräume - nun weiter in die Zukunft verschoben werden. Der ehemalige Sektionschef der hannoverschen Alpinisten, Uwe Lampe, befürchtet, dass der Kletterhallen-Bau jetzt deutlich teurer wird und erst erheblich später realisiert werden kann: „An der Schützenallee hätte man das Projekt in einem Jahr hinbekommen, aber das kann man jetzt vergessen.“

Der neue Vorsitzende des hannoverschen Alpenvereins, Manfred Bütefisch, bedauert nach eigenem Bekunden ebenfalls, dass die Kletterhalle nicht auf die Bezirkssportanlage kommt. Er sagt aber auch, dass „wir uns in Hannover nicht mit dem erstbesten Standort zufriedengeben können“. Abgesehen davon habe derzeit der Bau einer neuen Schutzhütte in den österreichischen Alpen Priorität, immerhin hätten die vorbereitenden Arbeiten für das 2,5 Millionen Euro teure Gebäude in Mallnitz bereits begonnen. „Derzeit wird das Gießen des Fundaments vorbereitet“, berichtet Bütefisch, „und weil man auf 2600 Meter Höhe nur drei Monate im Jahr bauen kann, stehen wir hier unter Zeitdruck“. Die Sektion hoffe, das neue Hannover-Haus 2013 fertigstellen zu können, aber möglicherweise stehe die Hütte den Wanderern und Skifahrern auch erst 2014 zur Verfügung. Trotz dieses Bauvorhabens wolle man das Kletterhallen-Projekt in Hannover durchaus weiter verfolgen: „Wir gehen das aber erst ernsthaft an, wenn wir eine belastbare Zusage haben, wo wir hingehen können.“

Von einer Liste mit mehr als 20 möglichen Standorten für eine Kletteranlage, die Alpenverein und Stadtverwaltung aufgestellt hatten, sind nun zwei Plätze in der engeren Wahl. Auf einem Gelände an der Karl-Wiechert-Allee - zwischen S-Bahn-Station und Werner-Dicke-Schule - war früher ein Asylbewerberheim angesiedelt, jetzt kann man hier parken. Die SPD-Fraktion im Bezirksrat Buchholz-Kleefeld hat bereits deutlich gemacht, dass sie die Kletterhalle gerne an diesem Standort sehen würde. Allerdings soll es vonseiten der Stadt auch Überlegungen geben, das Grundstück für Wohnbebauung zu nutzen.

Über den neuen Standort in Döhren haben Stadt und Üstra dem Vernehmen nach bereits gesprochen. 6000 Quadratmeter groß sei das in Frage kommende Gelände an der Peiner Straße, erläutert Pressesprecher Iwannek. Früher gab es hier ein Lager für Oberleitungsmasten, inzwischen stehen auf einem abgezäunten und zugewucherten Parkplatzgelände nur noch ein alter Wohnwagen und ein Bauschutt-Container. Die Üstra sei bereit, das Grundstück abzugeben, doch über Details - ob beispielsweise eher ein Verkauf oder eine Verpachtung in Frage komme - habe man überhaupt noch nicht verhandelt. Und was sagt der Bezirksrat? Wenn es gelinge, an der Peiner Straße ausreichend Parkplätze für die Kletterhallen-Besucher zur Verfügung zu stellen, so erste Stellungsnahmen von Lokalpolitikern, könne man auch diesem Standort etwas abgewinnen.

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