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Süd Renaturierung vom Seelhorstgraben dauert länger
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Renaturierung vom Seelhorstgraben dauert länger
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13:41 17.10.2013
Foto: Ein Teil der Renaturierung des Seelhorstgrabens ist geschafft.
Ein Teil der Renaturierung des Seelhorstgrabens ist geschafft. Quelle: Schwarzenberger
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Waldheim/Seelhorst

Gut 75 Meter sind geschafft: Zwischen Ostern und Ende April haben Hannovers Stadtentwässerer das nördliche Ende des Seelhorstgrabens in Waldheim renaturiert. Ein paar Bäume werden demnächst noch gepflanzt. Aber dann ist erst einmal Schluss mit der Neugestaltung des Bachlaufs auf fast einem Kilometer Länge. „Es laufen noch Grundstücksverhandlungen“, sagt Norbert Voßler, Sachgebietsleiter bei der Stadtentwässerung. Insgesamt sieben Eigentümer entlang des Lenzbergwegs müssen noch einen Teil ihrer Flächen an die Stadt verkaufen, damit die Renaturierung wie geplant vorgenommen werden kann. Der alte Zeitplan, erst im Februar dieses Jahres vorgestellt, gilt nicht mehr.

Im Bezirksrat Döhren-Wülfel hatte Planungschef Bernhard Altevers noch von zwei Bauabschnitten gesprochen. Der jetzt begonnene reicht von der Eilenriede bis zum Bahndamm und sollte bis Ende dieses Jahres fertig sein. Der zweite Abschnitt verläuft bis zum Siegelweg und war der für 2014 vorgesehene Arbeitsbereich. Nun ist offen, wann es tatsächlich weitergeht im ersten Bauabschnitt. „Vielleicht noch im Herbst“, sagt Voßler. Seine Behörde rechnet eher damit, den ersten Teil im nächsten Jahr zu vollenden und den Rest 2015 anzupacken. Ob auch dieser Zeitplan eingehalten werden kann, bezweifelt zumindest der Pächter eines privaten Gartens im ersten Bauabschnitt. Die Gartenlaube reicht fast bis an den Seelhorstgraben heran. Und so werde es wohl trotz Kaufverhandlungen mit der Stadt noch gut vier Jahre bleiben, sagt der Mann. Erst dann soll das Häuschen abgerissen werden.

Der Bachlauf soll zum Hochwasserschutz verändert werden

Die Stadtentwässerung will den Hochwasserschutz verbessern und dafür den Bachlauf verändern. Die Ufer sollen breiten werden, das Gewässer soll nicht mehr geradlinig, sondern kurvenreich in seinem Bett fließen. Damit kann der Seelhorstgraben bei Starkregen künftig mehr Wasser aufnehmen. Dafür braucht die Stadt aber einen zehn Meter breiten Streifen. Gut die Hälfte davon muss von den angrenzenden Grundstücken abgezweigt werden. Die wenigsten davon gehören der Stadt, sondern privaten Besitzern, oder sie sind kirchliches Eigentum. „Wir setzen auf die Bereitwilligkeit der Anlieger“, sagt Voßler. Immerhin gilt es, starke Überschwemmungen wie zuletzt im Sommer 2002 zu verhindern. Dennoch zögen sich einige Kaufverhandlungen in die Länge. Manche Anrainer hätten Verkaufssummen im Blick, die jenseits der städtischen Vorstellungen lägen, sagt Voßler. Zahlen nennt die Stadt bei solchen Verhandlungen nicht öffentlich. Allein die Renaturierung selbst kostet rund 300.000 Euro.

Mit der neuen Einmündung des Seelhorstgrabens in den Landwehrgraben sei aber bereits ein wichtiges Stück geschafft, betont Voßler. Zuvor flossen beide Wasserläufe im rechten Winkel ineinander, was schnell zu Stausituationen führte. Nun mündet der Seelhorstgraben mit sanftem Schwung und einem viel breiteren Bett in den größeren Wasserlauf ein. Das soll schon spürbar den Hochwasserschutz verbessern.

Marcel Schwarzenberger