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Süd Rot-Grün will Mini-Förderschule in Wülfel
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Rot-Grün will Mini-Förderschule in Wülfel
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00:15 11.05.2013
Bei der Inklusion sollen behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam unterrichtet werden. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Die Heinrich-Wilhelm-Olbers-Schule (HWO) ist die einzige Schwerpunktschule im Stadtbezirk Döhren-Wülfel, wenn im Sommer die inklusive Beschulung startet. Das bedeutet, dass hier behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam unterrichtet werden. Der Stadt geht es in der Startphase der Inklusion - vorgesehen ist eine Übergangsfrist bis 2018 - zunächst um Architektur: Schwerpunktschulen sollen barrierearm gestaltet sein. Dem Bezirksrat Döhren-Wülfel reicht das jedoch nicht. SPD und Grüne verabschiedeten in der jüngsten Sitzung zwei Änderungsanträge, in denen es auch um die personelle Ausstattung der Schulen geht.

Rot-Grün stellt mehrere Forderungen: In Klassen, die Kinder mit Förderbedarf aufnehmen, sollen maximal 20 Schüler sitzen. Die Stadt soll auch die „notwendigen personellen Ressourcen“ bereitstellen, um Kinder nach ihrem Leistungsvermögen unterrichten zu können. „Die Stadt soll bei der Zusammenarbeit mit der Landesregierung darauf hinwirken“, sagte Grünenfraktionschefin Eva-Maria Hartmann. Klassengrößen und Personalfragen sind Sache des Landes.

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Unter städtische Hoheit fällt dagegen die Zusammenlegung von vier Lernförderschulen im Osten und Süden der Stadt. Wie berichtet, soll 2014 unter anderem die Christian-Andersen-Förderschule in Wülfel aufgegeben werden. Neue Erstklässler nehmen diese Förderschulen dann nicht mehr auf. Die verbleibenden Schüler sowie etliche Lehrer der Andersen-Schule sollen nach Kleefeld wechseln. Genau da setzen SPD und Grüne mit ihrem zweiten Änderungsantrag an: Die Verwaltung soll eine Aufstellung liefern, wie viele Kinder mit Handicap künftig an Regelschulen gehen und welchen Förderbedarf sie haben - aufgeschlüsselt nach zusätzlichen Lehrerstunden, die die Schulen dafür vom Land zugewiesen bekämen. Beide Fraktionen wollen zudem, dass die Förderpädagogen der Andersen-Schule eben nicht umziehen, sondern weiter im Stadtbezirk unterrichten. SPD- und Grüne wollen die Stadt sogar prüfen lassen, ob ein „Koordinierungsstützpunkt“ für Schüler mit Förderbedarf an der Wülfeler Außenstelle der Dietrich-Bonhoeffer-Realschule eingerichtet werden kann. Mit anderen Worten: Rot-Grün möchte eine Mini-Förderschule für Kinder aus dem Stadtbezirk in Wülfel erhalten.

Zusammen mit ihren Änderungswünschen winkte die rot-grüne Bezirksratsmehrheit schließlich die städtischen Drucksachen durch. Die anderen Fraktionen stimmten weder den Vorlagen noch den Änderungen zu. „20 Kinder je Klasse? Das wäre wünschenswert, aber die Olbers-Schule hat doch jetzt schon Platzprobleme“, kritisierte CDU-Fraktionschefin Gabriele Jakob. Wie berichtet, teilen sich die HWO und die Kardinal-Bertram-Schule (KBS) ein Gebäude und müssen zudem Klassen in vier Container auf dem Schulhof auslagern.

Der Stadt warf Jakob vor, die Raumfrage noch immer nicht beantwortet zu haben. Zwar stehe die Option im Raum, dass die KBS 2014 das Gebäude der Andersen-Schule übernimmt. Aber bis dahin bleibe sie eben noch in Döhren. „Die CDU befürwortet die Inklusion“, betonte Jakob. Aber die Pläne seien „mit der heißen Nadel gestrickt“. Die CDU mochte die Vorlagen weder befürworten noch ablehnen - sie nahm an den Abstimmungen einfach nicht teil und verließ dafür den Sitzungssaal.

Marcel Schwarzenberger

Felix Klabe 08.05.2013
11.05.2013