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Süd Sachverständiger prüft beschädigte Kastanie
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Sachverständiger prüft beschädigte Kastanie
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11:07 26.08.2010
Einige Wurzeln sind gekappt - doch die Delta Bau will den Baum unbedingt retten.
Einige Wurzeln sind gekappt - doch die Delta Bau will den Baum unbedingt retten. Quelle: Schmidt
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In der Nachbarschaft hat die Firma Delta Bau im Rahmen ihres Wohnbauprojekts „Freiraum Kirchrode“ 50 Eigentumswohnungen und 43 Stadthäuser gebaut; für die abschließenden Arbeiten hatte sie einen Subunternehmer beauftragt, den neuen Simeonkirchplatz zu pflastern. Dabei wurde auch im unmittelbaren Wurzelbereich der Kastanie Boden bis zu einem halben Meter Tiefe ausgehoben, um den Unterbau für das geplante Pflaster vorzubereiten. Die Baufirma kappte im Zuge dieser Arbeiten mit einem Bagger mehrere Hauptwurzeln. Nach Auskunft von Stadtsprecher Klaus Helmer prüft die Stadt nun, ob sie ein Bußgeldverfahren einleitet. Sven Klingelhöfer, Sprecher der Geschäftsleitung der Delta Bau, ist entsetzt: „Die Kastanie ist von Anfang an ein zentrales Element für den Simeonkirchplatz und muss unbedingt erhalten werden.“

Noch schlimmere Beschädigungen des Baumes wurden verhindert, weil ein Anwohner den städtischen Fachbereich Umwelt und Stadtgrün alarmierte, der die Baustelle im Bereich der Kastanie sofort stilllegte. Werner Kopp wohnt in einem der neuen Häuser an der Schwemannstraße und genießt den Blick auf den stattlichen Baum. Schon im Vorfeld der Erdarbeiten war er wiederholt eingeschritten und hatte darauf hingewirkt, dass im Wurzelbereich des Baums keine schweren Fahrzeuge standen oder Materialien gelagert wurden. Als der Bagger dann aber mehrere Hauptwurzeln abriss, wurde es Kopp zu bunt.

„Es ist doch absurd, dass hier ein nettes öffentliches Plätzchen entstehen soll und sich die Bauarbeiter so unsensibel gegenüber einem Gewächs verhalten, dass schon so lange da steht“, schimpft Kopp. Seinen Angaben nach hätten sich die Bauarbeiter auch nicht ganz an die Anordnung der Stilllegung der Baustelle gehalten und teilweise im offen liegenden Wurzelbereich wieder Materialien wie Sand und Kies aufgeschüttet. Die Arbeiten für den Platz, auf dem es Sitzmöglichkeiten und eine Pergola geben wird, gehen inzwischen weiter.

Die Delta Bau will alles Menschenmögliche in die Wege leiten, um die Kastanie zu retten. „Das zuständige Tiefbauunternehmen wird in Zusammenarbeit mit den beauftragten Landschaftsarchitekten und der Stadt ein Sanierungskonzept erstellen, das den unbedingten Erhalt der Kastanie zum Ziel hat“, sagt Klingelhöfer. Um zu prüfen, ob die Kastanie überleben kann, wird die Stadt einen Sachverständigen einschalten, der die Standfestigkeit des Baums prüft und entscheidet, welche Maßnahmen zum möglichen Erhalt notwendig sind.

Karin Vera Schmidt

26.08.2010
Mathias Klein 21.08.2010