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Süd Schlechte Luft im Unterrichtscontainer
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Schlechte Luft im Unterrichtscontainer
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07:00 12.07.2014
Die Container haben weder Wasseranschluss noch Toiletten
Die Container haben weder Wasseranschluss noch Toiletten. Quelle: Alexander Körner
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Kirchrode

Die Grundschule Wasserkampschule hat noch auf Jahre hinaus zu wenig Platz. Das Problem wird sich nach den Sommerferien sogar noch weiter verschärfen, wenn die einst vierzügig geplante Schule sechs erste Klassen aufnehmen wird. Schule und Stadtverwaltung haben indes unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie das Platzproblem gelöst werden soll. Weil beide sich nicht einigen können, schaltete sich jetzt der Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode ein.

Rektor Rolf Reuper und sein Kollegium können zwar etwas aufatmen, wenn im Sommer 2015 eine geplante neue Grundschule in Bemerode eröffnet wird. Die neue Einrichtung soll auch die hoffnungslos überfüllte Kirchröder Grundschule entlasten. Aber eines weiß Reuper auch: „Die neue Grundschule wächst langsam von der ersten Klassenstufe an.“ Erst nach und nach werde deshalb der Druck von seiner Schule weichen.

Dass die Zahl der Grundschüler im Stadtbezirk zunimmt, war bereits 2010 spürbar, als die Wasserkampschule gerade für 7,5 Millionen Euro modernisiert worden war. Schon damals galt die Grundschule mit 430 Kindern als überbelegt. Obwohl ein zur Schule gehörender maroder Pavillon am Kleinen Hillen aus Geldmangel nicht saniert worden war, zog der Freizeitbereich der Ganztagsschule dort 2011 ein. Dadurch entstand im Hauptgebäude zusätzlicher Platz für die Klassen.

Das Raumklima sei sehr schlecht

Aber auch damit reichte der Platz nicht aus. Deshalb stellte die Stadt der Schule im selben Jahr noch zwei Container auf den Schulhof. Dort findet jedoch lediglich Fachunterricht wie Musik und Kunst statt. Einen längeren Aufenthalt wollen die Lehrer den Schülern in den Containern nicht zumuten. Das Raumklima sei sehr schlecht, kritisiert der Rektor. „Es riecht auch unangenehm. Keine Lehrkraft will dort dauerhaft unterrichten.“

Die Stadt lässt derzeit auf Betreiben des Bezirksrats die Luft in den provisorischen Unterrichtsräumen analysieren. Je nach Ergebnis solle der Vermieter der Container Abhilfe schaffen, teilte die Verwaltung auf Anfrage der SPD in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats mit. Dass die Containerwände giftige Stoffe ausdünsten könnten, glaubt Reuper allerdings nicht. Einen Austausch der mobilen Einheiten werde es wohl nicht geben.

Das schlechte Raumklima ist nur ein Kritikpunkt, den Reuper an den Containern hat. Darüber hinaus hätten die Einheiten keinen Wasseranschluss und keine Toiletten. Zum Problem werde das, wenn die Kinder sich dort längere Zeit aufhalten, meint der Rektor.

Container würde dann als Gruppenraum genutzt

Genau das aber könnte ab dem kommenden Sommer der Fall sein. Weil die Schule im ersten Jahrgang noch einmal wächst, bekommt sie einen dritten Container. Der war zunächst als Klassenraum gedacht, wogegen sich aber die Schule stemmt. Sie will stattdessen ein 2010 als Gruppenraum hergerichtetes Zimmer wieder für den Unterricht nutzen. Dazu müsste aber zunächst einmal eine damals eingezogene Zwischenwand entfernt werden. Die könnte wieder eingebaut werden, sobald sich die Lage entspannt. Der Container würde dann als Gruppenraum genutzt.

Diese Variante lehnt die Stadt als unwirtschaftlich ab. Die Verwaltung könnte sich allerdings für die Idee erwärmen, dass die Grundschüler auch im Pavillon Fachunterricht erhalten und die zusätzliche Klasse dafür im Gegenzug im Schulgebäude einen eigenen Raum bekommt. Aber auch der Pavillon müsse dafür umgebaut werden, sagt Reuper.

Zudem würde dann passieren, was der Rektor unter allen Umständen vermeiden will: Einige außerschulische Angebote müssten dann in einen Container verlagert werden. „Ich finde, ohne eigenen Wasseranschluss funktioniert so etwas nicht“, sagt Reuper. Auch der Bezirksrat sieht das so und verlangte nun, dass die Stadt die von der Schule favorisierte Variante verwirklicht.

Marcel Schwarzenberger