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Süd Stadt sperrt neues Klettergerüst
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Stadt sperrt neues Klettergerüst
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14:17 29.10.2009
Mareike und Yannic können auf dem Spielplatz derzeit nicht auf dem Klettergerüst toben.
Mareike und Yannic können auf dem Spielplatz derzeit nicht auf dem Klettergerüst toben. Quelle: Sandra Schütte
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Die Jungen und Mädchen aus dem Neubaugebiet an der Ecke Peiner Straße und Hoher Weg mussten schon während der Sommerferien geduldig warten, bis sie endlich auf dem neuen Spielplatz an der Hedwig-Bollhagen-Straße toben durften. Weil der Rasen noch nicht belastbar war, blieb die Fläche gesperrt, und die Kinder konnten die Geräte nicht nutzen.

Vor einiger Zeit ging die Seilbahn kaputt und musste repariert werden; dann hat die Verwaltung vor Wochen auch noch das große Klettergerüst abgesperrt – aus Sicherheitsgründen. Die Prüfer der Stadt hätten bei der Abnahme festgestellt, dass sich die Jungen und Mädchen in den Seilen hätten verheddern und im schlimmsten Fall strangulieren könnten, erläutert Stadtsprecher Klaus Helmer:„Wir wollten kein Risiko eingehen; die Sicherheit der Kinder geht vor.“

Nicht nur die achtjährige Mareike und ihr elfjähriger Bruder Yannic hatten sich gewünscht, dass sie auf dem für 120.000 Euro angelegten neuen Spielplatz zumindest in den Herbstferien endlich auch alle Geräte nutzen können; insgesamt leben etwa 30 Kinder in der Seelhorster Siedlung, die sehnsüchtig auf die Freigabe des Klettergerüstes warten, sagt ihre Mutter.

Immerhin sei der Turm mit Seilen zum Klettern und Hangeln ja schon einmal freigegeben gewesen, nach etwa vier Wochen aber wieder eingezäunt worden. Die Stadt hatte das Gerät im Sommer aufstellen lassen. Zweifel an der Sicherheit bestanden zunächst nicht, denn der TÜV Süd hatte im Vorfeld die Betriebserlaubnis für die Kletterkombination erteilt.

Der Hersteller baute das Gerüst nach den Vorgaben der Betriebserlaubnis auf. Danach habe die Stadt noch einmal Prüfer zur endgültigen Abnahme geschickt, erläutert Helmer. Dabei hätten die Sicherheitsbeauftragten festgestellt, dass sich beim Spielen Seilschlingen – sogenannte Kopf-Fang-Stellen – bilden könnten und sicherheitshalber einen hohen Zaun um das Gerüst aufgestellt.

Die Verwaltung habe das Prüfinstitut mit dem Problem konfrontiert, aber „keine zufriedenstellende Antwort“ bekommen. Daraufhin habe die Stadt den Gemeinde-Unfallversicherungsverband um eine Stellungnahme gebeten. Vergangene Woche waren die Prüfer nun in Seelhorst und haben das Gerät unter die Lupe genommen. „Unsere Auffassung wurde bestätigt“, sagt Helmer.

Der Hersteller, eine Firma aus Süddeutschland, muss jetzt nachbessern und die gefährlichen Schlingen entschärfen. Voraussichtlich in der kommenden Woche kann das Klettergerüst dann endlich ohne Risiko von den Kindern gestürmt werden, kündigt Helmer an. Mareike und Yannic können derzeit nur die Seilbahn nutzen, der Kletterturm ist gesperrt.

von Sandra Schütte