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Süd Stadt und Anwohner hoffen auf Supermarkt
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Stadt und Anwohner hoffen auf Supermarkt
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12:20 22.07.2010
Das Angebot wird immer kleiner - auch die Apotheke hat inzwischen ihre Pforten geschlossen.
Das Angebot wird immer kleiner - auch die Apotheke hat inzwischen ihre Pforten geschlossen. Quelle: Zgoll
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Viel ist es nicht, was das Geschäftszentrum Ottweilerstraße bietet, und um das Wenige fürchten die Kirchröder nun auch noch. Seit die Immobilie vor rund drei Monaten verkauft wurde, bangen die Anwohner darum, dass nach einem Abriss keine neuen Einkaufsmöglichkeiten zur Verfügung stehen werden. Das Thema wird seither in jeder Bezirksratssitzung angesprochen, doch auf genaue Auskünfte mussten die Anwesenden auch in der vergangenen Sitzung wieder verzichten. Das Geschäftszentrum macht derweil nicht gerade einen einladenden Eindruck. Die Geschäftsräume der Park-Apotheke, die vor einem halben Jahr an die Tiergartenstraße verzogen war, steht immer noch leer, der Bäcker hat nur noch vormittags auf. Geblieben sind ein Secondhand-Laden für Bekleidung und ein Paket- und Auktionsshop sowie ein kleiner Niedrigpreis-Markt.

Stadtplaner Matthias Fabich ist aber zuversichtlich, dass noch innerhalb dieses Jahres Klarheit über die Neubebauung des Grundstücks herrschen wird. „Die Stadt hat ein hohes Interesse, den Einzelhandelsstandort zu sichern“, erklärte Fabich dem Stadt-Anzeiger auf Anfrage. Es gebe großen Handlungsbedarf. Die Anwohner aus dem umliegenden Wohngebiet und dem Seniorenheim, die Mitarbeiter von Vinzenz-Krankenhaus und Kindergarten müssten bis ins Kirchröder Zentrum zum Einkaufen fahren, wenn es an der Ottweilerstraße keine Geschäfte mehr gäbe.

Während der jüngsten Bezirksratssitzung nutzte der Kirchröder Fritz Stein die Bürgerfragestunde, um noch einmal ausführlich die Notwendigkeit von Geschäften an dieser Stelle zu unterstreichen. Auch Bezirksbürgermeister Manfred Benkler drängt darauf, dass an der Ottweilerstraße wieder ein Versorgungszentrum entsteht. „Ich schätze, im Umkreis wohnen mindestens 2000 Menschen“, sagt er, „die müssten sonst alle ins Kirchröder Zentrum, und da gibt es ohnehin nicht genügend Parkplätze.“ Außerdem habe ja nicht jeder ein Auto, und für ältere Menschen mit Rollatoren sei der Weg zu lang.

Die Stadtplaner Hans-Heiner Schlesier und Matthias Fabich warten im Prinzip täglich darauf, dass mit der Post ein Antrag auf die Durchführung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplan kommt, in dem der Eigentümer die konkrete Planung für die Bebauung vorstellt. Die Verwaltung würde ihm dann entgegenkommen und direkt anschließende städtische Grundstücke für ein Geschäftszentrum anbieten – eine sogenannte Arrondierung. Das derzeitige Grundstück ist mit 1132 Quadratmetern zu klein für einen modernen Supermarkt mit entsprechenden Parkplätzen und einem Bereich für die Belieferung.

„Unser Ziel ist ein Vollsortimentmarkt“, erläutert Fabich. In jedem Fall darf an dieser Stelle aber höchstens ein Vollgeschoss errichtet werden, so sieht es der Bebauungsplan vor. Das bedeutet, dass über einem Erdgeschoss noch zwei Drittel des Dachgeschosses genutzt werden dürfen.

Karin Vera Schmidt