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Süd Stadtteil erhält neues Kulturzentrum
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Stadtteil erhält neues Kulturzentrum
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13:38 01.07.2010
Die ehemalige Bücherei Mittelfeld wird spätestens ab Herbst wieder genutzt.
Die ehemalige Bücherei Mittelfeld wird spätestens ab Herbst wieder genutzt. Quelle: Schwarzenberger
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Der Verein bekommt einen städtischen Zuschuss von bis zu 9400 Euro, um noch in diesem Jahr erste Veranstaltungen in den lange verwaisten Räumen zu organisieren. Diesem Nutzungskonzept stimmte der Bezirksrat Döhren-Wülfel in seiner jüngsten Sitzung einmütig zu.

An einer neuen Nutzung der Ex-Bibliothek, die seit der Büchereischließung im Jahre 2007 leer steht, gibt es nun nichts mehr zu rütteln; der Bezirksrat hatte hier die Entscheidungshoheit. Der Nachbarschaftstreff bezieht den Mittelteil der städtischen Begegnungsstätte, in der seit langem auch ein Jugendtreff und der kommunale Seniorenservice beheimatet sind. „Wir werden demnächst den Vertrag mit der Stadt unterzeichnen“, freute sich geMit-Vorsitzender und SPD-Bezirksratsherr Sascha Glade. Nun, da das Grobkonzept verabschiedet sei, gehe es um Details wie Nutzungsbeginn und Veranstaltungstermine. Bis zum September will Glades Verein mit seinen künftigen Kooperationspartnern daran arbeiten.

Zusammen mit dem Trägerverein geMit sind es fünf Stadtteilinstitutionen, die den „Nachbarschaftstreff Mittelfeld“ nutzen werden. Der Gewerbeverein will ein Büro eröffnen, Existenzgründer beraten und Lehrstellen- sowie Praktikantenbörsen veranstalten. Schon seit einigen Jahren hat die Kulturinitiative Döhren-Wülfel-Mittelfeld ein Büro im Gebäude. Sie will ihre Angebote ausweiten – unter anderem mit Leseecke, Bildungsseminaren, Flohmärkten oder Konzerten.

Auch der an der Karlsruher Straße angesiedelte Verein „Schönes Mittelfeld“ (SchMitt) nutzt die Begegnungsstätte an der Straße Am Mittelfelde als zweiten Standort, unter anderem für interkulturelle Feste und eine Teestube für Senioren. Interesse hat auch der Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt (AWO) angemeldet, der im Nachbarschaftstreff Beratungen für Schuldner und Familien anbieten will. Fünftes Mitglied im Nutzerkreis ist der Verein ARMA, der sich für einen Austausch zwischen Afrikanern und Deutschen einsetzt. Sein vorläufiges Konzept sieht die Organisation von Politikkursen und ein Kulturcafé vor. Ein Nutzerbeirat soll sicherstellen, dass alle Vereine gleichberechtigt in dem Nachbarschaftstreff agieren können.

Mit dem nun verabschiedeten Konzept geht eine jahrelange Debatte um die Nutzung der Stadtteilbibliothek zu Ende. Wie berichtet, scheiterte im vorigen Jahr eine von der Stadt geplante Zwischennutzung als Kulturstätte. Wenn die Stadt die Nutzungshoheit über die Räume übernommen hätte, wäre eine Millionensumme für die Sanierung des Gebäudes notwendig gewesen. Durch die Übergabe an den Verein geMit als freien Träger gelten weniger strikte Richtlinien, so dass der gegenwärtige Zustand der Räumlichkeiten im Großen und Ganzen bleiben kann.

„Es wird im Sommer nur ein paar kleinere Reparaturen und Sanierungsarbeiten geben“, sagte Stadtbezirksmanager Wolfgang Prauser, der sich für diese sogenannte kleine Lösung eingesetzt hatte. Die genaue Summe, die investiert werden müsse, stehe noch nicht fest. Mit vergleichsweise geringem Aufwand soll auf diese Weise die Neubelebung der Bücherei zumindest für einige Zeit gesichert werden. Erst in drei oder vier Jahren, so Schätzungen der Stadtverwaltung, müsse man über eine Grundsanierung des Gebäudes nachdenken.

Marcel Schwarzenberger