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Süd Sterne signalisieren Solidarität
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Sterne signalisieren Solidarität
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18:56 03.12.2009
Der erste Teil der Fiedelerstraße in Döhren erstrahlt in weihnachtlichem Glanz – doch im hinteren Teil und am Fiedelerplatz bleibt es in diesem Jahr dunkel.
Der erste Teil der Fiedelerstraße in Döhren erstrahlt in weihnachtlichem Glanz – doch im hinteren Teil und am Fiedelerplatz bleibt es in diesem Jahr dunkel. Quelle: Krings
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Der Schriftzug „Unsere Fiedeler Straße“ und sieben große Weihnachtssterne erleuchten seit dem vergangenen Wochenende den ersten Teil der Fiedeler Straße und tauchen die breite Geschäftsstraße von der Einmündung in die Hildesheimer Straße bis zum Fiedelerplatz bereits zum dritten Mal in Folge in vorweihnachtlichen Glanz. Alle dort ansässigen Geschäftsleute beteiligen sich an den Kosten für Strom und Installation und wollen mit der festlichen Beleuchtung deutlich machen, dass sie trotz der monatelangen Bauarbeiten direkt vor ihren Eingangstüren und den damit einhergehenden Behinderungen für die Kunden sehr optimistisch in die Zukunft blicken.

„Wir sind guter Stimmung und diese Stimmung wollen wir auch halten“, betont Ursula Rössel, Inhaberin eines Bekleidungsgeschäfts an der Fiedelerstraße und Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Fiedelerstraße. Die Initiative setzt sich engagiert für die Belebung der gepflasterten Verbindungsstraße ein, seit die Stadtbahnhaltestelle Fiedelerstraße vor rund vier Jahren in Richtung Bernwardstraße verlegt wurde und damit die Laufkundschaft ausblieb. Im Rahmen dieser Bestrebungen wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt die Sanierung und Umgestaltung der Straße beschlossen, der erste Teil der Arbeiten wurde im vergangenen Sommer umgesetzt. „Da hat es schon mächtig gestaubt“, erzählt Rössel. Rund 40 Prozent Umsatzeinbußen habe sie dadurch gehabt und trotzdem den Mut nicht sinken lassen. Schließlich sei eine Umgestaltung mit Bauarbeiten verbunden und die machten nun einmal Lärm und Dreck.

Ärger gab es vor einigen Monaten, weil die Stadt die Bauarbeiten nicht wie angekündigt zum November dieses Jahres abgeschlossen hat. Seit Juli ruhen die Arbeiten, erst im Januar geht es weiter. Die Stadt hatte die Ausschreibung, die eigentlich im Januar 2009 erfolgen sollte, nicht rechtzeitig auf den Weg gebracht. Als Gründe für die Verzögerung nannte die Verwaltung unter anderem die andauernden Leitungsarbeiten und den Personalmangel im Fachbereich Tiefbau. Viele Döhrener Händler fürchteten seinerzeit um ihre Existenz. Keiner der Läden habe letztendlich wegen den Bautätigkeiten schließen müssen, und deswegen sehe man den weiteren Arbeiten im kommenden Frühjahr gelassen entgegen, betont Rössel. „Zwischen den Geschäftsleuten in diesem Teil der Straße besteht eine starke Verbundenheit, wir ziehen alle an einem Strang.“ Jeder werde später von einem schönen Straßenzug profitieren, da ist sie sicher.

Doch nicht überall im Stadtviertel besteht so große Solidarität wie in diesem Straßenabschnitt. Eigentlich nämlich sollte nicht nur der erste Teil der Fiedelerstraße weihnachtlich strahlen und so Lust auf den Einkauf machen, sondern wie in den Vorjahren auch der Fiedelerplatz und der hintere Teil der Straße mit weiteren 27 vorhandenen Sternen stimmungsvoll erhellt werden. Hier aber möchte sich ein Großteil der Geschäftsleute nicht mehr an den laufenden Kosten beteiligen, die voraussichtlich für die Anrainer des Platzes insgesamt etwas mehr als 700 Euro für 14 Sterne, etwa 60 Euro pro Stern und Händler, betragen würden. Teilweise stehen sogar noch Rechnungen aus dem Vorjahr offen.

„Das ist sehr, sehr schade“, sagt Tanja Eikemeier, Geschäftsführerin eines Partyservices am Fiedelerplatz, die sich gemeinsam mit ihrer Schwester rund um den Platz um die Organisation der Gemeinschaftsaktion kümmert. Hartnäckig hätten sie versucht, eine Finanzierung für dieses Jahr auf die Beine zu stellen – ohne Erfolg. Nur die Hälfte aller Geschäftsleute wollte mitmachen und deswegen bliebe es am Fiedelerplatz jetzt dunkel. Michael Kellner, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Döhrener Geschäftsleute (IDG), führt die mangelnde Bereitschaft der Betriebe auf die städtischen Straßenbauarbeiten, den Ärger eines Großteils der Unternehmer am Platz darüber und die fehlende Einsicht der Stadt zurück. Schließlich habe die Verwaltung signalisiert, einen Ausgleich für die durch die Bauarbeiten entstehenden Einbußen zu leisten. Geschehen sei aber gar nichts, moniert Kellner. Die IDG möchte nun am kommenden Wochenende einen Weihnachtsbaum auf dem Stadtteilplatz aufstellen, um adventliches Flair zu erzeugen. Die Stadt habe immerhin angekündigt, auf die anfallenden Standgebühren für den Baum zu verzichten, sagt der Vorsitzende der Interessengemeinschaft.

von Sigrid Krings

27.11.2009
Sandra Schütte 27.11.2009