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Süd Schüler lernen beim Seilspringen viel über das Herz
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Schüler lernen beim Seilspringen viel über das Herz
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14:00 25.06.2018
Gar nicht so einfach: Das Seilspringen will geübt werden. Die Kinder der Grundschule Tiefenriede sind begeistert bei der Sache.
Gar nicht so einfach: Das Seilspringen will geübt werden. Die Kinder der Grundschule Tiefenriede sind begeistert bei der Sache. Quelle: Andreas Haude
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Was leistet mein Herz? Wie oft schlägt es pro Minute, wenn ich sitze? Und wie oft, wenn ich mich bewege? Das sind Fragen, mit denen sich Kinder normalerweise nicht befassen. Und doch sind sie auch für sie wichtig. Denn wenn das Herz eines Erwachsenen erkrankt, kann dies schon im Kindesalter begünstigt worden sein: unter anderem durch Bewegungsmangel. „Wer aber früh Freude an Bewegung entwickelt, hat gute Chancen, lange Sport zu treiben und daran Spaß zu haben – und so länger gesund zu bleiben“, sagt Fynn Meyer, Trainer der Deutschen Herzstiftung.

Genau dies vermittelt der Workshop „Skipping Hearts“, den Schüler der Grundschule Tiefenriede bei ihm und seinem Kollegen Ronny Steinbrück absolviert haben. Die Schule an der Tiefenriede ist eine von knapp 400 Grundschulen in Niedersachsen, die pro Jahr an dem Herzstiftungsprojekt teilnehmen.

Kinder und Eltern werden gefordert

In knapp drei Stunden springen die Kinder dabei nicht einfach nur viel mit einem speziellen Seil, sondern lernen sowohl einzeln, zu zweit oder in kleinen Gruppen diverse Tricks. Zum Abschluss präsentierten die Drittklässler das Erlernte Eltern und Mitschülern – die die Tricks anschließend selbst ausprobieren durften.

Dem neunjährigen Anton gefiel der Jogging Step, eine Art Laufen mit Seil auf der Stelle, am besten. Seine Mitschülerin Ahsan (10) fand den Criss Cross klasse, bei dem die Arme bei jedem zweiten Sprung vor dem Körper gekreuzt werden. Und Margarete (8) hat nicht nur den Side Swing gelernt, bei dem sie jeweils einmal wie gewohnt springt und danach das Seil im Wechsel einmal rechts und einmal links am Körper vorbeischwingt. Sie hat auch ihren persönlichen Rekord gesteigert: „Von 136 auf 234 normale Sprünge ohne Fehler.“

Dass dabei das Herz in Schwung kommt und gestärkt wird, vermitteln Ronny Steinbrück und Fynn Meyer ganz nebenbei. So sollen die Kinder anfangs für zehn Sekunden ihren Puls messen. Ergebnis: etwa zehn bis zwölf Schläge. Nach einzelnen Übungen sind es 20 bis 25. Zur Veranschaulichung sagt Steinbrück augenzwinkernd: „Macht mal 18 000 Kniebeugen in zwei Stunden.“ Etwa diese Leistung müsse das Herz erbringen.

Für jeden was dabei

Die Leiterin der Schule und Sportlehrerin Michaela Pegenhorst findet den Ansatz, den Kindern die Herz-Kreislauf-Funktion auf diese Weise zu verdeutlichen, sehr gut. Kraft, Ausdauer sowie Koordination, Beweglichkeit und Rhythmusgefühl würden gefördert. „Und in kurzer Zeit stellen sich Erfolgserlebnisse ein.“

Trainer Steinbrück betont darüber hinaus den sozialintegrativen Aspekt aufgrund der Gruppenarbeit. „Und leistungsschwache Kinder müssen auch nicht zwingend springen, sondern geben Hilfestellung oder schwingen Seile für andere.“ Viele Kinder seien motiviert, weiterzumachen, sagt Pegenhorst erfreut. „Sie wollen nach dem Workshop die speziellen Seile haben.“

Von Andreas Haude

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