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Süd Im Kinderhaus Tarantella führen Schüler ihr eigenes Stück auf
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Im Kinderhaus Tarantella führen Schüler ihr eigenes Stück auf
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13:00 16.12.2018
Die Theatergruppe des Kinderhaus Tarantella Quelle: Lisa Neugebauer
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Südstadt

Die Schulkinder im Kinderhaus Tarantella haben keine Lust auf Standard-Weihnachtsmärchen. Sie haben eine ganz eigene Strategie, durch die jedes Jahr neue Stücke entstehen: Die Kinder des Hortes versammeln sich und werfen nach Lust und Laune Ideen in den Raum, die dann von Erzieher Lars Imhoff in ein Drehbuch gepackt werden. Im Dezember proben die Schüler das Stück und präsentieren es Eltern und Verwandten.

Anfang Dezember sind die Proben in vollem Gange. Zwar können Weihnachtsmann und Wichtel den Text noch nicht vollständig, und die Rentiere verpassen noch ihren Einsatz, aber alle Kinder sind motiviert dabei. Das Stück ist schließlich auch etwas besonderes und muss in wenigen Wochen sitzen.

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Die HAZ durfte einen ersten Blick auf das diesjährige Weihnachtsstück im Kinderhaus Tarantella werfen, das vorrangig für die Eltern der Kinder ausgeführt wird.

Bereits vor zehn Jahren hatte Imhoff die Idee zu der ungewöhnlichen Themensuche. „Ich wollte, dass die Kinder sich einbringen können und so kreativ werden“, sagt er. Natürlich seien in der ersten Phase auch viele Ideen dabei, die er beim Schreiben nicht gebrauchen könne: Zum Beispiel wenn der Weihnachtsmann alle Rentiere erschießt oder als Schneeball einen Abhang runterrollt. „Man merkt bei diesen Ideen, dass die Kinder von Action- oder Trickfilmen inspiriert sind“, sagt Imhoff.

Das diesjährige Stück ist schon vor drei Jahren entstanden. „Es kam beim letzten Mal so gut an“, begründet der Erzieher die Entscheidung, es noch einmal aufzuführen. Es geht um Emanzipation: Die Weihnachtsfrau hat die Nase voll von Kochen und Putzen und will, genau wie ihr Mann, Geschenke verteilen. Weil in diesem Jahr so viele Kinder mitspielen wollten, mussten noch einige Szenen ergänzt werden, jetzt hat sogar die Frau vom Osterhasen einen Auftritt.

Das Stück hält auch einige Überraschungen für erwachsene Zuschauer bereit. Imhoff baut beim Schreiben einige politische Witze ein, die die Kinder noch nicht verstehen, sich aber über die Lacher der Eltern freuen. Diese Passagen mit aufzunehmen, kann sich der Erzieher nicht verkneifen. „Das Schreiben macht mir immer mit am meisten Spaß“, sagt er.

Auch die Proben seien oft lustig, erzählt Imhoff. Auch an diesem Nachmittag wird viel gelacht. Da rutscht der Bauch vom Weihnachtsmann herunter, und der Osterhase fällt fast von seiner improvisierten Kutsche. Die Kinder amüsieren sich und verbeugen sich am Ende vor dem fast leeren Raum. Auch das will geprobt sein.

In jedem Jahr sei es eine Herausforderung, die Balance zwischen dem täglichen Üben und freiem Spielen zu finden. „Wir sehen aber, dass die Kinder viel Spaß daran haben“, sagt er. Und das, obwohl sie „natürlich auch Text lernen müssen.“ Was am Anfang der Proben noch nicht klappt, gelinge bei der Aufführung dann oft perfekt. Außer im letzten Jahr. „Da hat der Weihnachtsmann die Nerven verloren und ich musste einspringen“, erzählt Imhoff lachend.

Das ist das Kinderhaus Tarantella

Das Kinderhaus Tarantella ist eine gemeinnützige Betreuungseinrichtung für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter. Der Verein wurde 1985 aus Mangel an Betreuungsplätzen in der Südstadt gegründet und ist eine Elterninitiative.

Ziel und Zweck sind die Unterstützung, Förderung und Betreuung von Klein-, Vorschul- und Schulkindern aus dem Stadtteil und der Umgebung. Noch bis heute sind die Eltern Träger der Institution und Arbeitgeber des Teams. Das Kinderhaus finanziert sich neben den Gebühren der Eltern durch Zuschüsse der Stadt Hannover. Die Einrichtung ist gegliedert in eine Kinderladen- und eine Schülerladengruppe.

Von Lisa Neugebauer

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