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13:57 10.10.2013
Von Margret Jans-Lottmann
Sven Sobiak in seiner privaten Wetterstation in Bemerode. Quelle: Thomas

Herr Sobiak, was machen Sie da?

Ich schaue auf dem Niederschlagsradar im Internet nach, ob es heute noch regnet. Danach entscheide ich, ob ich gleich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahre oder lieber den Bus nehme.

Sie zeichnen aber auch das aktuelle Wettergeschehen über Bemerode auf.

Ich betreibe zu Hause eine private Wetterstation, die ihre Messdaten unter anderem in das Automatische Wetterkartensystem Awekas einspeist. Dort ist es dann auf einer Seite für Bemerode zu finden.

Wie funktioniert ihre Wetterstation denn?

Eigentlich ganz automatisch. Die Messgeräte zeichnen Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftbewegung und Luftdruck, Windgeschwindigkeit, Windrichtung, Windböen, Niederschlag sowie Schneehöhe auf und senden die Daten stündlich per Funk an ein Programm auf meinem Computer. Ich selbst muss nur hin und wieder den Regenmesser reinigen. Vorübergehend steht meine Station allerdings auf dem Balkon. Bis zum Sommer hatte ich noch eine Wettermesshütte im Garten. Die hat allerdings der Hagel beim Unwetter am 27. Juli komplett zerlegt.

Was fasziniert Sie so am Wetter?

Ich war schon als Kind neugierig auf das Wetter. Heute faszinieren mich vor allem Gewitter, Sturm und Hagel. Wenn eine Gewitterfront im Anmarsch ist und nachts bei uns ankommt, stelle ich mir sogar den Wecker, um das Schauspiel am Himmel beobachten und im Videomodus mit der Kamera festhalten zu können. Wenn es blitzt, erkennt man die große Energie, die dabei freigesetzt wird. Sonnenschein und beständiges Wetter dagegen sind für mich langweilig. Leider teilen sich viele Gewitter vor Hannover. Sie ziehen rechts und links an der Stadt vorbei, während es in Celle knallt und die Keller volllaufen.

Viele Menschen schauen sich gern ein solches Schauspiel am Himmel an, aber sie betreiben deshalb nicht gleich eine Wetterstation. Warum machen Sie das?

Ich habe irgendwann angefangen, meine Wetterbeobachtungen und Wetterbilder zu archivieren. Dann bin ich auf die Wetterportale aufmerksam geworden und habe meine Erfahrungen in Foren mit anderen ausgetauscht. Der Schritt zur eigenen Wetterstation war dann nicht mehr groß. Aber eigentlich war das schon immer ein Traum von mir.

Sie betreiben Ihre Wetterstation seit rund acht Jahren. Seither haben Sie dort einige beeindruckende Rekordwerte gemessen.

Ja. Die bisherige Tiefsttemperatur habe ich im Februar 2012 gemessen, sie lag bei -19,5°C. Die höchste Temperatur war am 10. Juli 2010 mit 39,6°C. Die stärkste Windböe, die am 18. Januar 2007 mit dem Orkan Kyrill über uns hinweggefegt ist, hatte eine Geschwindigkeit von 125 Stundenkilometern.

Können Sie mir denn schon sagen, wie das Wetter morgen wird?

Wettervorhersagen mache ich nur für Freunde und Bekannte, wenn diese draußen etwas vorhaben und mich fragen. Wettervorhersagen für Wetterportale schreibe ich jedoch nicht. Einmal habe ich allerdings auf der Internetseite „myheimat“ einen Trend für Weiße Weihnachten in Bemerode vorausgesagt und damit sogar ganz gut gelegen. Nun überlege ich, ob ich es in diesem Jahr nicht wieder tue. Ansonsten zeichne ich das Wetter nur auf.

Wie genau sind Ihre Aufzeichnungen?

Ziemlich genau. Abweichungen zu anderen Stationen gibt es aber, wenn diese sich beispielsweise in einer anderen Höhe über Normalnull befinden oder die Bewölkung dort anders ist. Dann können beispielsweise die Temperaturunterschiede schon mal bis zu zwei Grad betragen.

Wozu können Ihre Wetterdaten denn verwendet werden, wenn Sie keine Voraussagen machen?

Ich erhalte unter anderem Anfragen von Versicherungen. Die fragen dann im Zusammenhang mit Schadensfällen nach der Windstärke an bestimmten Tagen. Würden sie Auskünfte beim Deutschen Wetterdienst einholen, müssten sie dafür Geld bezahlen. Außerdem gebe ich aktuelle Warnungen heraus, etwa wenn hier in Bemerode ein Unwetter aufzieht, das sich bald darauf auch andernorts bemerkbar machen wird.

Können Sie mit ihren Wetterbeobachtungen eigentlich Geld verdienen?

Nein. Wenn ich meine Wetterdaten, wie weltweit viele andere private und öffentliche Wetterstationen auch, bei Awekas einspeise, bekomme ich dafür kein Geld. Awekas ist eines der größten privaten Wettermessnetze. Es finanziert sich aus Spenden. Ich plane aber gemeinsam mit einem Freund, eine eigene Wetterseite im Internet aufzubauen. Vielleicht kann ich dort Werbung platzieren und so ein wenig Geld verdienen.

Interview: Margret Jans-Lottmann

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