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Süd Turbine soll Wasserrauschen am Leinewehr mindern
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Turbine soll Wasserrauschen am Leinewehr mindern
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11:49 26.01.2012
Die vor sieben Jahren eröffnete Staustufe am Döhrener Leinewehr könnte bald wieder Geschichte sein. Quelle: Zgoll
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Döhren

Die Fachexpertise hat ein eindeutiges Ergebnis erbracht: Wenn am Leinewehr in Döhren eine Wasserkraftanlage eingebaut wird, soll es für die Anlieger eher ruhiger als lauter werden. Doch viele Teilnehmer des Nachbarschaftsdialogs vom vergangenen Montag äußerten Zweifel, ob es wirklich so kommt. Unter anderem monierten sie, dass der mögliche Lärm des Rechens, der die Turbinenzuläufe von Schwemmgut befreit, noch nicht einberechnet ist. Und Schwemmgut gibt es viel: Ingenieur Wolfgang Scheffler von der örtlichen Initiative gegen das Kraftwerksprojekt zeigte Bilder, wie viele Baumstämme, Äste und andere Utensilien in diesen regenreichen Tagen am Leinewehr hängen bleiben. Der Lärmgutachter vom Ingenieurbüro AiR rechtfertigte das Fehlen von Nebengeräuschen in seiner Berechnung damit, dass der exakte Typ des Rechens ja noch nicht feststehe. Zuvor hatte er in aufwendigen Computer-Visualisierungen gezeigt, wie die derzeitige Schallausbreitung verläuft und was sich rechnerisch ändert, wenn die Turbinenanlage eingebaut wird.

Die geänderte Planung des Investors Fritz Eberlein sieht vor, auf der Nordseite des großen Wehrs eine Turbinenanlage einzubauen. Weil die Turbinen unterirdisch liegen und das Wasser – statt lautstark über das Wehr zu fallen – künftig nahezu geräuschlos durch sie hindurchfließt, soll sich der Schallpegel verringern. Der gesamte südliche Teil der Staustufe soll von der derzeit starren Konstruktion zu einer flexiblen Bauweise, einem sogenannten Klappenwehr, umgerüstet werden. Damit kann dann auch der Wasserstand im Oberlauf der Wehranlage wieder reguliert werden – notwendige Voraussetzung, um die Turbinen wirtschaftlich betreiben zu können. Eine ähnliche Konstruktion findet sich an der Wasserkunst Leineschloss.

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Wie an anderer Stelle dieser Zeitung berichtet, will die Stadt vom Investor künftig eine Bauschadenversicherung verlangen und eine Bürgschaft der Bank, dass der Bau auch tatsächlich fertiggestellt wird. Beides sind Forderungen der Bürgerinitiative. „Das können Sie sich als Erfolg Ihres Engagements anschreiben“, sagte Stadtrat Hans Mönninghoff am Montagabend in Richtung Publikum.

Über den Planungsstand berichteten bei der Veranstaltung auch Vertreter der Wasserbehörden. Mönninghoff sagte zu, dass die Stadt den Kaufvertrag nicht unterschreiben werde, bevor ein Planfeststellungsbescheid klargestellt habe, dass keine zusätzliche Hochwassergefahr entstehe. Er mahnte die Initiative aber auch zur Mäßigung. Ihre Warnung vor hohen Bauschäden, die stets mit Schäden bei den jüngsten Rammarbeiten am Wehr untermauert wurden, seien überzogen – die Schäden aufgrund dieser Arbeiten hätten nur 7500 Euro betragen. Trotzdem müsse der Investor die Bauschadenversicherung jetzt bis zu einer Summe von fünf Millionen Euro abschließen. „Das dürfte ausreichen“, sagte Mönninghof. Wie berichtet, war der Nachbarschaftsdialog dadurch überschattet worden, dass Initiativmitglieder Briefe an die Hausbank und die Ehefrau des Investors geschrieben und darin vor Risiken des Baus gewarnt hatten. Von diesem Vorgehen haben sich mittlerweile mehrere Mitglieder der Initiative distanziert.

Conrad von Meding

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