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Süd In Kirchrode stinkt es
Hannover Aus den Stadtteilen Süd In Kirchrode stinkt es
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00:15 31.01.2014
Von Mathias Klein
Bloß die Nase zu: Carsten Sievers mit seinen   Söhnen Lenn und Ole an dem Gully, aus dem es stinkt. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Carsten Sievers und seine Familie wohnen in der Bleekstraße in Kirchrode, und dort hält sich die Geruchsbelästigung vor allem bei Westwind über mehrere Tage „mit einer Intensität, die selbst ein Lüften im Obergeschoss unmöglich macht“, berichtet der Familienvater. Der Gestank kommt aus dem Gully in der Straße. Bei der Stadtentwässerung hat Sievers sich beschwert, eine Antwort hat er noch nicht erhalten.

Seit 20 Jahren wohnt Sievers in dem Haus, das sich seit 45 Jahren im Familienbesitz befindet. „Es gab früher nie eine Geruchsbelästigung“, sagt er.  Bei der Stadtentwässerung weiß man auch nicht so richtig weiter. Zwar haben die Experten in den Kanaldeckel schon einen Fließ eingelegt, um das Ausströmen des Fäkalgeruchs zu verhindern. „Aber diese Matte hilft nicht ansatzweise“, sagt Sievers.

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Unter der Bleekstraße verläuft Hannovers längster Abwasserkanal, der sogenannte Nordstadtsammler, erläutert der Betriebsleiter der Stadtentwässerung, Alexander Behrens: „Dem geht irgendwann einfach die gute Luft aus.“ Immer wieder versuche die Stadtentwässerung, zum Beispiel mit sogenannten Gelmatten die Geruchsbelästigung aus dem Untergrund einzudämmen. Diese Matten, etwa so groß wie DIN-A-4-Blätter, werden in den großen Kanälen von Mitarbeitern aufgehängt. Sie binden den besonders stark riechenden Schwefelwasserstoff und neutralisieren ihn. Allein im Nordstadtsammler seien 500 dieser Gelmatten nötig, berichtet Behrens. Nach einem halben Jahr sind sie unbrauchbar geworden, dann können sie die unangenehmen Gerüche nicht mehr neutralisieren. Im Jahr 2012 hat die Stadtentwässerung rund 170 000 Euro zur Geruchsbekämpfung im Kanalnetz ausgegeben.

Eine mögliche Ursache des Gestanks in der Bleekstraße könnte unter der Zuschlagstraße zu finden sein, vermutet Behrens. Denn dort strömt das Abwasser aus der Bemeroder Straße wie aus einem Wildwasserkanal in den Nordstadtsammler. „Das treibt die Geruchsstoffe raus“, sagt der Entwässerungsfachmann. Auf der davor liegenden Strecke war das Abwasser sehr langsam unterwegs – dadurch können sich die unangenehmen Gerüche erst richtig entwickeln.

Anwohner Sievers hat die Nase voll. Er ärgert sich auch, dass die Stadtentwässerung seine Beschwerde offenbar ignoriere. „Ich habe noch nicht mal eine Eingangsbestätigung erhalten“, berichtet er. Sievers ist jetzt entschlossen, die Nachbarschaft zu mobilisieren, damit endlich etwas passiert. „Als Nächstes sammle ich gegen den Gestank Unterschriften in der Nachbarschaft“, kündigt er an.

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