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Süd Viele Einwohner wollen Flüchtlingen helfen
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Viele Einwohner wollen Flüchtlingen helfen
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11:15 16.10.2014
Renée Bergmann (Mitte) wirbt um Unterstützung für die Flüchtlinge.
Renée Bergmann (Mitte) wirbt um Unterstützung für die Flüchtlinge. Quelle: Daniel Godeck
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Südstadt-Bult

Viele Besucher wollten wissen, wie sie den Menschen helfen können. Seit einigen Wochen ist das neue Flüchtlingswohnheim nahe dem Kinderkrankenhaus in Betrieb. Dort leben insgesamt 52 Menschen, darunter auch zwei Neugeborene. Sie sind aus Krisenregionen wie Syrien, Eritrea und Palästina geflüchtet und nun im Stadtteil Bult untergekommen. Außer einem eigenen Zimmer stehen den Bewohnern eine gemeinsame Küche und zwei Gemeinschaftsräume zur Verfügung.

„Die Menschen sehnen sich danach, Kontakte zu knüpfen“, erzählt Elke Johanna Kulenkampff, die sich bereits für die Flüchtlinge engagiert. Die Leiterin des Heims, Elvira Hendricks, sieht es ähnlich. Viele hielten sich zwar in der Bibliothek auf. „Aber vor allem die jungen Männer haben Langeweile“, sagt sie. Tatsächlich ergeben sich im Laufe des Abends manche Kontakte, etwa zum Sportverein. „Natürlich haben junge Männer wenig Lust an Bingo-Abenden teilzunehmen“, sagt Hendricks. „Sie wollen mit Gleichaltrigen zusammensein.“ Bedarf bestehe auch an freiwilligen Helfern, welche die Flüchtlinge zum Beispiel zu Behördengängen begleiteten.

Erste Unterstützung von Seiten der Anwohner gibt es schon. So geben zwei Frauen Flüchtlingen in den Räumen des Wohnheims Deutschunterricht. Dafür soll nun aus Mitteln des Integrationsbeirats eine neue Tafel angeschafft werden. Und die pensionierte Grundschullehrerin Kulenkampff hat zu Beginn des Schuljahres für die Flüchtlingskinder die Schulen abgeklappert, die speziellen Förderunterricht anbieten.

Um die Hilfsbereitschaft aller interessierten Anwohner für die Flüchtlinge zu organisieren, soll nun ein Nachbarschaftskreis gebildet werden. Dort ist jeder willkommen, der die Flüchtlinge in irgendeiner Weise unterstützen will. „Es gibt nichts Wichtigeres, als Menschen vor Ort, die die fremden Leute an die Hand nehmen“, sagt Renée Bergmann vom Verein „Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte Hannover“. Am Donnerstag, 30. Oktober, wollen die Unterstützungswilligen zu einem ersten Treffen im Flüchtlingswohnheim zusammenkommen.

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