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Süd Wertstoffinseln sollen Wildwuchs verhindern
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Wertstoffinseln sollen Wildwuchs verhindern
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06:15 18.03.2012
Von Michael Zgoll
Die neuen Wertstoffinseln sollen sich besser ins Straßenbild einfügen als bisher. Quelle: Zgoll
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Südliche Stadtteile

Geht es nach dem Wunsch der Verwaltung, sollen ab dem 1. April in Hannover Altglas, Altkleidung und - bei Bedarf - Altpapier an sogenannten Wertstoffinseln gesammelt werden. Die Stadt möchte den Wildwuchs von Containern und die Verschmutzung in der näheren Umgebung eindämmen. Derzeit gibt es 282 Altglas-Sammelplätze - teilweise in Verbindung mit Alttextil-Behältern -, weiterhin an 150 Standorten separat aufgestellte Alttextil-Behälter sowie etliche private Altpapier-Container, die teilweise im öffentlichen Raum stehen.

Derzeit durchläuft die entsprechende Verwaltungsvorlage alle 13 hannoverschen Bezirksräte. Eine Ausschreibung des Auftrags ist nicht vorgesehen, eine entsprechende Sondernutzungserlaubnis soll dem Abfallwirtschaftsbetrieb der Region Hannover (aha) erteilt werden. An diesem Verfahren wurde in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Südstadt-Bult allerdings Kritik laut. "Ich vermisse eine Ausschreibung nach EU-Recht", monierte beispielsweise der FDP-Vertreter Thomas Siekermann.

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Auch Lokalpolitiker anderer Parteien aus Südstadt-Bult äußerten Zweifel an der Rechtssicherheit des Verfahrens. Demgegenüber versicherte ein Verwaltungssprecher, dass die Stadt die rechtliche Situation von mehreren Juristen habe prüfen lassen; demnach sei die Vergabe per Sondernutzungsrecht an aha nicht zu beanstanden. Das rot-grün dominierte Gremium billigte die Verwaltungsvorlage schließlich mit 14 Ja-Stimmen bei fünf Nein-Stimmen und einer Enthaltung. Auch der Bezirksrat Döhren-Wülfel votierte in seiner jüngsten Sitzung für das Wertstoffinsel-Konzept: Hier stimmten ihm SPD, Grüne sowie die Einzelvertreter von Linken, Piraten und WfH zu, während die CDU die Drucksache ablehnte.

Die Abfallsammlung ist für aha lukrativ, weil das Unternehmen die Wertstoffe verkaufen kann. Bei den Alttextilien waren der Stadt die Dinge in der jüngeren Vergangenheit aus der Hand geglitten. Derzeit stehen rund 700 Container für Alttextilien auf hannoverschen Plätzen und an Straßen - 200 mehr als erwünscht. Vor einem Jahr hatte die Verwaltung deshalb einem privaten Auftragnehmer gekündigt und einen neuen engagiert. Es folgte ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, bei dem die Vergabepraxis wegen fehlender Beteiligung des Rates gerügt wurde. Die Stadt ging in Revision, das Urteil steht noch aus. Deshalb verzichtete die Verwaltung bisher darauf, die unerwünschten Behälter von den Standplätzen entfernen zu lassen. Mittlerweile hat die Stadt auch den Vertrag mit dem zweiten Auftragnehmer gekündigt; aha steht in den Startlöchern und könnte - bei einer entsprechenden Entscheidung des Rates - diese Stellplätze Anfang April übernehmen.

Die neuen Sammelplätze - die meist deckungsgleich mit den alten Glascontainer-Standorten sind - sollen sich besser ins Straßenbild einfügen, die Verwaltung plant eine einheitliche Neugestaltung der Alttextil-Behälter. "Untersuchungen aus anderen Städten haben gezeigt, dass die Verunreinigung von Standorten und das Bekleben oder Besprühen von Containern reduziert werden kann, wenn die Standorte einen werthaltigen und gepflegten Charakter ausstrahlen", heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Die derzeitige Planung der Stadt sieht in den südlichen Stadtteilen folgende Zahl von Wertstoffinseln vor:

Stadtbezirk Südstadt-Bult

– 15 in der Südstadt
– fünf in Bult

Stadtbezirk Döhren-Wülfel

– acht in Döhren
– fünf in Mittelfeld
– drei in Wülfel
– zwei in Waldhausen
– je eine in Waldheim und Seelhorst

Stadtbezirk Kirchrode-Bemerode- Wülferode

– fünf in Kirchrode
– zwölf in Bemerode (einschließlich Kronsbergviertel)
– drei in Wülferode (davon zwei an den Autobahnraststätten der A7)

Stadtbezirk Misburg-Anderten

– neun in Misburg-Nord
– eine in Misburg-Süd
– sieben in Anderten

Veronika Thomas 18.03.2012
Michael Zgoll 18.03.2012
Sandra Brinkmann 18.03.2012