Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Süd Wohlfühlfaktor für die Marienstraße
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Wohlfühlfaktor für die Marienstraße
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:51 10.10.2013
Von Christian Link
Ricarda (links) und Francica Lax (rechts) testen das Café Gleichklang in der Marienstraße.
Ricarda (links) und Francica Lax (rechts) testen das Café Gleichklang in der Marienstraße. Quelle: Christian Link
Anzeige
Südstadt

Die Marienstraße ist im Wandel. Der Straßenzug zwischen Aegidientor- und Braunschweiger Platz entwickelt sich dabei in zwei Richtungen. Während östlich der Henriettenstiftung immer mehr Lokale öffnen, haben sich im innenstadtnahen Teil zahlreiche Läden angesiedelt, die sich dem Thema Esoterik widmen.

Wohlfühlfaktor beim Einkaufen

Die neuen inhabergeführten Geschäfte setzen vor allem auf Aufenthaltsqualität und den Wohlfühlfaktor beim Einkaufen. „Bei mir bekommen die Kunden erst mal einen Kaffee oder ein Wasser, damit sie im Laden ankommen“, sagt Anne N’diaye vom Modeladen „Opulenta“. Ihr ganzer Laden ist nach Feng-Shui-Prinzipien eingerichtet: ein kleiner Brunnen lockt die Kunden in den Laden, die Verkaufstheke ist wie zwei offene Arme ausgerichtet und alle Kleiderständer können nach Bedarf spontan umgestellt werden.

N’diaye verkauft seit etwa zehn Monaten Damenbekleidung für Übergrößen in der Marienstraße – intensive Kundengespräche und Typberatung gehören für sie wie selbstverständlich dazu. „Wir vermitteln hier auch ein Lebensgefühl“, sagt die offenherzige Rheinländerin.

Das Geschäft läuft gut. Über 300 Kundinnen haben sich mittlerweile im Postverteiler des Modeladens aufnehmen lassen. N’diaye ist derzeit auf der Suche nach einer weiteren Aushilfe, nach jemanden der „Lust auf Menschen“ hat. Der Erfolg ist zum Teil auch dem Sandort geschuldet. Drei Monate lang hatte N’diaye den hannoverschen Markt analysiert. Am Ende entschied sie sich unter anderem wegen der guten Erreichbarkeit für die Marienstraße. „Hier findet man eigentlich immer einen Parkplatz“, sagt sie. Und das sei für ihre Kundinnen, die in der Regel mit dem Auto kommen, sehr wichtig.

Auf Kunden von außerhalb angewiesen

Kaum ein Gschäftsinhaber in der Marienstraße ist nicht auf Kunden von außerhalb angewiesen. „Nur von der Südstadt könnte ich nicht leben“, sagt Anda Geßler von Mothers Finest. In ihrem Fachgeschäft für „Alles rund ums Baby“ setzt sie auf kaufstarke Kunden, die auch schon mal aus Bremen oder Hamburg anreisen. Parkplätze vor der Ladentür sind für sie daher überlebenswichtig.

Der Wandel in der Marienstraße stimmt Geßler hoffnungsvoll. „Momentan haben wir ein bisschen Leerstand in der Marienstraße, aber die Entwicklung ist ganz positiv“, sagt sie. Eine „Schlendermeile“ sei die Marienstraße zwar nicht, aber durch die Neueröffnungen würde immer wieder neues Klientel die Straße entdecken. Dazu würden nicht zuletzt die neuen Gastronomiebetriebe beitragen.

Veganes Café „Gleichklang“

Einer davon ist das Café Gleichklang, das Ende Juli eröffnet hat. „Auf unserer Karte ist alles biozertifiziert und vegan“, sagt Mitarbeiterin Kerstin Weigt. Eigentlich ist sie für die gleichnamige Kontaktbörse gleichklang.de zuständig, hilft aber gelegentlich hinter der Theke aus. Die bundesweite Internet-Partnervermittlung für Veganer, Vegetarier, Spirituelle und Naturverbundene wurde 2006 in Hannover gegründet. Seitdem habe es immer wieder Anfragen an die Seitenbetreiber gegeben, wo man in der Leinestadt vegan essen gehen kann. „Daraus ist dann die Idee zu einem veganen Café geboren worden“, erläutert Weigt. Das Lokal ist eine der ganz wenigen gastronomischen Angebote dieser Art in Hannover und stößt nicht nur bei Veganern auf großes Interessen. „In der Woche kommen viele Berufstätige hier zu. Frühstück. Unser Tofu-Rührei ist der Renner“, sagt Weigt.

Eingesessene Geschäfte

Neben den Neueröffnungen gibt es auch zahlreiche Geschäfte, die sich seit vielen Jahren in der Marienstraße behauptet haben. Dazu gehört der Edelsteinladen Schmuck und Stein. Am 1. Oktober feiert der Laden von Nikolaus Vogt seinen 20. Geburtstag, die Marienstraße kennt er aber schon viel länger. „Ich habe hier als Jugendlicher meine ersten Stiefel gekauft“, sagt der Edelsteinhändler.

Seitdem seien die Geschäfte wesentlich spezialisierter geworden. „Vor allem im Bereich Wellness hat sich hier viel angesiedelt“, sagt er. Wie die meisten Fachgeschäfte lebe auch Sein Laden zu 80 Prozent von Sammkunden, dennoch freut er sich über die steigende Zahl an Menschen, die nun durch die Straße bummeln. „Durch das verbesserte Gastronomieangebot hat das etwas zugenommen“, sagt er. Vogt ist zuversichtlich, dass sich die Attraktivität der Straße auch in Zukunft verbessern wird. „Die Marienstraße ist bekannt und verkehrsgünstig gelegen“, sagt er. Außerdem seien die Mieten hier vergleichsweise günstig, so dass der Standort auch weiterhin für Ladengründer interessant bleibt.

Heike Schmidt 10.10.2013
Christian Link 15.10.2013
Süd Südstadt - Achtung, Loch!
Conrad von Meding 10.10.2013