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Süd Züge mit der Maus gesteuert
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Züge mit der Maus gesteuert
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12:09 16.04.2010
Modelleisenbahnen-Fachgeschäft
Kerstin Busse-Heling, Carsten Heling, Stefan Rode und Martina Rode kümmern sich um ein altes Hobby mit neuer Technik. Quelle: Dillenberg
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Die Leidenschaft für Züge ist bei Carsten Heling eigentlich schon immer ausgeprägt gewesen. Dass diese Liebe ihn zur Deutschen Bahn und zum Beruf des „Leit- und Sicherungstechnikers“ führte, war daher eine logische Konsequenz. Doch nicht nur bei der Arbeit beschäftigte sich der 37-Jährige mit Zügen, Gleisen und Weichen. Auch privat schuf er sich eine Eisenbahnwelt im Kleinformat. Die Sammlung von Miniatur–Loks und allem, was dazugehört, wurde immer größer. Eines Tages entschloss sich Heling, sein Hobby Modelleisenbahnen zum Beruf zu machen. Seit fünf Jahren betreibt er gemeinsam mit seiner Frau Kerstin Busse–Heling das Eisenbahneck in Nienburg. Im Jahr 2008 entschloss sich das Ehepaar, eine Filiale in Hannover zu eröffnen und übernahm das Fachgeschäft „Gleis 24“ an der Hildesheimer Straße 381 in Wülfel.

Der Laden bestand zu diesem Zeitpunkt bereits seit sechs Jahren, die Besitzerin wollte in den Ruhestand gehen. In dem Geschäft werden Modelleisenbahnen, Landschaften und sämtliches Zubehör verkauft, von Märklin und Fleischmann über Roco und Trix bis zu Heki und Auhagen. Außerdem können die Kunden ihre Züge vor Ort reparieren oder umbauen lassen. Neben dem Verkauf von neuer Ware betreibt das Ehepaar auch einen An– und Verkauf. „Viele neue Produkte sind nach Erscheinen sehr teuer, das können sich manche Kunden einfach nicht leisten. Die Freude ist dann groß, wenn sie ein gut erhaltenes, günstiges gebrauchtes Produkt bei uns finden“, sagt Kerstin Busse-Heling.

Die Preisunterschiede zwischen den Modellen sind groß. „Wir haben Züge für 60 Euro im Angebot, es gibt aber auch Loks in Größenordnungen von 2000 Euro und mehr“, erklärt Busse–Heling. Der Preis variiere je nach Größe und Modell. Für ein normales Einsteigerpaket mit Schienen, Trafo und Zug muss man rund 150 Euro investieren. Die Produktvielfalt rund um die Modelleisenbahn ist mittlerweile beachtlich. Bestand das Standard–Sortiment vor einigen Jahren noch aus Gleisen, Lok und Transformator, so gibt es heute digitale Anlagen, die ganz neue technische Möglichkeiten eröffnen. „Mit einem Computerterminal kann man Ton, Licht und verschiedene Bahnen gleichzeitig steuern“, sagt Kerstin Busse-Heling. Einige Kunden würden ihre Modelle auch an den heimischen PC anschließen und steuerten sie komplett über Maus und Tastatur.

Das Publikum im Geschäft an der Hildesheimer Straße ist durchaus gemischt, aber junge Leute sind hier kaum vertreten. Eine Lösung für das Problem ist aber bereits in Sicht, sagt die Geschäftsführerin: „In Nienburg haben wir einen bunten Mix aus allen Altersklassen. Um dies auch in Hannover zu erreichen, wollen wir Projekte an Schulen starten, um die Jugendlichen für das Hobby Modelleisenbahn zu begeistern.“ Gedanken macht sich das Ehepaar Busse–Heling auch über die Anzahl an Fachgeschäften in Hannover. Neben dem „Gleis 24“ gibt es nur eine Handvoll weiterer Modelleisenbahn-Läden in der Stadt. „Das ist schade“, sagt Kerstin Busse-Heling. Das Hobby lebe von der Vielfalt: „Je mehr Geschäfte es gibt, desto mehr Leute begeistern sich für den Modellbau.“ Um neue Kunden zu gewinnen, hat das Ehepaar vor einem Monat ein Internetportal eingerichtet. Dort werden alle im Geschäft erhältlichen Produkte angeboten. Die Resonanz sei bereits groß. Viele Kunden würden nun neues Zubehör für ihre Modellwelt online bestellen oder wollten über das Netz einfach nur Fachfragen beantwortet wissen.

Neben dem Handel für Modelleisenbahnen befindet sich im „Gleis 24“ auch eine Partnerfiliale der Post. Nachdem das Ehepaar das Geschäft übernommen hatte, empfand es Carsten Heling als störend, dass die nächste Postfiliale sehr weit entfernt war. Kurzer Hand entschloss er sich, der Deutschen Post anzubieten, eine Partnerfiliale in seinem Laden zu eröffnen. Die Post willigte ein, und inzwischen erfreut sich das Angebot größter Beliebtheit. Die Geschwister Stefan und Martina Rode kümmern sich als Verkäufer nicht nur um die Wünsche der Kunden rund um den Modellbau, sondern auch um deren Post. „Bei der großen Nachfrage könnte ich einen unserer Mitarbeiter den ganzen Tag an den Postschalter stellen, aber die Eisenbahnen stehen natürlich im Vordergrund“, sagt Heling.

Nils Klingebiel