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Süd Ansturm auf närrische Utensilien
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Ansturm auf närrische Utensilien
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13:21 23.01.2014
Von Heike Schmidt
Riesiger Andrang: Mehr als tausend Faschingsfreunde kommen zum Kostümverkauf der Lindener Narren. Quelle: von Ditfurth
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Linden

Die Schlange reicht bis weit über den Bürgersteig vor der Narrhalla hinaus. Geduldig warten im grauen Sonntagsnachmittags-Nieselregen Kostümfreunde darauf, dass sich die Türen zum Trainingshaus der Lindener Narren in Ricklingen öffnen. Als Präsident Martin Argendorf um 15.11 Uhr die ersten Besucher zum Kostümverkauf einlässt, gibt es kein Halten mehr. „In der ersten halben Stunde haben wir mehr als tausend Besucher gezählt“, sagt der Präsident der Lindener Narren: „Das sind so viele wie nie zuvor.“
Karneval kommt an. Die Session ist zwar schon seit dem 11. November eröffnet. Doch an diesem Wochenende hat das närrische Treiben so richtig Fahrt aufgenommen. Während sich Hobby-Karnevalisten Kostüme für Faschingspartys im Freundeskreis oder in der Schule sicherten, feierten die Profis Prunksitzungen.

Mittendrin: Oberbürgermeister Stefan Schostok, den die Fidelen Ricklinger am Sonnabend zum Ehrensenator kürten. Die Laudatio auf ihn hielt seine Vorgängerin im närrischen Amt, Sabine Tegtmeyer-Dette. Keine leichte Aufgabe für die Erste Stadträtin, soll doch so eine Rede lustig sein und vielleicht auch etwas aus dem Privatleben des neuen Senators preisgeben. Doch was tun, wenn der Neue der eigene Chef ist? Tegtmeyer-Dette rettete sich mit einem Blick in die Sterne. Ihr Boss sei vom Sternzeichen Stier. Diesen würden unter anderem zugesprochen, Genussmenschen („er kocht gerne“) und geduldig zu sein.

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Ob Tegtmeyer-Dette nun mit ihren Äußerungen Recht hatte oder nicht, ließ Schostok außen vor. Er lächelte, als er auf die Bühne kam, um vom Präsidenten der Fidelen Ricklinger, Jürgen Scheele, seiner Tollität Jens-Fiete I., seiner Lieblichkeit Angela I., sowie dem Kinderprinzenpaar Robin I. und Dilara I. ausgezeichnet und geherzt zu werden, bedankte sich brav und feierte danach mit seinem neuen Staat: den Tanzmariechen Maylin Henschke, Nicole Schuhmacher und Luisa Steingrube, Büttenrednerin Nora Henjes und ihrem Kollegen Rainer Behrens, den Beekesängern, der Jugend- und der Krümelgarde, dem kleinen Sänger und Tänzer Nico Quentin, den „Starlights“ oder auch den „Cheerdreams“. Die Schunkel-Stimmung war ausgelassen.

Auf gute Stimmung hofften am Sonntag auch die Besucher des Kostümverkaufs, die ihre bunten Errungenschaften bald zu fröhlichen Partys ausführen werden. Linn Siemers probierte einen opulenten Federschmuck auf, den ihr Vater Frank nicht nur bezahlte, sondern auch gleich per Handy fotografierte. „Wir suchen eigentlich etwas für den Schulfasching“, verriet Brigitta Siemers. Eine grüne Federboa und ein pinkfarbenes Kleid hat Dagmar Heering ergattert. Sie wird die Sachen wahrscheinlich beim Fasching in der Gemeinde tragen. Gelegenheiten wird es bis zum Rosenmontag im März noch etliche in Hannover geben.

10.01.2014
Heike Schmidt 23.01.2014
Margret Jans-Lottmann 23.01.2014