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Süd Zwischenlösung weiter in der Schwebe
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Zwischenlösung weiter in der Schwebe
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18:11 04.06.2009
Der ehemalige Büchereiraum in der Begegnungsstätte Mittelfeld wird seit Sommer 2007 nicht benutzt.
Der ehemalige Büchereiraum in der Begegnungsstätte Mittelfeld wird seit Sommer 2007 nicht benutzt. Quelle: Marcel Schwarzenberger
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Nach der Kulturinitiative Döhren-Wülfel-Mittelfeld und dem panafrikanischen Verein ARMA melden auch die Ortsvereine der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Wülfel-Mittelfeld und Döhren Interesse an den seit 2007 leer stehenden Bibliotheksräumen an – beispielsweise für einen Stadtteiltreff. „Aber erst muss sich die Stadtverwaltung endlich einmal äußern“, sagte Detlev Sprenz, AWO-Ortsvereinschef in Döhren.

Dabei gab es schon längst einen Plan, was mit dem ungenutzten Gebäudetrakt, der zwischen Jugendzentrum und Seniorenbegegnungsstätte liegt, passieren soll: Für zunächst zwei Jahre hatte die Stadt einen Kulturbetrieb, unter anderem mit einer Probebühne für Theaterprojekte, installieren wollen. Während dieser Zeit wollte man in der Bauverwaltung überlegen, wofür – und mit welchen Mitteln – der Trakt langfristig genutzt werden soll. Doch die Zwischenlösung begrub die Verwaltung im vorigen Jahr aus Kostengründen für unbestimmte Zeit. Auf rund zwei Millionen Euro schätzte sie damals den Aufwand, um eine Neubelebung der Räume nach städtischen Standards in Angriff nehmen zu können. „Es gibt auch jetzt noch keine wirklich funktionierende Lösung für das Gebäude“, sagte Wolfgang Prauser, Stadtbezirksmanager für Döhren-Wülfel.

Prauser hat sich die erneute Inbetriebnahme der Büchereiräume indes ganz oben auf seiner Agenda eingetragen. „Der Plan, diese Räume für den Stadtteil zu öffnen, ist nach wie vor gültig. Das steht nicht zur Debatte“, betonte er. Die Frage sei nur, wie. Wegen der klammen Kassenlage stellt die Stadt bislang keine Millionensumme in Aussicht, um die Räume umfassend zu sanieren. Eine kleine Lösung müsse her, sagte Prauser. Im Grunde ähnlich wie jener, die schon im vergangenen Sommer starten sollte. Aber mit dem Unterschied, dass ein freier Träger das städtische Gebäude gegen Miete übernimmt und die Angebote dort koordiniert. Dann würden freizügigere Richtlinien etwa für Wärmedämmung oder Barrierefreiheit gelten. Damit, so der Grundgedanke Prausers, ließen sich womöglich auch die Kosten für eine vorläufige Herrichtung der Räume drücken. „Und dann könnten natürlich auch AWO, Kulturinitiative oder der Verein ARMA integriert werden“, sagte Prauser.

Noch sei ein solcher Träger nicht in Sicht, ebenso wenig ein Konzept, das eine ganzjährige Auslastung der Büchereiräume vorsehe. „Ich werde in den nächsten Wochen viele Gespräche mit interessierten Akteuren führen“, kündigte Prauser an. Ins Detail mochte er noch nicht gehen. Auch Sprenz will die Ideen, was die AWO denn anbieten könne, erst öffentlich kundtun, wenn erste Weichen gestellt worden sind. „So richtig befriedigend ist die Situation bisher nicht“, räumte Prauser selbst ein.

von Marcel Schwarzenberger