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Südstadt Stadt eröffnet neues Haus für obdachlose Frauen
Hannover Aus den Stadtteilen Südstadt Stadt eröffnet neues Haus für obdachlose Frauen
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00:18 21.12.2018
Küche für die Gemeinschaft: Die meisten Bewohner werden zwar in Einzelzimmern untergebracht, teilen sich aber Küche und Bad. Quelle: Frank Wilde
Hannover

 Noch wirken die Innenräume des vierstöckigen Gebäudes recht leer und karg. Ein Tisch, ein Stuhl, ein Bett und ein Schrank: Nur das Nötigste zum Leben ist schon da. Ab Donnerstag soll die neue Unterkunft für Obdachlose in der Langensalzastraße dann mit Leben gefüllt werden. Zukünftig können dort 55 alleinstehende Frauen und deren Kinder einziehen, die keinen festen Wohnsitz haben. Die Stadt hat das ehemalige Grünflächenamt für 2,9 Millionen Euro saniert und umgebaut.

„Wir sind froh, dass wir vor Weihnachten noch eine Unterkunft für Frauen eröffnen können“, sagt Ralf Lüdtke vom städtischen Wohnungsamt. Wer und wie viele Menschen in das Haus einziehen, ist noch unklar. Obdachlose können sich beim Wohnungsamt in der Sallstraße melden und werden dann einem der Häuser in der Stadt zugewiesen. Für Einzelpersonen kostet die Unterbringung in der Langensalzastraße 159 Euro pro Monat. Für die Notschlafplätze, die von 18 Uhr bis am nächsten Morgen um 8 Uhr vergeben werden, wird keine Gebühr erhoben.

Das Haus ist überwiegend mit abschließbaren Einzelzimmern ausgestattet. Geteilt werden die Küchen und Bäder in einer Art Wohngemeinschaft. Dazu gibt es diverse Gemeinschaftsflächen und ein Kinderbereich. Baby- und Kinderbetten werden den Bewohnern bei Bedarf zur Verfügung gestellt. In der größten Wohnung des Hauses stehen neun Notschlafplätze zur Verfügung.

Betrieben wird die Unterkunft vom Dienstleister Living Quarter, der vor allem in Brandenburg und an zwei Stellen in Hannover tätig ist. Bereits vor Einzug der Bewohner gibt es Diskussionen um deren Betreuungsschlüssel. Die Unterkunft wird zwar rund um die Uhr besetzt sein, allerdings immer nur mit einem Sozialarbeiter. Das sei eine ordnungsbehördliche Unterbringung und keine Hilfseinrichtung, sagt Lüdtke. Was hier angeboten werde, sei nicht das umfassende Spektrum mit psychologischer Betreuung.

Erika Heine ist noch skeptisch. Sie interessiert sich für ein Einzelzimmer, weil sie seit drei Jahren auf der Straße lebt. „Das sieht erstmal gut aus, aber noch sind keine Menschen hier“, sagt sie. Zuvor hat Heine ein Jahr in der Unterbringung im Vinnhorster Weg gewohnt und schlechte Erfahrungen gemacht. Dort gebe es so viele Missstände, dass sie schwer traumatisiert ausgezogen sei. „Das wird es hier nicht geben“, sagt jedoch Annette Meyer vom Betreiber Living Quarter.

Das Haus in der Langensalzastraße ist die dritte Einrichtung für obdachlose Frauen in Hannover. Daneben gibt es drei Unterkünfte für Männer und sechs für Familien. Insgesamt hat die Stadt 1246 Menschen untergebracht – jeweils die Hälfte in angemieteten Wohnungen und Gemeinschaftsunterkünften. Die Auslastung in Hannover sei relativ groß, sagt Lüdtke. „Wir machen das, weil wir merken, dass die Obdachlosigkeit steigt.“

Da die Bewohner ihre Einrichtung teilweise selbst besorgen müssen, können Spenden in der Langensalzastraße 17 abgegeben werden.

Von Sebastian Stein

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