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Kultur in Hannover: Der Knabenchor braucht ein neues Domizil

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17:10 28.08.2019
Der Knabenchor Hannover, hier bei einem Auftritt in der Markuskirche, benötigt ein neues Domizil. Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

Der international renommierte Knabenchor Hannover braucht neue Räumlichkeiten. Grund dafür sind Pläne der Stadt, das bisherige Quartier des Chors in der Meterstraße abzureißen. Die bisherigen Gebäude einer Grundschule sollen weichen, um dort die Außenstelle des Gymnasiums Wilhelm-Raabe-Schule neu zu bauen. Außerdem sollen auf dem Gelände eine Turnhalle für das Gymnasium entstehen sowie eine Kindertagesstätte. Für den Knabenchor ist dort dann kein Platz mehr.

Gespräche laufen schon länger

Die Stadt befinde sich seit Längerem in Gesprächen mit dem Knabenchor, berichtete Stefan Bär vom städtisches Gebäudemanagement in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Südstadt-Bult. Auf dem Gelände an der Meterstraße sei für den Chor kein Platz, betonte Bär, das Areal werde komplett zugebaut. Zudem habe „die Stadt nicht die Möglichkeit, privaten Vereinen Geld für Räume zur Verfügung zu stellen“, sagte Bär. Er ergänzte, die Stadt habe Interesse am Knabenchor.

Bär berichtete außerdem, dass es bereits Optionen gegeben habe. Beispielsweise seien dem Knabenchor Räume in der Goetheschule im Stadtteil Herrenhausen angeboten worden. Das habe die Leitung des Knabenchors aber abgelehnt. Nach Angaben von Bär gibt es jetzt noch drei Jahre Zeit, Räume zu finden, dann würden die Gebäude an der Meterstraße abgerissen. Die Stadt führe weiterhin Gespräche.

Angebotene Räume sind nicht geeignet

Die in der Goetheschule angebotenen Räume seien für eines der kulturellen Aushängeschilder der Stadt ungeeignet, sagt der Vorsitzende des Knabenchor-Trägervereins, Burkhard Guntau. Er begründet das unter anderem mit der schlechten Akustik und den weit auseinander liegenden Räumen in der Goetheschule.

Nach Angaben von Guntau, der früher Präsident des Landeskirchenamtes war, benötigt der Knabenchor Räume mit einer Gesamtfläche von rund 800 Quadratmeter. Dazu gehörten mehrere größere und kleinere Probenräume, Büros und ein großer Saal, in dem sich der gesamte Chor aufstellen könne.

Knabenchor wäre gern in der Meterstraße geblieben

Weitere Voraussetzung sei ein Ort in Hannover, der gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist, denn die in dem Chor singenden Jungen kämen aus der gesamten Region Hannover und auch darüber hinaus.

„Wir wären gern in der Meterstraße geblieben“, betonte Guntau. Dass der Chor nach vielen Jahrzehnten von dort nun weichen müsse, sei sehr bedauerlich. Der Chor habe in der Meterstraße im Laufe der Jahre rund eine Million Euro investiert, unter anderem bei der Umgestaltung der früheren Klassenräume. „Uns ist aber klar, dass wir daraus keine Rechte ableiten können“, betonte er.

Trägerverein hat keine finanziellen Rücklagen

Er selbst sei optimistisch, dass noch eine Lösung für den Knabenchor gefunden werde, betonte Guntau. „Noch ist nicht aller Tage Abend.“ Allerdings habe der Chor keine finanziellen Rücklagen, um Räume umzugestalten. „Wir werden dann zu Spenden aufrufen.“

Hannover ist Unesco-City of Music. Die Stadt bewirbt sich für das Jahr 2025 darum, europäische Kulturhauptstadt zu werden.

Von Mathias Klein

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