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Südstadt Dieser 95-Jährige hat dreimal im Jahr Geburtstag
Hannover Aus den Stadtteilen Südstadt Dieser 95-Jährige hat dreimal im Jahr Geburtstag
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20:30 24.07.2017
Ausgelassene Feier im Familienkreis: Ilana (44, von links), David (14), Jael (48), Salomon (95) und Daniela Finkelstein (44). Quelle: Behrens
Hannover

„Salek“ steht auf den herzförmigen Luftballons, die an die Balustrade der holländischen Kakaostube gebunden sind. Eine große 95 prangt auf der anderen Seite der Ballons. Mit mehr als 50 Verwandten, Freunden und Wegbegleitern feiert Finkelstein, den alle nur bei seinem Kosenamen Salek nennen, in der holländischen Kakao-Stube seinen 95. Ehrentag.

„Eigentlich habe ich drei Geburtstage“, sagt Finkelstein, während auf der Empore des Cafés sitzt und entspannt lächelnd das Gewusel seiner Gäste betrachtet. 1922 wurde er in Lodz geboren. Der Tag seiner Befreiung sei sein zweiter und gleichzeitig auch dritter Geburtstag gewesen. Als die russischen Panzer kamen und die Deutschen flohen, wusste Finkelstein, dass das Leid nun ein Ende hatte. Auf einem Heuboden legte sich der junge Mann schlafen, bis er von Soldaten geweckt wurde – denn Finkelstein hatte sich auf ein Waffenversteck gelegt. „Die Russen dachten, es wäre seins. Sie hatten meinen Vater schon an der Scheunenwand aufgestellt und wollten ihn erschießen“, erzählt Danijela Finkelstein. Polnische Mädchen hätten ihren Vater aber im letzten Moment wiedererkannt und die russischen Soldaten angefleht, ihn leben zu lassen. Der dritte Geburtstag.

1943 kam Finkelstein nach Auschwitz

Als er 17 Jahre alt war, überfielen die Deutschen Polen. Finkelstein und seine Familie wurden zunächst ins Getto gesperrt, 1943 kam der junge Mann nach Auschwitz. Die eintätowierten Zahlen auf seinem Unterarm sind noch gut zu erkennen. Mit den Todesmärschen kam Finkelstein nach Niedersachsen. Heute hält er öffentliche Vorträge, damit niemals vergessen wird, was damals geschah.

Auch wenn Finkelstein immer wieder über das Erlebte berichtet, wird sein 95. Geburtstag mit viel Humor, polnischer und jüdischer Musik, die für Gänsehaut bei den Gästen sorgt, und alten Geschichten gefeiert. Seit fast 50 Jahren wohnt Finkelstein am Maschsee. „In der Kakaostube traf ich mich jeden Tag mit zwei Freunden“, sagt der Jubilar. Dann wurde die aktuelle Politik besprochen, sich auch mal lauthals gestritten und über die gemeinsamen Holocaust-Erlebnisse gesprochen.

„Die Kakao-Stube nannten sie ihr Empfangsbüro“, sagt Tochter Danijela. Für die Feier des Ehrentags sei deshalb kein anderer Ort infrage gekommen. Und für den geliebten Vater, den Mann mit den drei Geburtstagen, sei ein Fest gestaltet worden, das wie der 95-Jährige selbst sei: voller Spontanität, Überraschungen und Lebensdurst.

Von Tomma Petersen

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