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Aus den Stadtteilen Gerät die Wasserstadt in die Staufalle?
Hannover Aus den Stadtteilen Gerät die Wasserstadt in die Staufalle?
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00:16 20.02.2015
Foto: Was an dieser Stelle entstehen sollen, ist klar. Wie, wird noch besprochen: Die Wasserstadt Limmer am alten Conti-Gelände. Quelle: Dröse
Hannover

Tausende neue Bewohner bedeuten mehr Autos, mehr Lastwagen, mehr Fahrräder und mehr Fußgänger. Wie dockt man nun ein so großes Wohnareal, das an zwei Seiten von Wasser umgeben ist, an ein schon heute stark belastetes Verkehrssystem an? In der vierten Themenwerkstatt der Bürgerbeteiligung ging es am Montagabend um erste Vorschläge und ein Verkehrskonzept - und dieses stieß bei vielen Teilnehmern auf Widerspruch.

Kraftverkehr: Im Auftrag der Stadt hat das Lindener Büro SHP Ingenieure ein erstes Konzept erarbeitet. Die fünf Bauabschnitte der Wasserstadt, aber auch die kleineren Wohnbauvorhaben in Limmer - Auengarten, Kesselstraße, Pferdewiese - bringen bis zu 5000 neue Bewohner. Allein die Wasserstadt würde je nach Größe bis zu 450 zusätzliche Fahrzeuge bedeuten. SHP schlägt eine Reduzierung des Kraftfahranteils durch den Ausbau des Radwegenetzes, die Nutzung von Carsharing im Wohngebiet und den Ausbau des Nahverkehrsnetzes vor. Dennoch wird die Hauptlast des Verkehrs auf die Wunstorfer Straße abgewälzt. Die quer durch Limmer führende Bundesstraße 441 muss heute rund 800 Fahrzeuge je Stunde verkraften, in Spitzenzeiten bis zu 1000. Das Aufkommen vertrage die Straße meist recht gut, sagte SHP-Gesellschafter Wolfgang Haller. „Aber an den Auffahrten zum Westschnellweg staut es sich.“ Er empfiehlt darum auf dem Schnellweg den Bau eines zusätzlichen Fahrstreifens.

Entwidmung der Bundesstraße: Die B 441 führt derzeit durch Limmer. Das ist aus Sicht der Planer ein Problem, weil auch der Verkehr zwischen Innenstadt und der westlichen Region Hannover mitten durch den Stadtteil fließt. Der Lindener Ernst Barkhoff schlug vor, die B 441 umzuleiten und damit einen alten städtischen Plan zu verwirklichen. Dieser sieht eine neue Ortsumfahrung für Ahlem entlang des Bahndamms vor. Über diese Route könnte die Bundesstraße direkt auf die Carlo-Schmid-Allee geführt werden, sagte Barkhoff. Das verschaffe der Wunstorfer Straße Erleichterung. Allerdings dauert solch ein Verfahren Jahre.

Nahverkehr: SHP pocht auf mehr Stadtbahnen und Busse. Auch eine neue Busroute, die quer durch die Wasserstadt bis zum „Deutschen Eck“ geführt wird, ist im Gespräch. Hinzu kommen Pläne für eine Verlängerung der Stadtbahnlinie 10 nach Ahlem-Nord oder ein neuer Stadtbahnzweig (Arbeitstitel „Linie 12“). All das sind derzeit nur Vorschläge, aber es gab bereits diverse Kritik aus dem Publikum. Womöglich, so die Sorge der Anwohner, produzieren mehr Busse auch mehr Staus. Zudem sieht der Nahverkehrsplan der Region Hannover vor, parallel laufende Linien möglichst abzuschaffen.

Mit einem Ausbau der Stadtbahn zur Wasserstadt gingen demnach Einschränkungen bei der Buslinie 700 einher. Jens Pielawa von der Initiative Pro-D-Tunnel, die sich auch gegen den oberirdischen Ausbau der Linie 10 in der City ausspricht, bezweifelt, dass die Bahnen künftig im Fünf-Minuten-Takt fahren können. Von einer solchen Taktung aber geht SHP aus. „Die Wendeanlage am Raschplatz schafft dies nicht“, betonte Pielawa. Barkhoff hatte für die Busse eine Lösung parat. SHP habe eine Fuß- und Radwegbrücke über den Stichkanal Linden vorgeschlagen, der die Wasserstadt mit Ahlem verbinde: „Die könnte so ausgebaut werden, dass sie auch für Busse taugt.“ Die Fahrzeuge würden durch das Wohngebiet geführt und entlasteten die Wunstorfer Straße. Ein Besucher schlug vor, Wassertaxis zwischen Wasserstadt und City einzusetzen.

Radverkehr: Mindestens ein Viertel der Limmeraner, so eine Zielvorgabe von SHP, soll künftig mit dem Fahrrad unterwegs sein. Großzügige Abstellplätze im Wohngebiet und neue Radwege seien dafür nötig. Große Hoffnung setzen die Planer auf den Radschnellweg von der Wasserstadt zur City. Die vorgesehene Route entlang des Leineabstiegskanals steckt jedoch voller Problemstellen, auf die die Bürgerinitiative (BI) Wasserstadt bereits hingewiesen hatte. Eine Arbeitsgruppe beschäftige sich damit, sagte der städtische Verkehrsplaner Tim Gerstenberger. Für den Bau des Radschnellwegs gebe es noch keinen Terminplan.

Kritik der Bürger: Anja Niezel von der BI bemängelte das SHP-Konzept. Dieses berücksichtige nur die von der Stadt bevorzugte maximale Bebauung mit rund 2000 Wohneinheiten. Darauf fußten auch sämtliche Vorschläge und Problemanalysen. „Es lässt aber eine Entwicklung mit weniger Menschen außer Acht!“

Marcel Schwarzenberger

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