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Aus den Stadtteilen Kanalufer wird zum Müllabladeplatz
Hannover Aus den Stadtteilen Kanalufer wird zum Müllabladeplatz
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18:00 15.02.2015
Unrat am Ufer: Wenn Maren Friedrichs mit ihrem Hund Motte am Kanal unterwegs ist, findet sie dort immer wieder Abfall. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Wenn Maren Friedrichs mit ihrem Hund Motte am Kanal in Limmer spazieren geht, kommt die Entspannung häufig zu kurz. Lässt die 38-Jährige ihren Blick über die Grünflächen in Höhe der Sichelstraße schweifen, sieht sie überall Müll. Leere Wodkaflaschen, Saftpackungen, Zigarettenschachteln liegen da, manchmal sogar Schuhe. Über Hunderte Meter ist der Abfall in den Gebüschen verstreut, oft schwimmt er sogar im Wasser. „Das ist eine gravierende Umweltverschmutzung und ein Armutszeugnis für den Stadtteil Limmer“, sagt die Anwohnerin, die seit einem halben Jahr dort zu Hause ist. Nachbarn hätten ihr bestätigt, dass das Problem schon seit vielen Jahren bestünde, empört sie sich.

Verantwortlich für den Uferbereich am Kanal in Höhe Sichelstraße/Dieselstraße ist das Wasser- und Schifffahrtsamt in Braunschweig (WSA). Die Problematik sei dem Amt seit Jahren bekannt, bestätigt Hartmut Dost, Sachbereichsleiter für das Wasserstraßenbauwesen. Die Behörde steht in der Angelegenheit auch in Kontakt mit der Stadt Hannover. Nachhaltig geändert hat sich bisher aber offenbar nichts. Als Verursacher sieht Dost vor allem die „Bürger, die den Uferrandstreifen als Naherholungsgebiet nutzen, obwohl dies eigentlich untersagt ist“. Dazu zählten Badegäste im Sommer, Angler und Hundebesitzer. Doch auch im Winter wird das Kanalufer immer wieder zum Müllabladeplatz.

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Auch die Stadt beschäftigt sich seit Längerem mit dem Problem. Um eine Lösung zu finden, sei eine Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen worden, an der Bürger sowie Vertreter der WSA und des Abfallwirtschaftsbetriebs Aha teilnehmen, erklärt Stadtsprecher Alexis Demos. „Alle Beteiligten haben sich darauf verständigt, dass Aha zusätzliche Müllbehälter an den Straßen aufstellt und der städtische Fachbereich Umwelt und Stadtgrün vier Papierkörbe an den Uferbereichen - einen am westlichen und drei weitere am östlichen“, sagt Demos. Die Müllbehälter würden inzwischen sogar öfter geleert, die Reinigungsintervalle seien verkürzt worden. Die vorhandenen Behälter sind dennoch überfüllt, und der Müll wird nicht weniger. Darum werde derzeit geprüft, ob noch weitere Maßnahmen erforderlich seien, sagt Demos.

Unmittelbar am Kanal befindet sich das Werk des Reinigungsmittelherstellers Henkel. „Wir beobachten die Situation mit Sorge“, sagt Unternehmenssprecher Wulf Klüppelholz. Immer häufiger müsse der Müll an den Werksgrenzen auf Firmenkosten entsorgt werden. Klüppelholz plädiert dafür, „diejenigen, die das Gebiet als Freizeitgelände nutzen, stärker in die Pflicht zu nehmen, ihren Müll ordnungsgemäß zu entsorgen“. Dass Lastwagenfahrer, die das Firmengelände anfahren, an der Vermüllung beteiligt sein könnten, schließt er aus: „Wir sorgen für ausreichend Möglichkeiten zur Entsorgung. Die Beschaffenheit des Mülls lässt auch nicht auf die Fahrer als Verursacher schließen.“

Das Ergebnis aller Bemühungen rund um den Müll fällt aus Sicht von Anwohnerin Maren Friedrichs ernüchternd aus. Sie will nicht aufgeben - und fordert mehr Mülleimer. Alle zehn Meter müsse einer stehen, meint sie. Auf beiden Seiten des Kanals. Im Sommer müssten die Behälter alle zwei Tage geleert werden. Zudem will sich die 38-Jährige mit anderen Anliegern zusammenschließen, um eine Müllsammelaktion zu organisieren. „Der Müll muss endlich verschwinden“, bekräftigt sie, „damit die Umwelt geschützt wird.“

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