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Aus den Stadtteilen Neue Pläne für marodes DRK-Gelände
Hannover Aus den Stadtteilen Neue Pläne für marodes DRK-Gelände
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06:00 02.03.2015
Von Juliane Kaune
Seit 2008 wird das Gebäude an der Zeißstraße als Lager genutzt.
Seit 2008 wird das Gebäude an der Zeißstraße als Lager genutzt. Quelle: Archiv
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Döhren

Die Fassade bröckelt, die Metallverstrebungen sind rostig, überall sprießt Unkraut aus den Fugen. Das Gebäude des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Region Hannover an der Zeißstraße 8 ist sichtlich marode. Schon seit Längerem will sich der Wohlfahrtsverband von der Immobilie trennen, in der früher die Geschäftsstelle des Kreisverbandes untergebracht war. Der bereits vertraglich besiegelte Verkauf des Grundstücks an einen Investor scheiterte jedoch, weil dieser die geforderte Summe nicht bezahlen konnte. Doch nun gibt es eine neue Perspektive. „Wir verhandeln wieder mit drei Interessenten - aber wir könnten uns auch vorstellen, auf dem Grundstück ein eigenes Projekt zu verwirklichen“, sagt Ulrich Werkmeister, hauptamtlicher Vorstand des DRK.

Im Jahr 2008 hatte das DRK seine Verwaltung für die gesamte Region Hannover an der Karlsruher Straße in Mittelfeld konzentriert. Seitdem wird das Domizil an der Zeißstraße 8 (gegenüber der Kassenzahnärztlichen Vereinigung) nur noch als Lagerstätte genutzt. Neben der abrissreifen Immobilie, die mit Asbest belastet ist, gibt es auf dem Gelände noch ein zweites Gebäude. Darin ist die Verkaufsstelle „Kaufen und Helfen“ untergebracht, wo Bedürftige täglich kostengünstig Gebrauchtwaren erwerben können. Dieses Haus, das in einem deutlich besseren Zustand ist, könnte nach den neuesten Überlegungen im DRK-Vorstand auch stehen bleiben, sagt Werkmeister. Allerdings hänge dies davon ab, welche Pläne letztlich auf dem gesamten, rund 3000 Quadratmeter großen Areal verwirklicht würden.

Kommt ein neuer Investor zum Zuge, wäre der Abriss beider Gebäude eine wahrscheinliche Option. Verwirklicht das DRK seine eigenen Pläne, könnte auch der besser erhaltene Altbau noch eine Zukunft haben. Um welche Ideen es geht, will Werkmeister noch nicht sagen. Er lässt nur durchblicken, dass der Verband sich eine „Nutzung im Bereich Wohnen“ auf dem Gelände vorstellen könnte - trotz der Nachbarschaft zu Schnellweg und Bahnstrecken und der damit verbundenen Geräuschkulisse. „Eine edle Loftwohnung wird dort sicher niemand beziehen“, sagt der Vorstand. Ein großer Vorteil des Areals sei aber, dass es verkehrlich gut angebunden ist. Lärmschutzfenster und hohe Bäume könnten den Schall schlucken; im Grundsatz sei an dem Standort im Gewerbegebiet daher auch eine Wohnnutzung denkbar.

Werkmeister geht davon aus, dass sich im Frühjahr konkretisieren wird, was auf dem DRK-Gelände passiert. In jedem Fall aber wird der Verband, dem in der Region Hannover 138 Ortsvereine, mehr als 40 000 Mitglieder und rund 1800 hauptamtliche Mitarbeiter angehören, weiterhin an mehreren Standorten an der Zeißstraße vertreten sein. Der Rettungsdienst (Hausnummer 15), eine der 53 DRK-Kitas (Nummer 48) und der Katastrophenschutz (Nummer 52) bleiben weiterhin dort ansässig.