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Aus den Stadtteilen „Bequem hört sich krank an“
Hannover Aus den Stadtteilen „Bequem hört sich krank an“
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05:01 08.03.2015
Von Susanna Bauch
Vielschichtige Angelegenheit: In der Werkstatt wird noch besohlt. Quelle: (Marta Krajinović)
Hannover

„Bequem“, mag er auch nicht, „bequem hört sich krank an.“ Schon besser gefällt ihm der Ausdruck „Komfortschuhe“. Seit mehr als 70 Jahren gibt es das Schuhhaus für den besonderen Bedarf an der gleichen Ecke, im vergangenen Sommer hat Menze das Geschäft erweitert und modernisiert.

Den Begriff Gesundheitsschuh mag Ralf-Friedrich Menze nicht besonders. „Gesund ist ja das Gegenteil von krank, und wir versorgen hier nicht unbedingt kranke Füße“, sagt der Schuhmachermeister, der sich im Schuhhaus Menze an der Podbi /Ecke Lister Platz um die Füße seiner Kunden kümmert. „Bequem“, mag er auch nicht, „bequem hört sich krank an.“ Schon besser gefällt ihm der Ausdruck „Komfortschuhe“. Seit mehr als 70 Jahren gibt es das Schuhhaus für den besonderen Bedarf an der gleichen Ecke, im vergangenen Sommer hat Menze das Geschäft erweitert und modernisiert.

„Wir bieten konfektioniertes Schuhwerk, Komfortschuhe für lose Einlagen“, betont der 46-Jährige, der bereits in seinem heutigen Betrieb das Handwerk seines Vaters und Großvaters gelernt hat. 1998 hat er den Laden von seinem einstigen Ausbilder Karl Brinkmann übernommen. Maßanfertigungen macht Menze nicht mehr, das lohnt nicht. Dafür nimmt er Maß, denn sowohl die Einlagen müssen passgenau sein, als auch die kleinen Veränderungen am Schuhwerk, die der Kunde individuell benötigt.

„Wir setzen vor allem auf fachlich ausgezeichnete Beratung“, wirbt Menze für sein Geschäft. Schließlich möchte der orthopädische Schuhmacher, so sagt er, für jeden Fuß die richtige Lösung finden. „Allerdings sollten die Schuhe möglichst nicht so aussehen, als seien sie für problematische Ballen oder Fersen gearbeitet“, sagt Menze. Sein Sortiment soll sportlich, solide und durchaus modisch sein. Dennoch ist seine Klientel meist nicht in der Studentenschaft zu finden. Um aber auch jüngere Kunden zu locken, hat Menze seit der Vergrößerung seines Geschäftes modische Taschen, Portemonnaies und Handyhüllen aus Feuerwehrschläuchen im Sortiment. Und natürlich „Schuhe für ganz normale Füße“.

Die Meisterschule hat Ralf-Friedrich Menze im Umland absolviert, „aber da als Orthopädieschuhmacher einen Laden aufzumachen lohnt einfach nicht.“ Also hat er den Standort übernommen, der sich hier im Herzen der List seit Jahrzehnten bewährt hatte. 110 Quadratmeter Verkaufsfläche bestückt er nun, dazu kommen Werkstatt, Lager und Personalräume für die sechs Mitarbeiter. Beim Umbau hat er in Sachen Ladenausstattung auf einst Modernes zurückgegriffen und seine Waren in Kartons an einer Wand deckenhoch aufgestapelt. „Der sogenannte Kartonverkauf ist eigentlich längst vorbei, aber irgendwie hat er wieder was“, findet Menze. Die alte Schuhledernähmaschine seines Großvaters ziert das Schaufenster, der Lauflernschuh des heutigen Chefs den Kassenbereich.

So groß das Sortiment im Hause Menze auch ist, bei bestimmten Schuhen möchte der Meister passen. „Keine Hausschuhe, Arbeitsschuhe, Gummistiefel.“ Schmale oder spitze Modelle sowie Pumps finden sich in den Regalen allerdings auch nicht. „Pfennigabsatz und Einlage schließen sich aus.“ Menze und sein Team wollen vor allem eines: Jedem Kunden den richtigen Schuh anpassen. Das braucht zuweilen viel Zeit. „Manchmal müssen Einlagenmuffel auch belehrt werden. Denn diese nur ab und zu zu tragen, bringt nichts. Sie gehören täglich in den Schuh“, betont Menze.

Die Füße haben schließlich in der Regel viel zu tragen, und so gehören vor allem die durchgetretenen Vorfüße - Ballen - sowie Hammerzehen zu den Hauptproblemen beim Schuhkauf. „Aber auch, wer Wasser in Beinen und Füßen hat, benötigt besonderes Schuhwerk“, betont der Schuhmacher. Nach seiner Erfahrung bekommen vor allem Frauen bereits ab dem Alter von 25 Jahren erste Probleme mit den Füßen. Und damit mit Schuhen.

„Viele kaufen eben nach Geschmack und Geldbeutel, weniger nach Passform.“ Eine Entscheidung, die sich meistens räche. Zeiten, in denen Birkenstocksandalen oder Ballerinas en vogue seien, seien dagegen gut für „Einlagen-Füße“. Menze selbst trägt gerne Sportschuhe. „Mit Größe 48 ist das aber nicht wirklich einfach, auch für einen Schuhgeschäftbesitzer nicht.“ Sportschuhe sind im Übrigen keine Gesundheitsschuhe. Menze sagt: „Komfortschuhe, was sonst!“

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