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Aus den Stadtteilen Stadt will Pavillon-Abriss verhindern
Hannover Aus den Stadtteilen Stadt will Pavillon-Abriss verhindern
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15:00 27.02.2015
Stilprägend: Die Pavillons am Altenbekener Damm dürfen nicht mehr ohne Zustimmung abgerissen werden. Sie sollen nach Wunsch der Stadt außerdem bald unter Denkmalschutz gestellt werden. Quelle: Petrow
Südstadt

Aus Sicht der Stadt passen diese Pläne aber nicht zum Viertel, das als typisches Wohnquartier für das erste Jahrzehnt nach dem Zweiten Weltkrieg erhalten bleiben soll. Gerade die Pavillons finden die Stadtplaner stilprägend. Mit dieser Ansicht steht die Verwaltung nicht allein. Der Bezirksrat Südstadt-Bult stimmte in der vergangenen Woche der Aufnahme des Gebiets in eine Erhaltungssatzung zu. Das heißt, kein Eigentümer darf eines der Häuser ohne Zustimmung der Stadt abreißen oder umbauen.

„Einfamilienhäuser? Das passt doch gar nicht hierher“, sagt auch Anwohnerin Gisela Seiler. Sie wohnt in einem der vier- und fünfgeschossigen Häuser, die zum Quartier gehören. Drei Wohnungsgenossenschaften errichteten die Gebäude um 1954 herum; drei der betroffenen Häuserzeilen gehören heute der Genossenschaft Gartenheim. Sie war auch Eigentümerin der Pavillons, bis diese vor etlichen Jahren verkauft wurden.

Geplant wurden die Flachbauten am Altenbekener Damm seinerzeit als Ladengeschäfte. An der Ecke zur Mainzer Straße existiert seit 1981 das Restaurant Pindopp, das auch zum geschützten Bereich gehört. Früher gab es darin ein Milchgeschäft und eine Änderungsschneiderei. „Da waren wir immer einkaufen“, sagte Seiler, die seit 1970 in der Südstadt wohnt. Die beiden Pavillons nebenan waren ebenfalls mit Lebens- mittelgeschäften belebt. Wo heute ein Eiscafé steht, war zuvor eine Fleischerei untergebracht. Und am Altenbekener Damm 11 betrieb über viele Jahre hinweg die Coop-Handelskette eine Filiale.

Dort arbeitete auch der Südstädter Peter Feustel. Er habe „mit Erschrecken“ vom Abrissantrag für den Pavillon gehört. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich jemand an dieser Stelle ein Einfamilienhaus mit Garten kaufen wird“, sagte er dem Stadt-Anzeiger. Auch die Tierärztin Heike Schröder möchte bleiben. Ihre Praxis besteht seit 2004 im ehemaligen Coop-Pavillon. „Mir gefällt es hier, ich habe keine Umzugspläne.“

Im März soll der Rat der Stadt die Erhaltungssatzung verabschieden. Zuvor muss der Bezirksrat sein Votum abgeben. Die CDU-Fraktion wollte die Abstimmung über die kurzfristig auf die Tagesordnung gesetzte Drucksache verschieben, um intensiver beraten zu können. Die übrigen Fraktionen lehnten das ab. CDU-Fraktionschefin Ute Krüger- Pöppelwiehe ging es auch um die Lage der Eigentümer. „Es kann sich also kein Käufer eines Grundstücks darauf verlassen, dass er sein Gebäude abreißen lassen kann, wenn er so etwas vorhat?“, fragte sie. Immerhin: Die Pavillons standen zum Zeitpunkt des Kaufes nicht unter Denkmalschutz. Deshalb wurde die Stadt auch erst mit Einreichen des Bauantrags im vorigen Jahr hellhörig und will nun den Quartiersschutz. Der aber sehe nicht vor, dass die Hauseigentümer keine Modernisierungen vornehmen könnten, betonte Stadtplanerin Hanne Lahde-Fiedler. Nur der Abriss sei tabu.

Darüber hinaus hat die Stadt auch das Landesamt für Denkmalschutz eingeschaltet. „Beide Pavillons sollen bald unter Denkmalschutz stehen“, sagte Lahde-Fiedler. Bis auf die CDU sprachen sich alle Bezirksratsfraktionen für das Vorgehen aus und stimmten der Erhaltungssatzung zu.

 

Von Marcel Schwarzenberger

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