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Aus den Stadtteilen Woher kommt der Knoblauch-Duft in der Eilenriede?
Hannover Aus den Stadtteilen Woher kommt der Knoblauch-Duft in der Eilenriede?
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00:15 27.04.2013
Von Stefanie Nickel
„Es gibt immer wieder Neues zu entdecken“: Petra Siegert weiß, wo die Kräuter in der Eilenriede wachsen. Quelle: Akbaba
Hannover

Für Petra Siegert ist die Natur mehr als ein Ort zum Spazierengehen. In gewisser Weise ist sie Supermarkt und Apotheke zugleich. Wenn die 46-Jährige einmal keinen Kaffee im Haus hat, geht sie in ihren Garten, gräbt die Wurzeln des Löwenzahns aus und brüht sie auf. Und wenn die Kapern für die Pizza fehlen, pflückt sie Gänseblümchen und kocht die Knospen 20 Minuten in Essig ein. Kapern aus dem Wald nennt sie das.

Zwei- bis dreimal wöchentlich ist Petra Siegert derzeit im Wald unterwegs. Sie streift durch das Leinebergland, wo sie auch zu Hause ist, und sucht an den Feldrändern nach Essbarem. Vor drei Jahren hat sie eine Ausbildung zur Heilpflanzenexpertin absolviert und sich selbstständig gemacht. Siegert bietet Kräuterführungen an, produziert aus Kräutern vor ihrer Haustür Pesto, Essig, Liköre sowie Tinkturen und Salben für die Hausapotheke. Damit beliefert sie Supermärkte und Hotels und verkauft ihre Leckereien auf Märkten in Alfeld und Springe.

Die Eilenriede ein großer Kräutergarten. Eine Auswahl, was sich im Stadtwald finden und damit anstellen lässt.

Eigentlich kann Siegert kaum jemand etwas vormachen, wenn es um Kräuter geht. In der Eilenriede aber stieß sie im vergangenen Jahr auf eine Herausforderung. Die Pflanze mit den schmalen Blättern, die den Stadtwald an manchen Stellen stark nach Knoblauch riechen lässt, bereitete ihr Kopfzerbrechen. Der Duft habe sie an Bärlauch erinnert, die Form der Blätter sei aber eine gänzlich andere. Schließlich fand sie heraus: In der Eilenriede wächst kein Bärlauch, sondern sogenannter Berliner Lauch. Nach der Theorie der Heilpflanzenexpertin nistete sich der ursprünglich aus dem Kaukasus stammende Lauch zuerst in Berlin ein. Als die Eilenriede angelegt wurde, benutzten die Gärtner auch Erde aus Berlin. So wurde der Berliner Lauch in Hannover heimisch.

Die Anekdote mit dem Berliner Lauch erzählt Siegert besonders gern, wenn sie Menschen durch die Eilenriede führt. Regelmäßig bietet sie über Living Culture, ein Unternehmen für alternative Stadtführungen, Kräutertouren an. 40 bis 50 essbare Kräuter und Pflanzen hat sie im Stadtwald entdeckt. Gesammelt werden dürfen in der Eilenriede zwar nur eine Handvoll Kräuter. So will es das zuständige Forstamt. Lohnenswert sind Siegerts Führungen dennoch. Spaziergänger können in der Eilenriede Wissen sammeln und es in Hannovers Umland im Deister oder im Leinebergland anwenden. Dort darf außerhalb der Naturschutzgebiete gesammelt werden. 

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