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Aus den Stadtteilen Wunstorfer Straße wird Einbahnstraße
Hannover Aus den Stadtteilen Wunstorfer Straße wird Einbahnstraße
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09:00 17.02.2015
Foto: Platz für Radler: Im Zuge der Bauarbeiten soll die Ampel an der Eppersstraße  an die Franz-Nause-Straße verlegt werden. Quelle: Schwarzenberger
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Hannover

Die Wunstorfer Straße wird zur Großbaustelle. Zwischen der Franz-Nause-Straße und der Harenberger Straße will die Stadt neue Rad- und Fußwege anlegen und den Parkraum neu ordnen - mit der Konsequenz, dass es dort künftig weniger Stellplätze geben wird. Spätestens im September sollen die Bauarbeiten beginnen, in deren Zuge die Hauptverkehrsstraße voraussichtlich für vier Monate zur Einbahnstraße wird. In der jüngsten Sitzung der Sanierungskommission Limmer hagelte es Kritik an den 700.000 Euro teuren Plänen der Stadt. Das Gremium monierte, dass es an einer Abstimmung mit dem noch nicht vorliegenden Verkehrskonzept für die Wasserstadt Limmer mangele. Zudem geht vielen Radexperten der Ausbau des Radwegenetzes nicht weit genug.

Das Bauvorhaben: Während der viermonatigen Bauphase wird an den Straßenrändern gearbeitet, die Fahrbahn mit dem Gleisbett bleibt unberührt. Dennoch sehen die derzeitigen Planungen eine Einbahnstraßenregelung für die Dauer der Baustelle vor. Die Stadtplaner drängen bei dem Projekt auf Eile: Die gut 13 Jahre andauernde Stadtteilsanierung Limmers ist zwar beendet, und es gibt keine geförderten Projekte mehr. Aber das Gebiet sei noch nicht formal aus dem Sanierungsprogramm entlassen, sagte Sanierungsplaner Raoul Schmidt-Lamontain. Das werde nun bald geschehen. „Bis dahin kann das Vorhaben wie ein Sanierungsprojekt behandelt werden“, betonte der Fachmann. Was für die Eigentümer vor allem eines bedeutet: Sie müssten keine Straßenausbaugebühren zahlen.

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Aus Sicht der Sanierungskommission hat die Stadt die Planung dennoch zu früh vorgelegt. „Das Verkehrskonzept für die Wasserstadt steht noch nicht“, kritisierte Rainer-Jörg Grube, Kommissionsmitglied und Bezirksbürgermeister. Zumindest sollten die Gremien den Wasserstadt-Workshop zum Thema „Mobilität“ abwarten, sagte er. Denn die darin behandelten Wünsche wirkten sich auch auf den Verkehr auf der Wunstorfer Straße aus. Der Workshop fand am vergangenen Montag statt, eine Woche nach der Kommissionssitzung. Das Gremium vertagte die Entscheidung denn auch und will sich zur Bezirksratssitzung am Mittwoch, 18. Februar, dazu äußern.

Radwege und Parkraum: Es ist gut möglich, dass Kommission und Bezirksrat dann Änderungswünsche für die Baupläne vorbringen werden. Denn die Bürgerinitiative Umweltschutz (BIU) und der Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) kritisieren das Vorhaben. Die Stadt plant zwar durchgehende Radwege auf beiden Straßenseiten und senkt die Anzahl von derzeit 46 Parkplätzen auf dann 33. Aber der gewonnene Platz wird aus Sicht der Kritiker nicht gut genutzt.

Während auf der nördlichen Straßenseite der Radweg fast durchgehend auf gerader Strecke verläuft, schlängelt er sich auf der anderen Seite um Parknischen und neue Baumstandorte herum - sieben Bäume will die Stadt pflanzen. „Diese Verschwenkungen sind nicht gut“, sagte Ralf Strobach von der BIU. Das mache die Radwege unattraktiv. Besser seien der Verzicht auf Bäume und weitere Parknischen. Nach den Plänen der Stadt werden die Radwege zwischen Gehwegen und Parkraum angeordnet. Das gefällt dem ADFC nicht: „Es sollte Radfahrstreifen auf der Fahrbahn geben“, wandte Gerd Reincke von dem Verein ein. Das sei sicherer, weil die Radfahrer besser wahrgenommen würden. „Die Radwege sind auch zu schmal für Anhänger oder Lastenräder, das normale Maß von zwei Metern Breite wird hier weit unterschritten“, ergänzte er. Die Pläne der Stadt sehen nur 1,20 Meter breite Radwege vor.

Fußgängerampel: Eine solche Anlage gibt es derzeit in Höhe der Eppersstraße. Sie soll um gut 100 Meter zur Einmündung an der Franz-Nause-Straße verlegt werden, um deren Ladenzeile besser mit dem Stichweh-Leinepark zu verbinden. Kommissionsmitglied Anja Niezel kritisierte diese Pläne. Auch in Höhe der Eppersstraße lägen viele Anlaufpunkte für Radfahrer und Fußgänger, betonte Niezel: „Für sie wäre der neue Ampelstandort ein Umweg.“ Besser sei es, an der Franz-Nause-Straße eine zusätzliche Ampel einzurichten. Stadtplanerin Sabine Kniep lehnte das jedoch mit dem Hinweis ab, dass der Mindestabstand zwischen den Anlagen weit unterschritten würde. „Es müssen mindestens 400 Meter sein.“