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Aus den Stadtteilen Zwei Neubauten für Flüchtlinge am Kanal
Hannover Aus den Stadtteilen Zwei Neubauten für Flüchtlinge am Kanal
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16:55 05.03.2015
Von Susanna Bauch
Wenn die temporären Modul-Erweiterungsbauten der Kita einem Anbau gewichen sind, sollen zwei dreigeschossige Gebäude auf dem Areal errichtet werden. Quelle: HAZ
List

In der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Vahrenwald-List stellte Stadtplaner Marc Schalow die Pläne vor. Neben den Stadtteilpolitikern waren auch Dutzende Anlieger gekommen, um Einzelheiten über das Vorhaben zu erfahren.

Das Grundstück, um das es geht, liegt direkt an der Hebbelstraße stadtauswärts kurz vor der Brücke über den Mittellandkanal. Im hinteren Teil grenzt es an eine Kindertagesstätte sowie Richtung Schneckenburger Straße an Freiflächen des Sportvereins SC Germania List, vorgelagert sind einige Kleingartenparzellen. Das Gelände an der Hebbelstraße hat die Stadt seit geraumer Zeit im Blick, „aber die Vorbereitungen brauchen Zeit“, erklärte Schalow. Das Wohnprojekt soll nach Fertigstellung Platz für 50 bis 60 Personen in zwei Gebäuden bieten. „Eine Komplettbetreuung der Flüchtlinge wird es an der Hebbelstraße nicht geben“, sagte der Stadtplaner. Das bedeutet, dass es in der List keinen Pförtner-, Sicherheits- und Sozialdienst geben wird. Dies ist nur in den sogenannten Gemeinschaftsunterkünften vorgesehen.

Wenn die temporären Modul-Erweiterungsbauten der Kita einem Anbau gewichen sind, sollen zwei dreigeschossige Gebäude auf dem Areal errichtet werden. In dem kleineren Haus sollen bis zu elf Flüchtlinge unterkommen, das größere Gebäude bietet rund 40 Menschen Platz, außerdem sollen hier die Funktionsräume für Verwaltung und Seminare untergebracht werden. Die Grundrisse sollen so zugeschnitten werden, dass sie unproblematisch verändert werden können, sollten sich die Anforderungen verschieben. „Wir planen hier Einheiten für Familien, aber auch für Einzelpersonen“, betonte Schalow. Alle Wohnungen werden mit vorgelagerten Balkonen ausgestattet.

Baubeginn soll im vierten Quartal dieses Jahres sein, Schalow rechnet mit einer Bauzeit von rund sechs Monaten. „Im Sommer 2016 können die Wohnungen bezogen werden“, sagte er. Die Stadt mietet die Wohnungen vom Bauträger GBH zunächst einmal für zehn Jahre. „Sollte es danach keinen weiteren Bedarf an Flüchtlingswohnungen geben, sollen die Wohnungen auf dem freien Markt angeboten werden.“ Einige Anlieger äußerten Bedenken bezüglich des Wohnprojektes in ihrer Nachbarschaft. „Es wäre schön gewesen, die Anlieger im Vorfeld zu informieren“, erklärte ein Nachbar. Er befürchte, dass die geplanten Wohnungen höher gebaut würden als die Bauten im Bestand. Ob es keine Alternativ-Flächen gegeben habe? Schalow erläuterte, dass die Verwaltung zunächst nach städtischen Grundstücken Ausschau halte, die unbürokratisch zu bebauen seien. „Die Flüchtlingsunterbringung ist zudem kein Prozess, sondern gesetzliche Auflage.“ Und die müsse unter Zeitdruck erfüllt werden.

Es gehöre zudem zum Konzept der Stadt, Flüchtlinge nicht außerhalb von Städten unterzubringen, sondern möglichst in der gewachsenen Nachbarschaft, „zur Förderung der Integration und mit guter Infrastruktur“, so der Stadtplaner. Zu den Soll-Vorgaben zähle auch, Flüchtlingswohnheime möglichst nicht in sozialen Brennpunkten zu errichten. Auf die Frage nach Alternativstandorten musste Schalow denn auch passen. „Leerstehende Kasernen kommen nicht infrage, sie sind nicht in städtischem Besitz und in schlechtem Zustand.“

Im Stadtbezirk Vahrenwald-List stehen für Flüchtlinge derzeit rund 80 Plätze im Hotel Aden an der Büttnerstraße, 20 Plätze in der Hischestraße beim Caritas-Verband sowie 26 Plätze in angemieteten Wohnungen zur Verfügung. Die Sporthalle der Integrierten Gesamtschule Büssingweg wird als Notunterkunft betrachtet, hier werden derzeit 13 Flüchtlinge beherbergt, insgesamt können dort bis zu 40 Personen kurzfristig unterkommen. „Wir müssen tausend Plätze in sechs Monaten bereitstellen, das sind so viele wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr“, sagte Schalow.

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