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West Abrissarbeiten für die Wasserstadt
Hannover Aus den Stadtteilen West Abrissarbeiten für die Wasserstadt
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10:31 05.12.2014
Der "Neubau" der alten Conti auf dem Gelaende der Wasserstadt wird abgerissen - und mit ihm das gegossene Pferd auf der Vorderseite.
Der "Neubau" der alten Conti auf dem Gelaende der Wasserstadt wird abgerissen - und mit ihm das gegossene Pferd auf der Vorderseite. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Es bleibt kein Stein auf dem anderen: Weit fortgeschritten sind die Abbrucharbeiten auf dem früheren Conti-Gelände. Die von Investor Günter Papenburg beauftragte Entwicklungsgesellschaft Wasserstadt Limmer hat auf dem jüngst von der Hannover Region Grundstücksgesellschaft erworbenen Areal direkt an der Wunstorfer Straße ganze Arbeit geleistet: Aus den früheren Gebäuden der Werksfeuerwehr und der Betriebskrankenkasse, zuletzt Domizil der Initiative Transition Town, haben Abrissbagger einen Berg von Gesteinsbrocken und Stahlskeletten gemacht. Und bis zum Start der Bürgerbeteiligung für die Planungen zur Wasserstadt am Mittwoch, 19. November, will Papenburg das Gelände weitgehend geräumt haben.

Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr in der Aula der Albert-Schweitzer-Schule (Zugang über die Friedhofstraße). Oberbürgermeister Stefan Schostok wird das Verfahren eröffnen und den von der Stadt bestellten Moderator Klaus Habermann-Nieße vom Büro plan zwei vorstellen. Die aktuellen städtischen Pläne sehen statt ursprünglich rund 600 nun fast 2000 Wohneinheiten auf dem Wasserstadt-Areal vor. Kritiker dieser Pläne hatten sich statt Habermann-Nieße unter anderem den Bauhistoriker und Conti-Kenner Sid Auffarth als Anwaltsplaner gewünscht. Er ist bei der Auftaktveranstaltung zumindest als Berater dabei.

Die Zahl der künftigen Bewohner der Wasserstadt hat Einfluss auf viele Entscheidungen - auf die Infrastruktur, die Zahl der Stellplätze, die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und nicht zuletzt auch auf die Ansiedlung eines Nahversorgers am Rand des Wohngebiets. Ein Discounter oder gar ein Vollsortimenter würde im unmittelbaren Umfeld viel Kundschaft brauchen. Allerdings hat jüngst ein Rewe-Markt im nahen Stichweh-Leinepark eröffnet.

Der Abbruch der Werksfeuerwehr schafft Platz. Das Gebäude stammt aus den 1960er Jahren, als Conti in Limmer mehr als 5000 Menschen beschäftigte. Die Figur, die seit 1987 vor dem nun abgerissenen Gebäude der Betriebskrankenkasse an der Wunstorfer Straße steht, bleibt indes vorerst dort. Geschaffen hat den „Eisenmann“ Wilfried Behre, heute gehört die Skulptur der benachbarten Autowerkstatt. Verschwunden ist dagegen ein Gipskunstwerk mit Motiven aus der Reifenproduktion, das im Treppenhaus zu finden war. Entfernt wurde auch das Conti-Signet mit dem springenden Pferd an der Fassade. Zumindest dieses Symbol soll als Replik später wieder auf dem Gelände ausgestellt werden. Nun stehen von der historischen Fabrik nur noch wenige, knapp 100 Jahre alte Gebäude - darunter die modernisierte Direktorenvilla und der Turm, der 1935 seinen markanten Wasserbehälter bekam.

Von Marcel Schwarzenberger

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