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West Ärger um neuen Namen für „Siloah“
Hannover Aus den Stadtteilen West Ärger um neuen Namen für „Siloah“
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10:21 28.02.2012
Von Andreas Schinkel
Klinikneubau in Linden, künftig „Siloah" oder „Klinikum Mitte"? Quelle: Rainer Droese
Linden

„Der Klinik-Standort an der Roesebeckstraße verliert seine Identität, wenn wir die schöne Bezeichnung ,Siloah’ einfach aufgeben“, sagt Ricklingens Bezirksbürgermeister Andreas Markurth (SPD). Auch sein Amtskollege in Linden, Rainer Grube (Grüne), sieht keinen Grund, den Namen für die neue Klinik zu ändern. „Für die gesamten südwestlichen Stadtteile ist ,Siloah‘ ein Begriff“, sagt auch CDU-Bezirksratsfrau Michaela Michalowitz. In beiden Stadtteilgremien bereiten die Fraktionen jetzt Anträge vor, um der Forderung Nachdruck zu verleihen. Die Region Hannover aber, der das Klinikum Region Hannover (KRH) untersteht, hat sich bereits entschieden: „Klinikum Mitte“ soll der 180 Millionen Euro teure Neubau heißen – auf Vorschlag von Erwin Jordan (Grüne), Sozialdezernent und Aufsichtsratsvorsitzender des KRH.

Jordan argumentierte bereits in seiner Rede zur Grundsteinlegung, dass in Linden zwei Kliniken unter einem Dach zusammengefasst werden und folglich auch einen gemeinsamen Namen bräuchten. Tatsächlich fusionieren das alte Siloah und die Klinik Oststadt-Heidehaus. „Der neue Name weist auf die räumliche Lage im Herzen der Stadt und zugleich auf die zentrale Bedeutung hin, die der Neubau mit seinen zukunftsweisenden Strukturen für das gesamte Unternehmen KRH hat“, sagte Jordan in seiner Rede.

Beim Klinikum aber vermutet man, dass das letzte Wort bei der Namensgebung noch nicht gesprochen ist. „,Klinikum Mitte‘ ist für uns nur ein Arbeitstitel“, sagt KRH-Sprecher Bernhard Koch. Die Bezeichnung „Siloah“ solle man in der Tat nicht einfach über Bord werfen, aber zugleich müsse bedacht werden, dass auch die Klinik Oststadt-Heidehaus auf eine lange Tradition zurückblickt. „Und der Titel ,Klinikum MitteSiloah, Oststadt-Heidehaus‘ ist nun wirklich zu lang“, meint Koch. Im Neubau, so kündigt er an, sollen zwei Ausstellungen auf die Geschichte der beiden Häuser aufmerksam machen.

Bereits zwei Mitglieder des Klinikum-Aufsichtsrates wollen die Namensdiskussion auf die Tagesordnung setzen. „Ein neuer Name ist völliger Quatsch, schließlich wird der Bau am Standort des ,Siloah‘ errichtet“, sagt Aufsichtsratsmitglied Angelika Walther (SPD). Die Bezeichnung „Klinikum Mitte“ gerate allzu nüchtern und funktional. Silke Stokar, Aufsichtsratsmitglied der Grünen, will zwar nicht leidenschaftlich für das alte „Siloah“ kämpfen, sieht aber dennoch „Diskussionsbedarf“. „Der Name ,Siloah‘ steht nun einmal für sich“, sagt Stokar.

Das Wort „Siloah“ stammt aus dem Hebräischen und bedeutet „ausgesendet“. In der Bibel finden sich mehrere Stellen, die einen Siloah-Teich in Jerusalem erwähnen. Das Gewässer hat eine hohe religiöse Bedeutung sowohl für Juden als auch für Christen. So ist König Salomo an der Quelle gesalbt worden, Jesus heilte einen Blinden mit Wasser aus dem Siloah-Teich. Das Klinikum Siloah wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Diakonissenstation „Siloah zu Linden“ gegründet – mit zehn Betten. Von da an wuchs das Krankenhaus unaufhörlich.

Heute entsteht auf dem Grundstück des alten Siloah ein Klinikneubau nach modernsten Standards mit 535 Betten. Er soll Ende 2013 fertiggestellt sein.

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