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West Elterntaxis gefährden Ahlemer Grundschüler
Hannover Aus den Stadtteilen West Elterntaxis gefährden Ahlemer Grundschüler
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00:20 25.02.2019
Aktion gegen Elterntaxis: Grundschüler verteilen Blumen an Eltern, die ihr Kind nicht mit dem Auto bringen. Quelle: Foto: Mario Moers
Ahlem

Aus übertriebener Vorsicht oder schlicht aus Bequemlichkeit gefährden Eltern vor der Grundschule Ahlem beinahe täglich Schüler. Indem sie ihre Kinder mitten im stärksten Berufsverkehr mit dem Auto in Schulnähe absetzen, riskieren die Fahrer sogenannter Elterntaxis Unfälle. Elternvertreter und Lehrer versuchen seit Jahren, diesen Bring- und Abholverkehr zu reduzieren – ihre Appelle zeigten aber keine Wirkung. Ab März will nun die Stadt den Verkehr vor der Grundschule in der Richard-Lattorf-Straße mit Tempokontrollen sicherer machen. Gesonderte Haltezonen für Elterntaxis, die sich andernorts in Hannover bereits bewährt haben, wird es in Ahlem dagegen wohl nicht geben. Die besondere Lage der Schule macht eine solche Lösung schwer umsetzbar.

Zu wenig Platz für Haltezonen

„Es ist ein Wunder, dass hier noch kein Kind tot gefahren wurde“, sagt die Kontaktbeamtin der Polizei, Anke Dlugosch. Sie weiß aus eigener Erfahrung, dass weder Strafzettel noch freundliche Ansprachen einige Eltern davon abhalten, ihr Kind an unübersichtlichen und gefährlichen Stellen aus dem Auto zu lassen. Weil das Szenario vor vielen Schulen ähnlich ist, hat die Stadt vor zwei Jahren an der Albert-Schweizer-Schule in Limmer eine speziell ausgewiesene Haltezone für Elterntaxis eingerichtet. Auch für die Grundschule In der Steinbreite in Badenstedt hat der zuständige Bezirksrat eine solche Regelung beantragt. Doch im Hinblick auf Ahlem bremst die Kontaktbeamtin die Erwartungen: „In Ahlem ist das leider unrealistisch. Es gibt schlicht keinen Platz.“ Auch die Fläche vor dem Bürgergemeinschaftshaus sei keine Option, obwohl sie immer wieder als Kurzparkplatz genutzt wird. „Das Straßenverkehrsrecht erlaubt das eigentlich nicht“, erklärt Dlugosch.

Die Elterntaxis bringen die Grundschüler in Ahlem in Gefahr. Jetzt soll geblitzt werden.

Die Stadt arbeitet nun an einer anderen Lösung. Sie hat angekündigt, mit mobilen Blitzgeräten die Tempo-30-Zone in der Richard-Lattorf-Straße zu kontrollieren. „Dort wird ein Fehlverhalten künftig geahndet“, sagt Stadtsprecherin Michaela Steigerwald. Julia Stein vom Förderverein der Grundschule fordert zudem eine digitale Warntafel, die auf überhöhtes Tempo aufmerksam machen soll. Außerdem wünscht sich der Elternvorstand eine Änderung der Ampelschaltung. „Wir wollen, dass Fußgänger nicht mehr zur selben Zeit Grün haben wie der Verkehr“, sagt Stein.

Beides ist nach Ansicht der Verwaltung nicht umsetzbar. Warntafeln kämen zwar grundsätzlich infrage, könnten aber nicht installiert werden, weil es an dem Standort keine geeignete Stromversorgung gebe, sagt Steigerwald. Auch die Entkoppelung der Ampelphasen sei aus „baulichen und betrieblichen“ Gründen nicht umsetzbar.

Nach dem Tod eines Elfjährigen in Vahrenwald im Jahr 2018 gibt es im Internet eine Petition, in der stadtweit die Entkopplung von Fuß-, Rad- und Autoampelphasen gefordert wird. 1600 Menschen haben bereits unterzeichnet. Die Petition läuft noch drei Wochen und soll, wenn 3300 Stimmen erreicht wurden, dem Rat vorgelegt werden.

Kritik der Kontaktbeamtin

Kontaktbeamtin Dlugosch ist skeptisch, ob Verbote die Eltern erreichen: „Sie sind extrem dickfellig.“ Dabei sei das tägliche Bringen und Abholen meist falsch verstandene Vorsicht. „Von der Rückbank des Autos lernt kein Kind den Schulweg sicher und selbstständig zu gehen.“

Von Mario Moers

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