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West Anwohner wollen Pflastersteine behalten
Hannover Aus den Stadtteilen West Anwohner wollen Pflastersteine behalten
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05:32 27.03.2015
Von Juliane Kaune
In der Konkordiastraße wollen die Anlieger weiterhin einen Steinbelag. Quelle: (Foto: Marta Krajinović)
Hannover

Nicht nur darum ist das Programm umstritten, wie sich auf der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Linden-Limmer zeigte. Vor allem die Anwohner von Rampenstraße und Konkordiastraße sind mit den Planungen der städtischen Bauexperten nicht einverstanden. Vorgesehen ist, das teilweise abgesackte Kopfsteinpflaster in den beiden durch historische Wohnhäuser geprägten Straßen durch eine Asphaltdecke zu ersetzen. Aus Sicht der Betroffenen wird damit der Charakter der Straßen zerstört.

Grundsätzlich hatte Tiefbauamtsleiter Andreas Bode keinen leichten Stand in der Bezirksratssitzung, zu der gut 100 Anlieger gekommen waren. „Alle Straßen, die wir in Angriff nehmen, haben eine Sanierung nötig“, betonte Bode und präsentierte zum Beweis diverse Aufnahmen schadhafter Stellen und Querschnitte aus dem Straßenuntergrund. Mehrere Grundstückseigentümer zeigten sich skeptisch, andere fühlten sich schlecht informiert. „Wir haben von der Straßensanierung durch unsere Mieter erfahren - durch eine Wurfsendung der Stadt im Briefkasten“, empörte sich eine Hauseigentümerin. Bode sicherte zu, die Informationsflüsse zu überprüfen.

Er bemühte sich, zumindest einige Informationslücken zu füllen. Demnach sind insgesamt 2,047 Millionen Euro für die Sanierung der sieben Straße veranschlagt, die alle in Linden-Mitte liegen. Die Bauarbeiten sollen ab Frühjahr 2016 in Angriff genommen werden und im Laufe von 2017 beendet sein. Zur Höhe der Kosten, die im Zuge der Straßenausbaubeitragssatzung auf die Anlieger zukommen, konnte Bode allerdings noch nichts sagen. „Das muss ganz individuell errechnet werden“, erklärte er. Bis die endgültigen Gebührenbescheide vorliegen, kann es bis 2019 dauern.

Rampenstraße und Konkordiastraße: Mit deutlichen Worten kritisierten die Anlieger die Pläne der Stadt, das historische Pflaster in den benachbarten Straßen zu asphaltieren. „Wie kann man nur auf die Idee kommen, alles zu versiegeln wie in den Siebziger- und Achtzigerjahren?“, fragte Peter Hoffmann-Schoenborn aus der Rampenstraße im Namen von vier Eigentümergemeinschaften. Er sorgt sich auch um die etwa 90 Jahre alten Kastanien - eine Asphaltdecke lasse den Wurzeln keine Luft mehr zum Atmen. Schoenborn kündigte an, Unterschriften für den Erhalt des Pflasters zu sammeln. Grünen-Bezirksratsherr Olaf Zielke, Anlieger der Rampenstraße, fordert ebenfalls, dass deren Charakter erhalten bleibt. Auch aus der Konkordiastraße, geprägt durch Arbeiterhäuser aus der Zeit um 1890, gab es Kritik. „Wir sind Besitzer von Baudenkmalen und wollen, dass unsere Häuser und unsere Straße weiter zueinander passen“, betonte eine Eigentümerin. „Wenn wir schon dafür zahlen sollen, wollen wir auch gefragt werden.“ Die von der Stadt geplante Sanierung der Rampenstraße kostet 400 000 Euro, für die Konkordiastraße sollen 200 000 Euro reichen.

Die Stadt habe Asphaltdecken gewählt, um die Geräuschbelastung zu senken und eine bessere Verbindung für Radfahrer zu schaffen, erklärte Bode. Er sicherte zu, die Einwände bei den weitereren Planungen zu berücksichtigen. „Auch der Bezirksrat kann beschließen, dass gepflastert werden soll“, sagte er. Die langlebigere und damit wirtschaftlichere Lösung sei jedoch der Asphalt.

Dieckbornstraße: Auch dort gibt es denkmalgeschützte Häuser - das Kopfsteinpflaster wurde aber bereits vor Jahren mit Asphalt überzogen. Ob das die beste Lösung sei, könne im Zuge der Sanierung diskutiert werden, sagte ein Hausbesitzer. Er regte einen Dialog mit Nachbarn aus Konkordia- und Rampenstraße an. Eine Idee, die Gabriele Steingrube, Chefin der CDU-Bezirksratsfraktion, unterstützte. Nach den Plänen der Stadt soll die Dieckbornstraße zwischen Wittekind- und Rampenstraße für 210 000 Euro samt Gehwegen erneuert werden.

Schwalenberger Straße: Die Grundstückseigner kritisieren die Einordnung in das Sanierungsprogramm als „Anliegerstraße“. Damit müssen sie den höchstmöglichen Anteil der Baukosten tragen: Sie zahlen 75 Prozent der veranschlagten 200 000 Euro. „Dabei haben wir nicht viel von unserer Anliegerstraße“, sagte Anwohnerin Marianne Gersdorf. Die Verbindung werde auch für den Durchgangsverkehr genutzt. Zudem sei die Straße ständig von Besuchern des Lindener Rathauses oder Kunden der Gaststätten zugeparkt; an Markttagen herrsche auch für Anwohner absolutes Halteverbot. Tiefbauamtschef Bode sicherte zu, die Klassifizierung der Straße zu überprüfen.

Bernhard-Caspar-Straße und Elsa-Brändström-Straße: Auch diese Straßen, die durch Genossenschaftsbauten geprägt sind, haben ein Kopfsteinpflaster. Die Anlieger meldeten im Bezirksrat keine grundsätzliche Kritik an der geplanten Asphaltierung an. Sie sorgen sich aber, welche Gebühren auf sie zukommen. Die Sanierung der Bernhard-Caspar-Straße zwischen Badenstedter und Davenstedter Straße ist mit 380 000 Euro veranschlagt; 280 000 Euro kosten die Maßnahmen in der Elsa-Brändström-Straße. „Ich besitze ein Eckhaus, muss ich trotzdem zahlen?“, wollte eine Anliegerin der Bernhard-Caspar-Straße wissen - was Bode bejahte.

Badenstedter Straße: Die Durchgangsstraße soll vom Bauweg bis zum Haus Nummer 54/56 für 377 000 Euro in Angriff genommen werden. Besucher im Bezirksrat regten an, im Zuge der Arbeiten gleich den Radweg auszubauen.

Zeitplan: Voraussichtlich in seiner Sitzung am 6. Mai will der Bezirksrat über die Straßenliste entscheiden. Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube kündigte an, dass Anregungen der Anlieger berücksichtigt werden sollten.

Unterschiedliche Kosten

Laut Ausbaubeitragssatzung müssen sich die Grundstücksbesitzer in unterschiedlicher Höhe an den Kosten der Straßensanierung beteiligen. Bei Anliegerstraßen, die vor allem von den Anwohnern genutzt werden, kommen bis zu 75 Prozent der Kosten auf die Eigentümer zu. Das gilt für die Schwalenberger Straße und die Elsa-Brändström-Straße. Zwischen 40 und 70 Prozent zahlen Hausbesitzer, deren Grundstücke an Innerortsstraßen liegen, die auch von anderen Verkehrsteilnehmern befahren werden. Diese Klassifizierung hat die Stadt für Rampenstraße, Konkordiastraße, Dieckbornstraße und Bernhard-Caspar-Straße vorgesehen. Bei Durchgangsstraßen wie der Badenstedter Straße werden 25 bis 65 Prozent der Sanierungsbeträge umgelegt – je nachdem, ob Fahrbahn oder Seitenanlagen betroffen sind. Die Höhe der Gebühren ist auch von der Größe des Grundstücks und der Art der Nutzung abhängig.

jk

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